Reporter Eutin

Von Enten und Menschen

Eutin (wh). Von den Sonnenstrahlen tauten am Wochenende nicht nur die Eisschollen auf den Seen der Holsteinischen Schweiz auf, auch die zuletzt wohl eingefrorene Laune der von Corona geplagten Menschen schien vor Freude über das herrliche Wochenendwetter ein bisschen dahinzuschmelzen. Und zuhauf trieb es sie hinaus, wie zum Beispiel in den Schlossgarten und an den Eutiner See. “Mit Abstand” zahlenmäßig mehr als zu normalen Zeiten.
Schön zu sehen, wie sich vor allem die Kinder am Anblick der Wasservögel, vor allem der Enten, freuen. Die Tiere scharen sich um offene Wasserstellen und bieten Augen und Kameralinsen beschauliche Bilder. Leider sehen wir an einigen Stellen Brotscheiben auf dem Randeis und den Holzplanken liegen oder auf dem Wasser dümpeln. Zwar kaum beachtet von den Enten, woraus man schließen könnte, dass sie entweder schon davon gefressen haben, dass sie satt sind oder es sich mittlerweile in Enten- und Bläßhuhnkreisen herumgesprochen hat, dass sie weder sich noch der Umwelt einen Gefallen tun, wenn sie das Angebot annehmen.
Klar, den Kindern (und manchen Erwachsenen) macht Entenfüttern einen Riesenspaß. Hier kann man doch seine Tierliebe zeigen, oder? Irrtum! Denn falsch verstandene Tierliebe wird schnell zur Tierquälerei. NABU und andere Tierschutzverbände appellieren an die Vernunft der Tierfreunde: „Getrocknetes Brot, gedankenlos verfüttert, schadet den Tieren. Das Entenfüttern muss ein Ende haben!“
Wasservögel wie Enten sind Wildtiere. Sie kommen alleine und ohne menschliche Hilfe zurecht. In Seen, Teichen und Tümpeln finden sie genug Fressen. Der Kreislauf der Natur versorgt die Tiere mit ausreichend Nährstoffen, eine Zufütterung ist nicht nötig. Der NABU Leipzig vergleicht Entenfüttern auf seiner Homepage mit dem Stopfen von Gänsen. Die Tiere litten darunter, verstünden aber nicht, warum. Zusätzlich könne das Brot zu Verformungen, sogenannten „Kippflügeln“, und schweren Schäden am Gefieder von Wasservögeln führen.
Dazu komme, dass die Ausscheidungen der Enten dazu führen, dass Gewässer unverhältnismäßig verunreinigt würden, was die natürlichen Lebensräume der Tiere gefährdet. Taucher nennen dies „Grünen Schnee“, der sich in einem Winterhalbjahr auf bis zu drei Zentimeter über Teiche und Seen legen kann. Ist eine Wasserstelle erst einmal „umgekippt“, vermehren sich Blaualgen und Purpurbakterien, was für die Wasserqualität extrem schädliche Auswirkungen haben kann. Dazu kommt ein heftiger Gestank, der Mensch wie Tier die Freude am Wasser verdirbt.
Nun, wir haben bei unserem Spaziergang am Eutiner See den Eindruck gewonnen, dass die allermeisten Erwachsenen (und somit auch ihre belehrbaren Kinder) die Regel beherzigen: Enten füttern – absolutes No-Go! Aber sowas von!


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