Signal für die Festspiele
Eutin (mg). Wie geht es mit den Eutiner Festspielen weiter? Diese Frage beschäftigt seit der im Januar bekannt gegebenen Absage der kommenden Spielzeit viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt, aber auch Fans der Festspiele aus der ganzen Region. Am vergangenen Sonntag rückte diese Frage erneut in den Fokus: Auf dem Eutiner Marktplatz veranstaltete die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) gemeinsam mit dem Förderverein der Festspiele ein Konzert, das nicht nur kulturell, sondern auch inhaltlich ein deutliches Signal setzte.
Im Mittelpunkt stand dabei ein konkreter Lösungsansatz: Die Vereinigung plant, eine eigene Trägergesellschaft zu gründen und sich damit als Gesellschafterin an der neuen Festspiel-gGmbH der Stadt zu beteiligen. Ein Startkapital von 300.000 Euro soll helfen, die Voraussetzungen für eine Spielzeit im Jahr 2027 zu schaffen: „Es geht bewusst nicht um kurzfristiges Sponsoring, sondern um echte unternehmerische Mitverantwortung für den Kulturstandort Eutin“, erklären Hans-Wilhelm Hagen und Marcus Gutzeit vom WVE-Vorstand. Gemeinsam mit der Stadt Eutin solle so eine neue Festspiel-gGmbH entstehen, die den operativen Spielbetrieb professionell organisiert
und langfristig sichert. Gleichzeitig wurde deutlich, wie groß das Interesse und die Anteilnahme in der Bevölkerung sind – und wie sehr die ungewisse Zukunft der traditionsreichen Festspiele die Menschen bewegt. Das Publikum verfolgte den Nachmittag daher nicht nur als kulturelles Ereignis, sondern auch mit eigenen Erwartungen, Sorgen und Hoffnungen – Eindrücke, die sich besonders in ihren persönlichen Stimmen widerspiegelten.
Der Musiker Henrik Reinold von der Band HitSkip, die als Abschluss des Konzertes auftrat, beschreibt Eutin als nahezu idealen Spielort: „Die Stadt ist als Veranstaltungsort total charmant, gerade mit dem Schloss und dem See – das hat einfach Tradition. Das darf nicht verloren gehen.“ Für ihn entsteht die besondere Stimmung des Nachmittags vor allem im Zusammenspiel von ganz unterschiedlichen Musikrichtungen: „Die Atmosphäre ist wunderschön, viele Leute sind gekommen. Moderne und klassische Musik kommen zusammen und bringen Menschen zusammen. Darum geht es.“ Gleichzeitig schwingt bei ihm der Wunsch nach Kontinuität mit. Die Festspiele sollten, so Reinold, „weiterhin wie gewohnt stattfinden – möglichst natürlich bei schönem Wetter, dann ist es hier am Wasser immer besonders schön.“ Und auch der niederschwellige Zugang ist ihm wichtig: „Das sind Profis hier, und es ist eine tolle Sache, dass man das an einem Sonntagnachmittag kostenlos erleben kann.“ Ähnlich schildert Besucher Torsten Hecht aus Lübeck seinen Eindruck. Er sei eigens „wegen des Konzerts hier“ und zeigt sich begeistert von der gesamten Veranstaltung: „Mir gefällt sehr gut, was hier veranstaltet wird, ich finde die Aktion großartig. Ich war selbst schon einmal bei den Festspielen, das war sehr schön.“ Besonders bleibt für ihn jedoch das Gesamtbild des Ortes: „Der besondere Flair, das, was Eutin ausmacht, ist für mich etwas ganz Besonderes.“ Doch auch er blickt mit Sorge auf die Zukunft: „Ich wünsche mir, dass es hier weitergeht, und bin unheimlich stolz, dass so viel auf die Beine gestellt wird. Es wäre unglaublich schade für die Region und für Schleswig-Holstein, wenn das verloren gehen würde.“
Musikalisch bot das Konzert einiges: Ein abwechslungsreiches Programm aus Kammermusik und Arien von Carl Maria von Weber verband klangvolle Klavierduette, ein Flötenterzett sowie Szenen aus Der Freischütz, Euryanthe und Preciosa. Geleitet wurde das Konzert von einem alten Bekannten, dem englischen Dirigenten Hilary Griffiths, der bereits mehrfach bei den Festspielen agierte. Gemeinsam mit Thomas Hannig vom Theater Dortmund sowie Eva Monar (Sopran), Sebastian Milano Lopez (Flöte), Miguel Millanao (Cello), Thomas Hannig (Klavier) und Hilary Griffiths (Klavier) wurde dabei die Bedeutung der Festspiele für die Stadt einmal mehr deutlich – sowohl als kulturelles Projekt, als auch als wirtschaftlicher Impulsgeber, der Gäste anzieht und neue Perspektiven eröffnet.
Dennoch bleibt abzuwarten, wie es mit den Festspielen weitergeht. Doch für die Wirtschaftsvereinigung und den Förderverein der Eutiner Festspiele, der mittlerweile knapp 300 Mitglieder zählt, steht fest: „Die Eutiner Festspiele sind weit mehr als eine Veranstaltungsreihe. Sie sind ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität unserer Stadt, ein Aushängeschild für die gesamte Region und ein wichtiger Impulsgeber für Tourismus, Gastronomie, Handel und gesellschaftliches Leben in Eutin“, betonen Hans-Wilhelm Hagen und Marcus Gutzeit.

Fissau pflanzt neu!
Eutin 08 punktet gegen den Favoriten aus Neumünster






Zurück
Nach oben












