Marco Gruemmer

Schleswig-Holstein führt 2G ein

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Ministerpräsident Daniel Günther stellte das weitere Vorgehen der Landesregierung in Kiel vor (Archivbild). (Foto: Staatskanzlei)

Ministerpräsident Daniel Günther stellte das weitere Vorgehen der Landesregierung in Kiel vor (Archivbild). (Foto: Staatskanzlei)

Kiel. In Kiel haben Ministerpräsident Daniel Günther, Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und Finanzministerin Moinka Heinold heute über das weitere Vorgehen und die nächsten Schritte der Landesregierung in Bezug auf das Coronavirus informiert.
 
Deutschlandweit steigen die Infektionszahlen – auch im Norden. Laut den aktuellen Zahlen der Landesmeldestelle am Institut für Infektionsmedizin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurden innerhalb eines Tages 662 neue Infektionen in Schleswig-Holstein festgestellt. Damit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit auf 107,1.
 
Achtsam und umsichtig handeln
 
Noch immer habe Schleswig-Holstein die bundesweit niedrigste Infektionsrate, sagte Günther. Angesichts der steigenden Zahlen gelte es jedoch, achtsam und umsichtig zu handeln. Die intensiven Gespräche mit der Expertenrunde hätten die Landesregierung darin bestärkt, die in der Vorwoche angekündigten neuen Regelungen jetzt umzusetzen. „Wir haben auch in der Vergangenheit immer frühzeitig und konsequent gehandelt. Wir sind bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen und ich bin davon überzeugt, dass wir so auch gut durch die nächste Zeit kommen werden“, sagte er.
 
Künftig gelte in Innenbereichen von Freizeiteinrichtungen und Gaststätten die sogenannte „2G-Regel“, kündigte der Regierungschef an. Damit dürfen nur noch geimpfte oder genesene Personen die Räumlichkeiten betreten. Dies gilt auch bei der Sportausübung in Innenräumen sowie in Beherbergungsbetrieben und Reisebussen. Auch Dienstleistungen mit Körperkontakt fallen künftig unter die 2G-Regel, ausgenommen sind Friseurbetriebe sowie medizinisch oder pflegerisch notwendige Dienstleistungen, hier ist auch die Vorlage eines aktuellen negativen Coronatests möglich. Auch im Einzelhandel sollen weiterhin die bekannten Vorschriften gelten.
 
Wieder Maskenpflicht im Unterricht
 
Von der 2G-Regelung ausgenommen sind Kinder bis einschließlich sieben Jahren sowie minderjährige Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen werde die Landesregierung jedoch ab der kommenden Woche erneut eine Maskenpflicht im Unterricht einführen. „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, um unsere Schülerinnen und Schüler einerseits bestmöglich zu schützen und ihnen gleichzeitig eine Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ermöglichen“, betonte Günther.
 
3G für berufliche Veranstaltungen
 
Die Teilnahme an beruflichen Veranstaltungen ist auch mit einem gültigen Coronatest möglich, im beruflichen Kontext gilt also die 3G-Regel (Geimpft/Genesen/Getestet). Dies gilt auch für Angebote der beruflichen Bildung sowie für dienstliche Hotelübernachtungen.
 
Rücksicht im privaten Umfeld
 
Für geimpfte Menschen bleibe Vieles weiterhin möglich, sagte Günther. Gleichzeitig appellierte er an die Bürgerinnen und Bürger, sich weiterhin umsichtig zu verhalten. Grundsätzlich sei es empfehlenswert, sich überwiegend dort aufzuhalten, wo entsprechende 2G- oder 3G-Regeln gelten. Im privaten Umfeld riet der Regierungschef dazu, sich auch als geimpfte Person zu testen und insbesondere in Innenräumen wieder verstärkt Maske zu tragen.
 
Darüber hinaus gelten künftig Einschränkungen für private Zusammenkünfte von Ungeimpften: Ab Montag sind private Treffen von mehr als zehn ungeimpften Personen innerhalb geschlossener Räume verboten.
 
Forderung an den Bund
 
Finanzministerin Monika Heinold erklärte, die Landesregierung wolle klare, verständliche und wirksame Regeln für die Menschen in Schleswig-Holstein schaffen: „Es ist wichtig, jetzt die Weichen auf Vorsicht und Achtsamkeit zu stellen.“ Einige Bereiche des öffentlichen Lebens bedürften jedoch bundeseinheitlicher Regelungen. Dazu zählten insbesondere eine Impfpflicht für Heil- und Pflegeberufe sowie 3G am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr. „Unser gemeinsames Ziel ist ein sinkendes Infektionsgeschehen und dass wir verhindern, dass die Krankenhäuser überlastet werden.“
 
Impfquote weiter verbessern
 
Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg richtete den Blick auf die Impfsituation. Die aktuellen Inzidenzzahlen zeigten, wie wirksam die Impfung sei, sagte der Minister. Während die Inzidenz bei den Ungeimpften bei 113 liege, sei sie mit 48 bei den Geimpften ungleich niedriger, betonte Garg. Er kündigte an, das Land werde ab der kommenden Woche die Infektionszahlen wöchentlich getrennt nach dem Impfstatus ausweisen.
 Die Erst- und Zweitimpfung, aber insbesondere auch die sogenannte Booster-Impfung für vollständig geimpfte Menschen seien in den kommenden Wochen extrem wichtig, um gut durch den Winter zu kommen. Deshalb habe die Landesregierung die Zahl der mobilen Teams erhöht, um die Hausärzte bei den Impfungen zu entlasten. Gleichzeitig stünden schon in naher Zukunft 24 stationäre Impfstellen im ganzen Land zur Verfügung. Ergänzt werde das Angebot durch zahlreiche lokale Impf-Aktionen. (red)


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