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Simon Krüger

Ausflugstipp: Die schönsten Ecken der Holsteinischen Schweiz

In den letzten Monaten haben wir so viele Stunden zu Hause verbracht, dass der Wunsch nach langen Spaziergängen und einfach draußen sein, groß geworden ist. Die Sehnsucht nach Natur ist gewachsen. In den eigenen vier Wänden Beschäftigung zu suchen war lange Zeit die Alternative. Die Zeit daheim hat den Online-Markt boomen lassen. Neben Netflix und Amazon Prime greifen wir zu digitalen Büchern auf dem Kindel, Online Casino Apps und anderen digitalen Medien. So viele Vorzüge der Zeitvertreib online auch mit sich bringt : Ein Ausgleich zu den Stunden vor dem Bildschirm ist notwendig. Das sollte Anlass genug sein, die ersten wärmenden Sonnenstrahlen für das Erkunden der unserer Meinung nach schönsten Ecken in der Holsteinischen Schweiz zu nutzen.
 
Eutin ist das "Weimar des Nordens"
Der heutige Verwaltungssitz von Ostholstein hat in der Zeit von Sturm und Drang eine kulturelle Blüte erfahren. Künstler und Intellektuelle kamen zusammen und bildeten den "Eutiner Kreis". Unter den Denkern waren beispielsweise der Dichter Friedrich Leopold Graf zu Stolberg, der auch mit Goethe befreundet war, und Johann Heinrich Voß, dem wir unter anderem die Übersetzung von Homers Epen (Ilias, Odyssee) zu verdanken haben. Aber auch der Dramatiker Heinrich Wilhelm von Gerstenberg, der wesentlich den "Genie"-Begriff im Sturm und Drang prägte, gehörte zum Kreis. Genau wie der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi. Dessen Schreiben "Jacobi an Fichte" trug entscheidend zum sogenannten "Atheismusstreit" bei. Letzterer prägte ganz wesentlich die deutsche Philosophie am Ende des 18. Jahrhunderts. Eutin war in aller Munde, sodass auch Persönlichkeiten wie Wilhelm von Humboldt in die Stadt kamen, um den intellektuellen Austausch zu suchen. Der Komponist Carl Maria von Weber wurde gar in Eutin geboren und Goethe-Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein verbrachte seine letzten 20 Lebensjahre in Eutin.
 
Diese Anziehungskraft hat sich Eutin bis heute bewahrt, denn die zahlreichen Seen, die sanfte Hügel und die wonnige Landschaft laden zum genüsslichen Seele-baumeln-lassen ein. Die schönsten Ausflugsziele in Eutin:

  • die Altstadt und der nahegelegene Schlossgarten mit der prächtigen Lindenallee
  • des herzogliche Schloss am See
  • die Stadtbucht

Eutin verbindet Natur und Kultur und das nicht erst seit der Landesgartenschau 2016, die hier mit dem Motto "Eins werden mit der Natur" stattfand und zur umfassenden Sanierung der Altstadt sowie zur Entwicklung von Seepark, Bucht und Schlossgarten beitrug.
 
Plön: Die alte Residenzstadt mit einem ewig traumhaften Schloss
Man sagt, das Plöner Schloss und sein Schlossgebiet gehören zu den schönsten Schlossanlagen Schleswig-Holsteins. Majestätisch blickt man vom Schloss aus über den Großen Plöner See - inmitten der weiten Seenlandschaft. Der Ausblick macht deutlich, warum Herzöge, Fürsten und Könige hier gerne ihren Sitz hatten. Das Schloss ist DAS Wahrzeichen von Plön. Nach diesem fürstlichen Erlebnis und dem Bummeln durch die Altstadt, mit ihren Kirchen, inhabergeführten Geschäften und hübschen Cafés, rufen die romantischen Feldwege zum Ritt auf dem Rad.
 
Mit dem Rad über die Berge, vorbei an Burgen und an mehr als 150 Seen
Hoch ist er nicht der Bungsberg, aber mit 168 Metern immerhin der höchste Berg in Schleswig-Holstein. Der Weg dorthin beginnt am Eutiner Schloss und führt anschließend durch eine vielfältige Landschaft aus Feldern, Wäldern und Seen. Auf dem Berg überblickt man die Ostsee und natürlich den gesamten Naturpark Holsteinische Schweiz. Den Weg zurück in die Eutiner Altstadt versüßt die Fahrt bergab.
 
