Reporter Eutin

Wohlfühloase für den Fischotter

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Groß Meinsdorf (ed). Die kleine Senke, durch die zwischen Groß Meinsdorf und Gothendorf die Schwartau hindurchfließt, wird so langsam zu einem echten Wohlfühlparadies für Fischotter. Nachdem erst kürzlich eine sogenannte Otterberme durch den Tunnel unter der Straße gebaut wurde, haben die Kinder des ASB Kindergartens Spielstube Kunterbunt nun dafür gesorgt, dass der Fischotter auf seiner Wanderung hier nicht nur sicher „über“ die Straße kommt sondern auch Schutz beim Wandern an Land findet.
Der vom Aussterben bedrohte Fischotter konnte in den vergangenen Jahren dank zahlreicher Schutzmaßnahmen auch bei uns wieder heimisch werden – und die Schwartau liegt genau auf seiner Wanderachse. Daher hat der Verein Wasser Otter Mensch eV vor ein paar Wochen erst eine Otterberme, einen Steg durch den Tunnel gelegt, in dem die Schwartau die Eutiner Straße unterquert. „Fischotter schwimmen nicht gern unter vielbefahrenen Straßen hindurch“, erklärt Carsten Burggraf von der Integrierten Station Holsteinische Schweiz, „man vermutet, dass sie die Vibrationen nicht mögen, also wählen sie lieber den Weg über die Straße.“ Das ist aber viel zu gefährlich für die seltenen kleinen Kerle – und da man an anderen Stellen mit den Stegen für die Fischotter bereits gute Erfahrungen gemacht hat, kann der Fischotter nun auch die Eutiner Straße zwischen Groß Meinsdorf und Gothendorf gefahrlos und gemütlich unterqueren. „Aber der muss sich ja auch mal ausruhen“, erklärt Ida aus der Spielstube Kunterbunt, „und deshalb haben wir hier Bäume gepflanzt.“ Denn in der Senke an der Schwartau mussten eine ganze Menge Eschen gefällt werden, da sie dem Eschentriebsterben zum Opfer gefallen waren. „Und bevor hier Brennesseln und Brombeeren alles überwuchern und das Feuchtgebiet trocken wird, weil es keinen Schatten mehr gibt, mussten wir schnell etwas tun“, erklärt Jens Rethwisch von der Integrierten Station Holsteinische Schweiz. „Denn wir wollen das Feuchtbiotop erhalten und dem Fischotter Schutz auf seiner Wanderung bieten.“
Der Kreis Ostholstein hat der Integrierten Station Holsteinischen Schweiz die Fläche zum Fischotterschutz zur Verfügung gestellt – und weil die Kreisjägerschaft Plön von ihrer jährlichen Pflanzenbörse noch eine Menge Erlen und Hartriegel übrig hatte, hat deren Vorsitzender Claus-Henrick Estorff die Bäume und Gehölze gespendet. „Aber wir können ja keine 50 Erlen und 30 Hartriegel alleine pflanzen“, schmunzelt Carsten Burggraf, „also habe ich mal in der Spielstube Kunterbunt angefragt, ob die Kinder uns wohl helfen würden. Und da waren die Türen ganz weit offen.“ Wie es der Zufall nämlich so wollte, lesen die Kinder gerade die Geschichte von „Felix, dem Fischotter“, die vom Verein Wasser Otter Mensch vor einigen Jahren herausgegeben wurde. Und Felix schwimmt natürlich auf seinem Weg auch durch die Schwartau bei Groß Meinsdorf – „das ist natürlich besonders schön, wenn die Kinder nicht nur beim Pflanzen helfen“, so Carsten Burggraf, „sondern wenn der Schutz von Fauna und Flora auch ins pädagogische Konzept miteinfließt.“ In der Spielstube Kunterbunt gehört das einfach dazu – die KiTa ist zertifizierter Kneipp-Kindergarten und die Natur eine der Kneippschen Säulen. Da ist es ja ganz klar, dass die Natur, die Tiere und die Pflanzen auch geschützt werden müssen, sagt Erzieherin Wiebke Christophersen, „da haben wir sofort gesagt, dass wir natürlich mithelfen, Bäume zu pflanzen.“ Mit dem Bollerwagen sind die Kinder also das kurze Stück von ihrem Kindergarten an die Schwartau gekommen und pflanzen an nur zwei Vormittagen super fleißig und sorgfältig die ganzen Bäume und Sträucher ein. „Zuerst muss man ein Loch buddeln“, erklärt Mia Marie, „und dann den Baum rein und zubuddeln.“ Zu zweit klappt das prima – und die Erzieherinnen, Jens Rethwisch, Carsten Burggraf und Elke Bögelsack von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises helfen gern. Einen Folgeauftrag nehmen die Kinder natürlich auch mit, denn um ihre kleinen Bäume muss sich ja jemand kümmern. Und weil der Weg vom Kindergarten hierher nicht weit ist, versprechen sie, immer mal vorbeizuschauen und zu gucken, ob alles in Ordnung ist. „Und wenn es wieder so trocken wird wie letztes Jahr“, sagt Wiebke Christophersen, „dann gießen wir auch mal.“
Zu guter Letzt baut Jens Rethwisch für den Fischotter noch einen gemütlichen Unterschlupf, falls er vom Wandern doch mal zu erschöpft ist – mit einem Bett aus Schilf, einem Dach, auf das Wildblumen gesät werden und der kaum zu sehen ist. „Da kann er schlafen“, nickt Max zufrieden, „das ist gemütlich.“ Noch gibt es keine Hinweise auf einen durchwandernden Fischotter, aber wenn sich das rumspricht, dass da eine echte Wohlfühloase zum Rasten entsteht, dann wird er nicht mehr lang auf sich warten lassen.



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