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„Weil Sankt Martin auch geteilt hat“

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Sie machen es einfach wie Sankt Martin, die Kinder des Spatzennestes, und teilen mit Familien, die nicht so viel haben

Sie machen es einfach wie Sankt Martin, die Kinder des Spatzennestes, und teilen mit Familien, die nicht so viel haben

Eutin (ed). Die Geschichte, wie Sankt Martin seinen Mantel mit dem armen Bettler geteilt hat, beeindruckt Kinder (und auch Erwachsene) seit vielen Jahrhunderten – in der katholischen KiTa Spatzennest prägt die Geschichte die Zeit vor dem 11. November. Jahr für Jahr überlegen Kinder und ErzieherInnen sich ein Projekt zum Thema Teilen. „Weil Sankt Martin auch geteilt hat“, erklärt Ida-Lotta. „Seinen Mantel“, ergänzt Guste. Und weil das nicht nur dem Bettler ein gutes Gefühl gemacht hat sondern auch Sankt Martin, finden sie, dass Teilen eine echt gute Sache ist. Vor allem, wenn man damit den Leuten hilft, die nicht genug haben. Und um solche Menschen zu finden, muss man gar nicht weit weggehen. „Wir haben festgestellt, dass es heute immer höher, weiter und ausgefallener sein muss“, sagt Tina Kramp, „und da dachten wir, wir kehren mal zu unseren Wurzeln zurück und sorgen für die Menschen in unseren eigenen Reihen.“ Gemeinsam mit den Kindern wurde die Idee entwickelt, für die Familien in und um Eutin zu sammeln, denen es an Geld mangelt, um ihren Kindern Winterkleidung und -stiefel, einen dicken Schneeanzug oder sogar Medizin zu kaufen. „Wir arbeiten eng mit dem Sozialdienst katholischer Frauen zusammen und wissen, dass es viele Familien mit sehr wenig Geld gibt. Und diesen Familien wollen wir ein kleines Licht in den Advent bringen“, so Tina Kramp – mit ihrer Idee, für diese Familien all das zu spenden, was sie sich vielleicht selbst nicht kaufen können, gingen die Lütten nach Hause und fragten ihre Eltern, ob sie mitmachen dürften. „Und die Spendenbereitschaft war riesig“, freut sich KiTa-Leiterin Daniela Bock. „Unsere Eltern haben kartonweise tolle Wintersachen, ganz viele Schuhe und Stiefel, Schals und Mützen, aber auch Bettwäsche und Spielsachen gespendet.“ Beim gemeinsamen Laternebasteln haben die Kinder Waffeln gebacken und verkauft – und nach dem Laternelaufen dann gabs Würtchen und Punsch. Der Erlös aus alledem sind stolze 230,54 Euro – die soll auch der Sozialdienst katholischer Frauen bekommen für seine vielen Projekte für Frauen und Familien. Und natürlich wollen die Kinder das am liebsten alles selbst übergeben – also laden sie Roswitha Fleischer und Angela Hohenberger aus dem Vorstand des SkF in ihr Spatzennest ein und zeigen stolz, was alles zusammen gekommen ist. „Die Kinder sind super aufgeregt und sehr stolz“, strahlt Tina Kramp, und das können sie auch sein – das finden auch die Damen vom SkF. „Das ist beeindruckend und sehr berührend“, strahlt Angela Hohenberger, „da müssen wir ja dreimal fahren, um alles abzutransportieren.“ „Wir hoffen, dass sich sehr viele Familien darüber freuen“, so Tina Kramp. Da sind sich die beiden Damen vom SkF ganz sicher – die Eltern werden sich riesig über die gut erhaltenen Wintersachen und die Kinder über die Spielsachen freuen, und da haben die Lütten des Spatzennestes ja ihr Ziel erreicht. „Wenn man was teilt, freuen sich beide“, sagen Guste und Ida-Lotta. Wie bei Sankt Martin und dem Bettler. Die Kleidung und die Spielsachen nehmen Roswitha Fleischer und Angela Hohenberger mit in die Stramplerkiste, die Second Hand-Baby-Börse des SkF – hier können sie für einen sehr kleinen Obolus abgegeben und so Familien auch mit vielen Kindern gut für den Winter mit warmer Kleidung versorgt werden. Die Stramplerkiste in der Plöner Straße 36 hat immer mittwochs von 9 bis 12 und von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.



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