Marco Gruemmer

„Kontinuität und Weiterentwicklung“ - 50 Jahre Trainingszentrum Maritime Schiffssicherheit der WSV

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Neustadt. Seit einem halben Jahrhundert wird im Trainingszentrum für Maritime Schiffssicherheit in Neustadt in Holstein unter anderem das Schiffsführungspersonal der deutschen Handelsflotte auf Gefahren und Notfälle auf See vorbereitet. Im Vordergrund der Trainingseinheiten steht insbesondere die Eigensicherung bei der Bekämpfung von Schiffsbränden und anderen Seenotfällen.
 
Eine Vielzahl von Gratulanten begleitete am vergangenen Donnerstag den Festakt im Offiziersheim des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr der Marine. „Die Beschäftigten des Trainingszentrums für Maritime Schiffssicherheit leisten eine großartige und wichtige Arbeit. Sie bereiten das Schiffsführungspersonal bestmöglich auf mögliche Gefahren an Bord vor. Dazu zählt der richtige Umgang mit Gefahrstoffen genauso wie die Selbsthilfe bei Unfällen“, sagte Dirk Schwardmann, Vizepräsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (WSV). Dabei liege die praktische Ausbildung, die nicht nur die Besatzungen an Bord, sondern auch weitere Hilfskräfte wie Feuerwehren und Rettungsdienste absolvieren, klar im Fokus. „50 Jahre stehen für Kontinuität und Weiterentwicklung“, ergänzte Dirk Schwardmann.
 
Ob Lagetraining mit Helikopter und Schiff, Feuerwehrtraining oder das Löschen eines brennenden Ölfasses, im Trainingszentrum Maritime Schiffssicherheit wird alles trainiert, was auf See passieren kann. Dabei hat sich die Zusammenarbeit mit der Deutschen Marine, der Bundespolizei und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger bewährt.
 
Unterstützt wird das Trainingszentrum Maritime Schiffssicherheit von externen Trainern für Schiffsbrandbekämpfung, von der Schleswig-Holsteinischen Seemannschule oder vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Grundlage für die Zertifikate der Aus- und Fortbildungstrainings sind die Richtlinien der International Maritime Organization (IMO).
 
„In unseren Trainings geht es um die ganz praktische Arbeit, um in Gefahrsituationen auf See optimal vorbereitet zu sein – auch im Hinblick auf die multikulturellen Besatzungen der Schiffe. Weil wir Sicherheit ganz groß schreiben, gehen wir bei den Inhalten und Übungsszenarien, insbesondere bei der Schiffsbrandbekämpfung, über das international geforderte Maß hinaus. Die Bedingungen auf dem Wieksberg sind optimal“, erklärte Dirk Bause, Leiter des Trainingszentrums Maritime Schiffssicherheit der WSV.
 
„Dies ist ein stolzes Jubiläum und gleichzeitig ein Anlass der Freude und Dankbarkeit. Das Trainingszentrum strotzt vor Energie, ohne in die Jahre gekommen zu sein“, meinte Bürgermeister Mirko Spieckermann.
 
Vom Startschuss bis heute
 
Standen zu Beginn des Trainingszentrums, Gründungstag war der 1. März 1968, noch Lehrgänge für die sogenannte Notstandsausbildung der Schiffsoffiziere im Vordergrund und Vorbereitungstrainings für die Deutsche Marine, erweiterten sich die Aufgaben im Laufe der Jahre. Angeboten werden Trainings im Hinblick der Maritime Notfallvorsorge in deutschen Seegebieten und Schiffe unter deutscher Flagge sowie für die Besatzungsmitglieder der WSV-eigenen Mehrzweckschiffe mit dem Ziel, die Maritime Sicherheit in der Deutschen Bucht zu gewährleisten. Angeboten werden darüber hinaus Lehrgänge außerhalb des Seebereichs, zum Beispiel Schiffssicherungstrainings für Binnenschiffer-Azubis.
 
Mit der Gründung des Havariekommandos im Jahr 2002 werden in Neustadt auch Feuerwehrleute auf die Einsätze bei Schiffsbränden geschult und Forschungsteams des Alfred-Wegener-Instituts. Auch Marine bezogene Ausbildungsinhalte werden weiterhin vermittelt.
 
2005 wurde das Trainingszentrum an das Aus- und Fortbildungszentrum der WSV angeschlossen. Es trägt seit 2017 den Namen Trainingszentrum für Maritime Schiffssicherheit der WSV. (red/mg)



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