Reporter Eutin

Sonntagsschreck in Fissau

Fissau (al/aj). Mit Bestürzung haben viele Bürgerinnen und Bürger am Sonntagmorgen feststellen müssen, dass der junge Tannenbaum auf der Kirchwiese über Nacht mutmaßlich gefällt worden ist. Der Baum, der erst vor kurzer Zeit die Nachfolge des großen, alten Tannenbaums angetreten ist, lag am Boden – sauber abgesägt, wie die glatte Schnittstelle und die Fallrichtung vermuten lassen. Gerade erst hatte der noch junge Baum seine „großen Stunden“ erlebt: In der Adventszeit wird er alljährlich festlich geschmückt und ist Mittelpunkt des traditionellen Tannenbaum-Anknipsens im Dezember. Für viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner – besonders für die Kinder – bringt er ein Leuchten in die Augen. In der dunklen Jahreszeit sorgt er für ein wenig Helligkeit, Gemeinschaft und weihnachtliche Vorfreude auf dem Kirchplatz.

Der kleine Tannenbaum war mit viel Engagement gehegt und gepflegt worden. Nachdem der alte, prägende Baum auf der Kirchwiese aus Altersgründen hatte entfernt werden müssen, sollte er in dessen Fußstapfen treten. Umso größer ist nun die Enttäuschung über die mutmaßliche Tat. Pastor Philipp Bonse findet deutlich Worte: „Unfassbar! Es ist einfach reine Zerstörungswut!“ Am Sonntagmorgen war es der Küster, der ihm vom gefällten Baum berichtete. „Das Entsetzen war groß, auch bei den Gottesdienstbesuchern“, berichtet der Fissauer Pastor, der natürlich genau um die Bedeutung des Bäumchens für die Dorfgemeinschaft weiß. Das Friedhofsteam wird sich um die Entsorgung kümmern. 

Für alle bleibt die Frage: Wer tut so etwas? Eine Anwohnerin berichtete, sie habe am späten Samstagabend zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr ein merkwürdiges Geräusch in der windigen Nacht gehört. Als sie aus dem Fenster schaute, habe sie einen jüngeren Mann auf der Kirchwiese gesehen. Dass der Baum zu diesem Zeitpunkt bereits am Boden lag, habe sie jedoch nicht erkennen können. Erst am nächsten Morgen wurde das ganze Ausmaß sichtbar. Der Vorfall ist zur Anzeige gebracht worden. Hinweise nimmt die Eutiner Polizeidienststelle unter Telefon 04521-8010 entgegen. Die Dorfgemeinschaft hofft nun auf Zeugen, die zur Aufklärung beitragen können.  Der Vorfall hat im Ort für Gesprächsstoff und Unverständnis gesorgt. Viele fragen sich, was jemanden dazu bewegen könnte, ein Symbol der Dorfgemeinschaft mutwillig zu zerstören. Nun steht Fissau vor einer praktischen wie auch emotionalen Herausforderung: Es muss kurzfristig ein Ersatz gefunden werden. Es braucht Unterstützung, damit auch in diesem Jahr wieder ein Weihnachtsbaum auf der Kirchwiese leuchten kann. Unter anderem der Dorfverein wird sich mit dem Thema befassen. Denn ohne Tannenbaum würde in diesem Jahr kein festliches Licht auf der Kirchwiese erstrahlen. Für viele Fissauer*innen wiegt der Verlust schwer – nicht nur mit Blick auf die Adventszeit.


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