Alexander Baltz

Manfred Wohnrade ist neuer Betriebsleiter vom Tourismus-Service Grömitz

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Bereits beim Spatenstich für den Dünenpark Mitte Juli war Manfred Wohnrade vor Ort - das Projekt ist ihm wichtig.

Bereits beim Spatenstich für den Dünenpark Mitte Juli war Manfred Wohnrade vor Ort - das Projekt ist ihm wichtig.

„Modern und zielgerichtet weiterentwickeln“
 
 
Grömitz. Seit genau einer Woche ist Manfred Wohnrade neuer Tourismuschef in Grömitz. Der ehemalige Geschäftsführer der Heiligenhafener Verkehrsbetriebe und Touristikleiter war seit 2002 für die touristische Weiterentwicklung der Hafenstadt zuständig und hat dort in 20 Jahren viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht (der reporter berichtete).
 
 
Manfred Wohnrade ist „einer von hier“. Der 56-Jährige ist in Heiligenhafen geboren, kennt somit die gesamte Region und ihre Menschen. Er weiß also nicht nur um die Wünsche und Ansprüche der Gäste, sondern kennt auch die Bedürfnisse der Einwohner*innen, auf die man zunehmend Rücksicht nehmen müsse. Statt Quantität setzt Manfred Wohnrade auf Qualität. „Gerade wenn es um Mobilität, Schaffung von Wohnraum und Zufriedenheit von Gästen und Einwohnern geht, kann es nur im Einklang mit Politik und Bürgern gehen“, so der neue Touristikleiter. Dazu gehört für Wohnrade ein intensiver Austausch mit den Leistungsträger*innen im Ort, dem Dehoga und dem Gewerbeverein. „Wir können uns als Tourismus-Service keine bunte Welt ausmalen, die am Ende an den Realitäten, wie zum Beispiel dem Fachkräftemangel, scheitert. Ein weiterer Schwerpunkt wird sein, dass weniger Verkehr durch den Ort fließt. Wir wollen Blechlawinen so gut es geht von uns fernhalten. Das geht nur mit einer engen Zusammenarbeit des gesamten Ostseeferienlandes, um Mobilitätsangebote schaffen zu können. Das ist ein ganz wichtiges Anliegen, welches allen unter den Nägeln brennt“, bekräftigt Manfred Wohnrade im Gespräch mit dem reporter.
 
 
Aber wo liegt das Mittelmaß zwischen der Feststellung, dass man dringend Gäste braucht, damit die Betriebe überleben können und der Grenze, ab der es für die Einwohner zu voll wird, Stichwort „Overtourism“? „Das große Problem bei der Tourismusakzeptanz ist, dass es keine gültigen Parameter dafür gibt. Jeder hat eine andere, individuelle Wahrnehmung. Die Touristiker sind froh, wenn der Ort voll ist, andere sagen, ich lebe hier und für mich ist die Grenze schon erreicht. Hier ist eine exakte Analyse nur durch Bürgerbegehren möglich. Fest steht aber bereits jetzt: Parkplatzmangel, zu viel Verkehr, Mangel an Wohnraum und Obergrenze, was Gäste angeht, sind und bleiben die Empfindungen der meisten Einwohner.“ Eine Entspannung der Gästesituation erwartet Wohnrade genau dann, wenn ungehindertes Reisen ins Ausland wieder möglich ist - dann werde man auch wieder Gäste an Mallorca, die Kanaren oder Griechenland verlieren.
 
 
Manfred Wohnrade möchte das nicht nur aus Erzählungen erfahren, sondern nun auch seinen Lebensmittelpunkt nach Grömitz verlegen, um immer vor Ort zu sein und die Sorgen und Nöte von Einwohner*innen und Gästen hautnah mitzuerleben. Auch wenn Großprojekte wie der Dünenpark oder der Hotelneubau am Yachthafen anstehen - Grömitz soll auf alle Fälle ein Familienbad bleiben, erklärt Manfred Wohnrade. Deshalb sei es weiterhin wichtig, bei Schlechtwettersituationen Angebote als Alternativen zum Strand präsentieren zu können. Für den Dünenpark möchte der neue Betriebsleiter gewerbetreibende Partner*innen finden. Noch wisse man nicht genau, welche konkreten Angebote dort entstehen werden, was das Multifunktionsgebäude oder die einzelnen Shops betrifft.
 
 
Manfred Wohnrade verspricht: „Ich bin offen und ehrlich und gehe auf die Menschen zu. Genau das erwarte ich aber auch von anderen. Ich möchte ein Kümmerer sein, der sich um die Belange seiner Mitarbeiter und der Leistungsträger kümmert und der seine Aufgaben lösungsorientiert erledigt.“ (ab)


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