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Einer wie keiner

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Feiern im Juni Goldene Hochzeit: Margret und Arend Knoop.

Feiern im Juni Goldene Hochzeit: Margret und Arend Knoop.

Eutin (aj). Wacher Blick, freundliches Lächeln und zu jedem Thema eine dezidiert vorgetragene Meinung: So wie Arend Knoop einem beim Interviewtermin im KulturCafé Klausberger gegenüber sitzt, mag man kaum glauben, dass er immer noch mit den Folgen eines Schlaganfalls kämpft, der ihn vor einem halben Jahr im Juli 2018 aus gewohnten Bahnen geworfen hat. Von einem Tag auf den anderen zu der Einsicht gezwungen, dass auch seine Kräfte endlich sind, nahm er das Geschehnis als Anlass für wesentliche Veränderungen im Geschäftlichen und in seinem Engagement als Förderer von Vereinen und Institutionen: „In diesem Jahr wird der Betrieb übergeben, meine Kinder Birte Ganzer und Jan Knoop sind dann die beiden Gesellschafter und mein Sohn wird zusammen mit meinem Schwiegersohn Andreas Ganzer Geschäftsführer“, erklärt der Inhaber des „Autohaus Am Bungsberg“. Die Familie ist sein großer Rückhalt, das weiß er nicht erst seit der schweren Zeit, die hinter ihm liegt. Und bei allem, was er in den letzten 45 Jahren aufgebaut hat, hatten Ehefrau Margret und Kinder und Enkelkinder immer die Nummer Eins sicher. Menschen, für die er künftig mehr Zeit haben wird. Denn Arend Knoop zieht sich nicht nur aus seinem „Autohaus Am Bungsberg“ zurück, er hat auch seine Funktion als Technischer Leiter der Eutiner Festspiele niedergelegt und seine Festspiel-Gesellschafteranteile an die GmbH abgegeben. Seit 2010 dabei, sprang er ohne zu zögern in die Bresche, als es eng wurde für die Sommeroper und es ist unter anderem sein Verdienst, dass nach wie vor die Musik auf der Festspielbühne spielt. Nicht zu vergessen sein Wirken in der Wirtschaftsvereinigung Eutin, wo man sich immer auf ihn und seine Tatkraft verlassen konnte.
Ein Macher war er schon in jungen Jahren, kein Theoretiker, sondern einer, der zupackt. Am 25. Februar 1947 ist er in Grube geboren. Der Vater war Landarbeiter, bei sechs Kindern war das Geld immer knapp. Arend ist zehn Jahre alt, als er mitarbeiten muss. Nach der Volksschule will er eigentlich Tischler werden: „Aber ich war nicht groß genug, da habe ich eine Lehre zum KfZ-Schlosser bei der Borgward-Vertretung in Eutin begonnen“, erzählt er. Der Schritt in die erfolgreiche berufliche Selbstständigkeit erfolgt 1973 mit einem Gebrauchtwagenhandel in Schönwalde: „Ich habe im Kuhstall angefangen“, berichtet der Unternehmer. Heute ist sein Betrieb Vertragshändler von Seat, Hyundai und Suzuki mit fünf Standorten und beschäftigt 120 MitarbeiterInnen. Den Meister hat er 1982 gemacht und vielen Auszubildenden eine Chance gegeben, die zuvor überall abgeblitzt waren. Die Jugend liegt ihm am Herzen: „Ich bin nie nach dem Zeugnis gegangen, sondern habe mir die Jugendlichen beim Praktikum angesehen.“ Immer an seiner Seite ist Ehefrau Margret. Kennengelernt hat er sie 1968 beim Tanzen und bis heute wohnen sie in Schönwalde, in dem Haus, in dem sie großgeworden ist. Die enge Bindung an die Region ist der Grund für die Großzügigkeit, mit der er Vereine unterstützt und die Jugend fördert: „Auch das hat 1973 angefangen, mit den Malenter Handball-Damen und es gibt mittlerweile in Ostholstein wohl kaum einen Verein, den ich nicht irgendwie unterstützt habe“, resümiert er. Der größte Coup gelang ihm mit der ersten Fußballmannschaft von Eutin 08. Knoop war der Motor hinter dem Durchmarsch des Teams von der Kreis- bis in die Regionalliga. Jetzt wird man die vielen Aufgaben, die er gestemmt hat, auf andere Schultern verteilen müssen: „Ich habe nie ‚Nein’ gesagt, wenn es hieß: ‚Mach mal!’“, sagt der Mann, der nicht nur Geld, sondern auch seine volle Energie für seine Projekte gibt. Bei seinen Entscheidungen hat er stets auf sein Gefühl vertraut: „Ich habe immer gemacht, was Arend Knoop aus dem Bauch heraus wollte“, meint er rückblickend. Nun werden viele ohne ihn auskommen müssen. Er wird Zeit haben: Für die beiden Enkelkinder natürlich, für Reisen und Basteleien, für seinen Garten. Natürlich wird er sich die Heimspiele von Eutin 08 ansehen und ein Auge darauf haben, ob sich dort auch einmal die lokale Politik oder der Bürgermeister blicken lassen. Und die Freilichtbühne im Schlossgarten kann auf seine Besuche zählen. Aber es wird anders sein als zuvor, denn er kommt als Gast. Sein Abschied ist ohne viel Aufhebens über die Bühne gegangen, vielleicht ein bisschen zu still angesichts seiner Verdienste. Wer ihn vermisst, wird ihn da finden, wo er zu Hause ist. In Schönwalde, wo vieles begonnen hat – und wo es seit Anfang des Jahres einen neuen Gebrauchtwagenhandel gibt - für Autos im Preissegment zwischen 1000 und 7000 Euro. Auch so eine Bauchentscheidung: „Da besteht ein Bedarf“, erklärt Arend Knoop – und seine Augen leuchten.



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