Reporter Eutin

7500 Kilometer für den guten Zweck

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Bad Malente-Gremsmühlen (aj). Diese Tour der alten Autos hat mit einer gemütlichen Ausfahrt unter OldtimerfreundInnen bis auf das Baujahr der Fahrzeuge und den Spaß der Teilnehmenden nichts zu tun: 7500 Kilometer rund um die Ostsee, von Hamburg nach Hamburg, über Skandinavien, Russland, die baltischen Staaten und Polen in einem Oldtimer, der mindestens 20 Jahre alt sein muss – für Dr. Frank Linse klang das nach einem Abenteuer, das er erleben will. Seit 30 Jahren pflegt der Mediziner mit Praxis in Bad Malente-Gremsmühlen das Hobby Oldtimerei mit Ehefrau Iris Linse an seiner Seite. Bei der Lübecker Sieben-Türme-Rallye machte man die Bekanntschaft dreier gleichgesinnter Paare, die beiden von der Ostsee-Rallye Baltic Sea Circle erzählten und mindestens ebenso faszinierend wie die außergewöhnliche Strecke war für Frank Linse der Charity-Gedanke, der mit dieser besonderen Rallye verknüpft ist: Jedes Team wirbt um Spenden für einen selbst bestimmten guten Zweck. Eine Idee, die in Verbindung mit der Begeisterung ihres Mannes auch bei der zunächst skeptischen Iris Linse zündete. Mindestens 750 Euro, so die Rallyeregeln, sollen pro Team zusammenkommen. Was die Linses als Team „Haferkeks“ - benannt nach dem Lieblingsgebäck- sammeln, werden sie einer Witwe aus Bimöhlen zukommen lassen: Die junge Frau erwartet im Mai Zwillinge und muss nach dem Unfalltod ihres Mannes im Dezember mit ihren vier Söhnen nicht nur den schmerzhaften Verlust emotional tragen, sondern auch die wirtschaftliche Last schultern, die doppelt schwer wiegt, weil der Vater die Rolle des alleiniges Versorgers übernommen hatte. Ein Schicksal, das das Ehepaar tief berührt und von dem es über einen Aushang in der Praxis den PatientInnen erzählt hat.
Erst im Juni startet die Rallye im Hamburger Hafen und schon jetzt haben viele Menschen für die Familie gespendet: „Diese Anteilnahme bewegt uns sehr“, sagt Frank Linse, der seit 20 Jahren als Internist am Ort ansässig ist. Die Reisekosten tragen der 56jährige und seine Frau natürlich selbst.
Parallel zum Praxisalltag laufen für ihn und seine Frau die Vorbereitungen. Ein Auto, das wie verlangt nicht mehr als 2500 Euro kosten darf, ist nach einiger Suche gefunden: Der rote Opel Frontera – „einst in den 90er Jahren das meistverkaufte Geländefahrzeug Europas“, wie Dr. Linse anmerkt – ist ein 1996er Baujahr, 2,2 Liter Benziner mit 136 PS und einer Laufleistung von 197.000 km. 1400 Euro hat er gekostet und in die Aufbereitung sind zirka 50 Arbeitsstunden und 900 Euro an Material geflossen.
Während Autobahn und GPS tabu sind, kann die Art der Unterkunft jeweils freigewählt werden. Die Linses haben ihre Schlafstatt dabei: Auf das Autodach montiert ist ein neuerworbenes Zelt – Premiere für die ansonsten campingerfahrenen Rallye-Fahrer. Die Vorfreude steht den beiden ins Gesicht geschrieben, genau wie die Spannung. Am 15. Juni geht es los, am 30. Juni werden sie zurück sein. Der reporter wünscht eine gute Fahrt, allzeit ausreichend Benzin im Tank und viele schöne Erlebnisse und freut sich auf einen spannenden Reisebericht.
Wer für die Familie aus Bimöhlen spenden möchte, kann unter der Telefonnummer 04523/1030 Kontakt zu Dr. Linse aufnehmen.



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