Etwa doppelt so lang ist die Burgen-Radtour rund um Lütjenburg. Ab April bis September bietet sich hier der meiste Spaß, wobei die Alte Burg bei Störs, die Gutsgemeinschaft Panker, der Aussichtsturm Hessenstein, der Turmhügelburg Lütjenburg und die Vogelbeobachtungsstation am Sehlendorfer Binnensee besonders sehenswert sind. Der Tagesausflug ist für Naturliebhaber, Aktivurlauber und Burgfreunde ein reizvolles Erlebnis, denn im Umkreis von Lütjenburg gibt es immerhin elf Burgen bzw. Burgreste.
 
Wenn man nur Seen bestaunen will und weniger Zeit auf dem Rad verbringen möchte, bietet sich eine Tour um den Großen Plöner See an, der mit 28 km² der größte See im Land und bundesweit der zehntgrößte See ist. Als Startpunkt drängt sich natürlich Plön auf. Wer schon dort war, kann direkt aufs Fahrrad steigen und sich in den langen Uferwegen, den hübschen Dörfern und den weiten Feldern und Wiesen verirren.
 
Empfehlenswerte Stopps rund um den Großen Plöner See:

  • im Osten: die Petrikirche zu Bosau, eine ehemalige Bischofskirche und landläufig auch als "kleinster Dom der Welt" bekannt
  • im Westen: Dersau - einfach faulenzen und neugierig den Schiffen bei ihren Manövern zuschauen
  • im Süden: der Nehmtener Forst - ein herrliches Waldgebiet, das für lange Spaziergänge, Pilze sammeln und Geocaching geeignet ist; die Strecke direkt am See ist mit dem Fahrrad aber am schönsten

Wenn die Temperaturen es erlauben, laden die Wasserstrecke zwischen der Halbinsel Störland und der Prinzeninsel auch zum gemütlichen Wassersport ein.
 
Dabei ist zu beachten, dass gemäß NABU Schleswig-Holstein die Wasserflächen dieses Naturschutzgebiets nicht befahren, und die Inseln nicht betreten werden dürfen. Wassersportlern ist die Durchfahrt in einem nur engen Korridor gestattet. Das Naturschutzgebiet dient Wasser- und Röhrichtvögeln als Durchzugs-, Brut- und Rastmöglichkeit. Aber zumindest darf die Insel "Langes Warder" mit vorheriger Erlaubnis des Plöner Segelvereins besucht werden.
 
Wasserfreund, was willst du mehr?
Über 150 bildhübsche Seen laden zum Baden, Paddeln, Segeln, und gemütlichen Treibenlassen ein. Die Auswahl an Wasser-Aktivitäten ist groß:

  • Kanutouren
  • Segeln und Surfen
  • Ruderboote und Tretboote
  • Standup-Paddling und Wasserski
  • Tauchen

Plön ist umgeben von Wasser. Deshalb ist eine Stadtführung rund um die Residenzstadt mit dem Kanu ein Muss. Mindestens fünf Seen können in nur zwei Stunden durchquert werden und dabei kann man ganz entspannt die Flora und Fauna genießen.
 
Zum gemütlichen Segeln lädt der Dieksee in Malente ein, denn Malente ist nicht nur ein anerkannter Kur- und Erholungsort, sondern auch vom beliebten und deshalb verkehrsreichen Großen Plöner See entfernt. Einen tollen Überblick über den Dieksee erhält aber nur, wer sein Segelboot verässt und den 90 Meter hohen Holzbergturm zu Fuß besucht. Ganz ohne Vehikel können Besucher auch die offiziellen Badestellen an den Seen der Region nutzen. Dazu zählt das Strandbad Malente, die Badestelle am Kellersee in Malente sowie die zahlreichen Badestellen in und um Plön.
 
Tierfreunde füttern keine (Wild-)Enten
In der Holsteinischen Schweiz gibt es einige Naturschutzgebiete: darunter den Suhrer See und Umgebung, Mittlerer Stocksee und Umgebung, die erwähnten Inseln auf dem Großen Plöner See und die Halbinsel Störland sowie die Halbinseln und Buchten im Lanker See.
 
Die Naturschutzgebiete sind kein Zoo. Auch wenn das Entenfüttern den Kindern und Erwachsenen Spaß macht, ist laut NABU das getrocknete Brot für Wasservögel eine Tierquälerei. Enten sind Wildtiere und brauchen keine menschliche Hilfe, um in Seen, Teichen und Tümpeln genug Fressen zu finden. Brot kann zu Verformungen in Form von "Kippflügeln" führen. Zudem können die Ausscheidungen der Enten zu Verunreinigungen im Gewässer führen. Das Ergebnis: Der See "kippt um" und der natürliche Lebensraum der Tiere wird gefährdet.


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