

Eutin (t). Die Handballer der HSG Holsteinischen Schweiz haben ereignisreiche Tage hinter sich. Erst spielte man am Sonntag, 1. Februar, in Silberstedt gegen den HC Treia/ Jübeck, dann empfing man am Donnerstag, 5. Februar, den Rekordmeister aus Kiel zum Freundschaftsspiel.
Gegen den HC Treia/ Jübeck konnte man als Favorit anreisen, war jedoch aufgrund der Hinspielniederlage klar gewarnt, dass man ein konzentriertes Spiel abliefern muss, um Punkte mitzunehmen. Im Vorfeld hatte Trainer Andreas Juhra sich intensiv Gedanken gemacht. So hielt er es für sehr wahrscheinlich, dass der HC eine Manndeckung gegen Spielmacher Konstantin von Starck anstreben würde, mit dem Ziel den HSG-Angriff aus dem Konzept zu bringen. Nach Anpfiff erfolgte diese auch sogleich. Als taktisches Gegenmittel ließ Andreas Juhra direkt mit dem siebten Feldspieler agieren, so dass de facto ein „6 gegen 5“ entstand, da der HC an der Manndeckung festhielt. Das nahm die HSG dankbar an. Der Positionsangriff nutzte die Überzahl auf der Spielbreite gut aus. Hinzukommend zeigte die Abwehr in der ersten Halbzeit eine der besten Saisonleistungen. So enteilte man Treia bereits bis zur 15 Minute auf ein 10:5. Dennoch hielt der HC -Trainer kurioserweise an seiner Manndeckung fest. Die Folge war, dass die HSG dem Spiel bis zur Halbzeit absolut seriös die Vorentscheidung zum 17:7 aufzwang. In Halbzeit zwei spielte die HSG weiter ihre Überlegenheit aus und ließ dem HC weiter keine Chance. In der 50. Minute zeigte die Spieluhr einen 16:31 Zwischenstand an. Das war für Andreas Juhra die Gelegenheit nochmal ein paar untypische Konstellationen auszuprobieren und für den HC die Gelegenheit den Spielstand noch etwas annehmbarer zu gestalten. Am Ende stand ein nie gefährdeter 25:33 Auswärtssieg.Nach dieser überzeugenden Leistung vor auswärtigem Publikum konnte man sich nun ganz entspannt auf das kommende Handballhighlight freuen. Der THW-Kiel reiste am Donnerstag zum Freundschaftsspiel in die Hans-Heinrich-Sieverthalle an. Für die HSG ein Riesenevent. Im Vorfeld waren 600 Karten verkauft und diverse Begehungen zu Brandschutz, Sicherheitskonzept etc. durchgeführt worden. Auch wenn die Spieler der M1 durchaus gut besuchte Heimspiele gewohnt sind, war es für die meisten doch wohl eher ein ungewohnter Anblick zwei Stunden vor Anpfiff schon eine Warteschlange vor der Halle zu sehen. So stieg auch langsam die Nervosität wie, man sich wohl gegen Teile der Handballweltelite mit dem frisch gebackenem Europameister Magnus Landin und den Vize-Europameistern Andreas Wolff, Lukas Zerbe und Rune Dahmke schlagen würde. Der Trainer ermunterte sein Team sich erstmal keine Gedanken zu machen, welche Namen auf den Trikots stehen. Es folgte der Anpfiff und nach gut gespielter Rückraumkombination netzte Basti Potz zum 1:0 ein – Jubel in der Halle. Der erfolgreiche Abschluss des ersten Angriffs löste offensichtlich jede Nervosität. Die Handballer der HSG konnten in den ersten 15 Minuten absolut mithalten und selbst immer wieder in Führung gehen. Die starke Anfangsphase bewirkte, dass das Publikum sich eindeutig auf Seiten ihrer HSG stellte, auch wenn viele natürlich gekommen waren, um auch ihre Idole aus der Bundesliga zu sehen. Bis zur 25. Minute ließ die HSG den Rückstand auch nie weiter als auf drei Tore anwachsen. Dass man das Spiel so lange ausgeglichen gestalten konnte, hätten wohl die wenigstens für möglich gehalten. Dennoch musste man sich über kurz oder lang dem Klassenunterschied beugen. Der THW zog in den letzten Minuten nochmal auf 26:19 davon. Dennoch war allein der Halbzeitstand ein Achtungserfolg, da man lange Zeit mithalten konnte und wirklich sehenswerte Treffer zeigte. HSG-Neuzugang Jesse Schramm packte beispielsweise in der 25. Minute in seinem ersten Spiel für die HSG kurzerhand den Unterarmhammer aus, welcher vorbei an Andreas Wolff im Winkel landete. Aufgrund des Halbzeitstand nahm Andreas Juhra kurzerhand eine Zielkorrektur vor und gab vor, dass man nun nicht mehr nur 20 Tore erzielen wolle, sondern 30. Nach Wiederanpfiff zog der THW abermals ein wenig an und erhöhte den Vorsprung bis zur 40. Minute auf 33:23. Dennoch ließ sich die HSG nicht entmutigen und zeigte ein ums andere Mal großartigen Handball gegen Weltklassespieler und auch die Torhüter ließen es sich nicht nehmen, Paraden gegen Spieler dieses Formats zu zeigen. Es folgten noch muntere 20 Minuten in den der THW auf einen ungefährdeten 49:31 Sieg erhöhten. Das störte aber niemanden in der Halle, da sich die Spieler der HSG achtbar geschlagen hatten. Nach Abpfiff zeigten sich alle zufrieden. Der THW konnte nach der EM seine zahlreichen Nationalspieler wieder zusammenführen, die HSG konnte zeigen, dass sie hervorragende Ehrenamtler hat, die ein solches Event auf die Beine stellen können, die HSG-Jugend konnte auf Autogramm- und Selfiejagd mit ihren Idolen gehen und die Spieler der M1 konnten Werbung für kommende Heimspiele machen.
Im Anschluss an diese turbulenten Tage folgt für die HSG nun wieder der Ligaalltag. Als nächstes empfängt man die HSG Eider Harde am Freitag, 13. Februar, um 20.30 Uhr in der Hans-Heinrich-Sieverthalle, um die nächsten Punkte im Aufstiegsrennen zu erkämpfen. Die Tore für die HSG gegen HC Treia/ Jübeck erzielten: Sebastian Potz (9); Nick Fürst (7); Max Ahrens (4); Hannes Grunwald, Justin Leimann (je 3); Benjamin Path, Robin Morris, Konstantin von Starck (je 2) und Niklas Hagen (1). Die Tore für die HSG gegen den THW-Kiel erzielten: Sebastian Potz (7); Nick Fürst (5); Hannes Grunwald, Julian Euler (je 4); Tizian Grigoleit, Jesse Schramm, Justin Leimann (je 2), Simon Grage, Max Ahrens, Moritz von Starck und Niklas Hagen (je 1).


