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Bosari hat wieder geöffnet

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Bosari hat wieder geöffnet.

Bosari hat wieder geöffnet.

Bosau (ed). Es duftet nach Kaffee und frischem Baklava, die Regale sind bunt gefüllt mit Kleidung für die ganze Familie, die Kaffeetassen stehen bereit und Veronika Grunewald und Sigrun Höltig rücken die letzten Dinge an den richtigen Platz. Die Türen von „Bosari“, dem Treffpunkt/Laden/Café, einst gegründet vom Integrationsbeauftragten des Amtes Großer Plöner See als Projekt von Flüchtlingen für Flüchtlinge, stehen wieder weit offen.
 
Immer freitags ab 15 Uhr laden die beiden ehrenamtlichen Flüchtlingshelferinnen dazu ein, hereinzukommen, eine Tasse Kaffee zu trinken, zu schnacken und in der großen Auswahl an Kleidung und Haushaltsgegenständen, Spielzeug und mehr zu stöbern. All das gibt es zu sehr günstigen Preisen, denn alles wurde gespendet – das ist ein Grund, wieso „Bosari“ wieder geöffnet ist.
 
Zu verdanken ist das Veronika Grunewalds Engagement – „der erste Integrationsbeauftragte hatte den Laden mit den in Bosau lebenden Flüchtlingen hingebaut“, erzählt sie, „und der Laden lief richtig gut. Die meisten Geflüchteten sind dann aber weggezogen oder waren in Kursen, in der Schule oder zur Arbeit und Bosari schlief ein.“ Und weil die Dersauerin von dem fertig eingerichteten Laden und der Menge an gut erhaltenen Spenden wusste, äußerte sie dem neuen Integrationsbeauftragten gegenüber die Idee, Bosari wieder aufleben zu lassen.
 
„Wir haben diese ganze Dinge doch, da sollten sie auch verteilt werden an Menschen, die sie brauchen können“, so Veronika Grunewald, „meine Bedingung war allerdings, dass der Laden nicht nur für Flüchtlinge sein dürfte sondern für alle Menschen, die vielleicht nicht so viel im Geldbeutel haben und sich freuen, Gutes günstig kaufen zu können.“ Mit Ihrer Idee rannte sie offene Türen ein – und mit ihrer Freundin Sigrun Höltig, ebenfalls Flüchtlingshelferin der ersten Stunde, fand sie eine Unterstützerin. Zusammen räumten die beiden auf, putzten, sortierten und legten zusammen. Und am vergangenen Freitag konnten sie die Türen des alten Edeka-Marktes Achter de Mur in Bosau wieder öffnen – zu den ersten Besuchern gehörten zwei afghanische Familien, die in der Nachbarschaft leben: „Das ist schön geworden“, sagt ein junger Mann und strahlt, „schön, dass wieder offen ist.“
 
Auch der Bosauer Flüchtlingshelfer Roland Bickel schaut herein und freut sich, dass Bosari wieder da ist – „man muss auf jeden Fall versuchen, dass es wieder angenommen wird“, sagt er. Schön sei, dass Bosari jetzt auch für die „alten“ Bosauer und nicht nur für die „neuen“ da ist – und nicht nur für Bosauer sondern für alle Menschen der Gemeinden des Amtes Großer Plöner See. „Früher haben wir in Ascheberg den Feuerwehrbus mit Leuten vollgepackt und sind hergefahren“, erinnert sich Veronika Grunewald lachend, „es wäre schön, wenn es wieder so ein Treffpunkt würde, uns sind alle Familien herzlich willkommen.
 
Wir haben ausreichend schöne Baby- und Kinderkleidung, auch Bekleidung für Frauen und Männer, Schuhe und Accessoires wie Taschen, außerdem Haushaltsgegenstände, Heimtextilien, Spiele und gerade eine ganze Menge Seife.“ Erstmal soll Bosari jeden Freitag von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein, sagen die beiden Ehrenamtlerinnen, „wenn der Bedarf größer sein sollte, können die Öffnungszeiten erweitert werden.“ Sie haben eine Menge vor mit Bosari – so hoffen sie, in den kommenden Wochen viel zu verkaufen, „dann können wir vielleicht, auch wenn wir extrem niedrige Preise haben“, so Sigrun Höltig, „vom Erlös am Ende des Ramadans ein Grillfest mit allen veranstalten.
 
Sonst sparen wir einfach weiter.“ Bekleidung für die ganze Familie ist derzeit ausreichend vorhanden – wenn aber jemand Kinderwagen, Maxi-Cosi, Kindersitze für Auto oder Fahrrad übrig hat, ist er herzlich willkommen, auch gut erhaltene Schulranzen werden sehr gern genommen. Einfach mal freitags ab 15 Uhr vorbeischauen auf eine Tasse Kaffee und ein Stück Baklava. Denn Bosari ist viel mehr als ein Laden oder ein Café – „schön wäre es, wenn Bosari eine Begegnungsstätte für alle werden würde“, hofft Veronika Grunewald, „aber daran arbeiten wir gerade.“



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