Petra Remshardt

Ostholstein blüht auf

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Ostholstein blüht auf


Erfolg auf ganzer Fläche


Elke Bögelsack (Ausgleichsmanagerin), Wulf-Sophus Theophile (Landwirt) und Joachim Siebrecht (Fachdienstleiter Natur und Umwelt). (Foto: Holger Schädlich, Kreisbauernverband)



Eine der besichtigten Blühflächen. (Foto: Kreis Ostholstein, Fachdienst Natur und Boden)
Artenreichtum beim genaueren Hinsehen: Wegwarte, Bienenfreund, Persischer Klee, Weg-Rauke, Leinen, Acker-Kratzdistel. (Foto: Kreis Ostholstein, Fachdienst Natur und Boden)



Eutin. Auch in diesem Jahr hat der Kreis Ostholstein dem Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck wieder den Erwerb von einjährigem regionalem Saatgute mit 5000 Euro finanziert. Interessierte Landwirte konnten unkompliziert das Saatgut beim Bauernverband erhalten und Blühstreifen und Blühflächen auf ihren Feldern anlegen und so die Natur und das Landschaftsbild fördern. In diesem Jahr haben 78 Landwirte auf insgesamt 120 Hektar einjährige Blühflächen und -streifen angelegt. „Die Nachfrage war auch diesmal wieder größer als das Angebot“, weiß Holger Schädlich vom Kreisbauernverband „Dank der guten Zusammenarbeit und dem Engagement alle Beteiligten können wir mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand viel erreichen“, betont Joachim Siebrecht, Fachdienstleiter Natur und Umwelt.
Durch Beschluss des Kreistags konnte erstmals in diesem Jahr für die gleiche Summe auch mehrjähriges Saatgut erworben und angeboten werden. Es handelt sich dabei um die sogenannte „Rebhuhnmischung“ mit Kultur- und Wildpflanzenarten. An diesem Projekt haben 11 Landwirte teilgenommen und es konnten so 17 Hektar für mindestens drei Jahre eingesät werden.
Bei einer Besichtigung mit dem Kreisbauernverband, einem teilnehmenden Landwirt und dem Fachdienst Natur und Umwelt wurden einjährige und mehrjährige Flächen besichtigt. Selbst Ende September ist das Blühangebot noch überraschend gut und auch das Niederwild scheint sich in den Flächen wohlzufühlen. Eine Mahd sollte aus diesem Grund möglichst erst im April des folgenden Jahres stattfinden, waren sich die Beteiligten einig. Das hilft auch den Insekten, die in den Stängeln und Halmen wichtige Winterquartiere finden.
Die Rückmeldungen erster Erfahrungen von teilnehmenden Landwirten über die Aussaattechnik, den Saatzeitpunkt, die Bodengüte, die Saatzusammensetzung und die Lage der Blühflächen wurden diskutiert und sollen in der weiteren Fortsetzung des Programms soweit möglich berücksichtigt werden. Bei den mehrjährigen Blühmischungen fehlen derzeit noch solche Erfahrungen, wie sich diese unter den verschiedenen Bedingungen entwickeln werden und welche Arten sind langfristig durchsetzen.
Auch im kommenden Jahr wird wieder die Möglichkeit bestehen, Saatgut für ein- und mehrjährige Blühstreifen und -flächen über den Kreisbauernverband zu beziehen.
Hintergrund
Gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Ostholstein-Lübeck hat der Kreis im Rahmen seines Ausgleichsmanagements das Programm für Blühstreifen und Blühflächen vor drei Jahren eingeführt. Anlass war die öffentliche Diskussion über das sogenannte Bienensterben, wobei die Bienen hier stellvertretend für zahlreiche andere Insekten stehen, die durch solche Projekte begünstigt werden.
Der Kreis Ostholstein finanziert dabei das regionale Saatgut, der Bauernverband organisiert den Erwerb und die Verteilung und die Landwirte stellen die Flächen und die praktische Arbeit. Der Erfolg der Maßnahmen insbesondere für die blütenbesuchenden Insekten ist dabei abhängig von Faktoren wie die Bodenart und Witterung, die Bodenvorbereitung, der Aussaatzeitpunkt und Mahdtermin. (red)


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