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„Komm schnell die Hühner, Mama!”

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Eutin (ed). “Komm schnell die Hühner, Mama!” ruft Hannah und zieht ihre Mama über die Wiese hin zum mobilen Hühnerstall auf dem Frohberg-Hof. Total selbstverständlich lässt sich die Lütte über den Zaun heben und füttert Körner an die vielen braunen Hühner, die sich um sie scharen – na klar, denn Hannah und ihre Krippenfreunde und -freundinnen kennen die Hühner schließlich persönlich, “die tun nix, die wollen nur Futter”, stellen sie klar. Die Eltern staunen, wie cool ihre Kinder sich zwischen den Hühnern bewegen, sie streicheln und füttern – später sind es die Kühe mit Köpfen so groß wie Josefine, das jüngste der Krippen-Kinder im Haus der kleinen Wichtel, der Krippe der Familienbildungsstätte. Die Kinder zwischen einem und drei Jahren kennen sich aus auf dem Bauernhof der Familie Frohberg, kennen Meerschweine und Esel beim Namen, wissen genau, woher die Eier kommen und dass man Pferde putzen und die Koppel auch mal abäppeln muss. Jeden Freitag haben die kleinen Wichtel ihren Bauernhof-Tag. Dann wandern sie aus dem Dunckernbek in den Dosenredder, gehen in ihr Grünes Zimmer auf der großen Wiese unterm Apfelbaum und frühstücken erstmal. Denn für einen Tag auf dem Bauernhof braucht man schließlich Kraft – wieso, das haben sie am vergangenen Donnerstag auch mal ihren Eltern gezeigt, denn das Haus der kleinen Wichtel hatte alle Eltern zum allerersten Bauernhof-Mitmach-Nachmittag eingeladen. “Und alle sind gekommen”, freut sich Kathrin Sprenger, die Leiterin der Krippe und des Bauernhof-Kindergartens auf dem Frohberghof, deren Träger die Familienbildungsstätte ist. “Heute zeigen die Kinder den Großen mal, wie das alles geht hier auf dem Bauernhof. Denn erzählen kann man ja viel, es selbst zu erleben, das ist etwas ganz anderes.” Also gehen die Mamas mutig mit ihren Kindern auf die Hühner-Wiese, sammeln mit ihnen hühnerpopowarme Eier und lernen, dass man auf den Legekasten klopfen muss, um sich bei eventuell beschäftigten Hühnern anzumelden. Die Eltern staunen – und die Erzieherinnen und Bauernhof-Pädagogin Nicole Frohberg freuen sich. Über “ihre” Lütten und was sie alles schon wissen und können.
Während die ganz Kleinen wie Laura mit gerademal einem Jahr mittendrin sitzen und sich über die Tiere freuen, beobachten und aufnehmen, dabei ein ganz entspanntes Verhältnis und tiefes Vertrauen zu ihnen entwickeln, sind die Großen schon echte Profis. Denn sie sind ja schon seit ein, zwei Jahren mit Nicole Frohberg auf dem Hof unterwegs. Nach dem Morgenkreis, in dem Old MacDonald kurzerhand durch “Nicole hat einen Bauernhof” ersetzt wird, gehts zu den Meerschweinen, die dürfen im Sommer nämlich auf die Wiese, und dahin müssen sie getragen werden. Anschließen brauchen die Kühe ihr Heu – kaum betreten die Kinder den Stall, wissen die Tiere Bescheid und fordern mit lautstarkem Muhen Heu ein. Dann wird saubergefegt und weiter gehts zu den Eseln. Die nämlich, das weiß Philipp sehr genau, müssen geschrubbt werden, und die Koppel wird abgeäppelt, damit die Esel es gut haben. Und dafür sorgen die Kinder: “Das ist für die Lütten was ganz Besonderes, dass sie die Versorgerrolle einnehmen, während sie sonst selbst versorgt werden”, weiß Kathrin Sprenger, “sie übernehmen die Verantwortung für die Tiere, das ist toll für die Kinder zu wissen: Ich bin klein, aber ich kann was und ich habe eine Aufgabe.”
Inanas Mama strahlt stolz: “Ich habe solche Angst vor Tieren”, verrät sie, “und meine Tochter hat gar keine, das ist so schön, sie mit den Tieren zu sehen.” Die zweijährige Inana streichelt plüschige Kuh-Köpfe, schiebt ihnen furchtlos Heu vors Maul – dass sie vorsichtig sein müssen, das wissen die Kinder ganz genau, denn so eine Kuh hat Kraft und auch ein Esel kann mal schubsen oder sich erschrecken. Aber genauso gut wissen sie, dass sie keine Angst zu haben brauchen, wenn sie die Regeln befolgen und vorsichtig bei den Tieren sind – so entwickeln die Kinder ein sehr entspanntes Verhältnis zu den Tieren und zur Natur.
Während einige Eltern einen Sicherheitsabstand zu den Tieren wahren, sind die anderen begeistert und mit ihren Kindern mittendrin, füttern, streicheln, putzen und haben zusammen mit ihren Kindern einen Riesenspaß. Die Eltern strahlen – jetzt wird ihnen erst so richtig klar, wieso ihre Lütten immer freitags besonders glücklich nach Hause kommen.



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