Marlies Henke

Schülerreporter im Interview mit Graffitikünstler

Bilder
Honsar schenkt den Neustädtern und Neustädterinnen ein großes Wandbild. (Fotos: Heike Rhein)

Honsar schenkt den Neustädtern und Neustädterinnen ein großes Wandbild. (Fotos: Heike Rhein)

Neustadt. Im September kam der Graffitisprüher Jan-Malte Strijek alias Honsar nach Neustadt (der reporter berichtete) und stellte sich uns vor. Wir, die Schülerreporter, sind Schüler und Schülerinnen der Schülerzeitungs-AG der Jacob-Lienau Gemeinschaftsschule und waren ganz gespannt, was er uns erzählen würde.
 
Schülerreporter: Herzlich willkommen, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.
Honsar: Mein Künstlername ist Honsar. Ich bin 44 Jahre alt und in Frankfurt am Main geboren.
 
Wann haben Sie mit Graffiti angefangen und wie Sie auf die Idee gekommen?
Honsar: Mit 14 Jahren habe ich angefangen. Auf die Idee bin ich gar nicht selber gekommen. Andere Jungs haben mir gesagt, dass ich das mal ausprobieren könnte. Dann hab ich damit losgelegt. Ich fand es toll und habe immer weitergemacht. Beim Graffiti versucht man immer besser zu werden und immer mehr zu üben, wie beispielsweise auch beim Fußballspielen. Am Anfang macht es dir einfach nur Spaß. Dann versuchst du immer besser zu werden und immer mehr Tricks zu lernen. So ist das beim Graffiti oder bei der Malerei auch. Du versuchst dein Leben lang besser zu werden.
 
Sprühen Sie nur Graffitis oder malen Sie auch etwas anderes?
Honsar: Ja, ich male auch auf Leinwand, Objekte und Wände. Graffiti bedeutet eigentlich, dass man im Sinne des New-York-Stylewritings nur mit Buchstaben malt.
 
Malen Sie coole Wörter beim Graffitisprühen?
Honsar: Früher habe ich mehr Wörter gemalt, heute male ich mehr Figuren. In einigen Bereichen der Graffitiszene verändern sich die Leute. Sie verwandeln sich langsam von Graffitisprühern in Street-Artists und dann vielleicht in urbane Künstler und Künstlerinnen, die zum Malen viele verschiedene Medien und Motive nutzen, nicht nur Schrift. Das ist ein kontinuierlicher Veränderungsprozess.
 
Wie lange dauert ein Graffiti?
Honsar: Es dauert zwischen drei Minuten und fünf Wochen, je nachdem, wie groß und aufwendig das Bild ist. Ein typisches Graffiti, also ein paar Buchstaben mit etwas Hintergrund, dauert in der Regel zwischen zwei und fünf Stunden.
 
Welches ist Ihr bestes Graffiti?
Honsar: Es gibt kein bestes Graffiti, sondern jedes meiner Bilder bezieht sich auf ein bestimmtes Thema. Je nachdem, in welcher Verfassung ich bin, gefällt mir das eine oder das andere dann am besten. Ich habe aber vor zwei Jahren mal ein sehr schönes Bild gemalt, das gefällt mir sehr gut. Da ist eine Weltkugel zu sehen, aus der ganz viele Erdbeeren wachsen und ein kleiner Junge entdeckt das. Das Bild befindet sich in Wächtersbach. Aber das Bild hier um die Ecke mit dem Fischer und dem bunten Fisch, das finde ich auch fantastisch! Mir gefallen die Bilder, die diese schwarzen und weißen Linien haben und dann ist da irgendwas knallbunt.
 
Was ist ihr kreativstes Graffiti?
Honsar: Das ist sehr schwer zu sagen, weil man seinen Stil erst im Laufe seines Lebens entwickelt. Ich habe meinen Stil gefunden, aber ich habe lange danach gesucht. In dieser Phase des Suchens ist man erst einmal besonders kreativ und probiert immer wieder neue Ideen aus. Das gefällt einem aber meistens nicht so gut. Dann versucht man weiter und weiter, bis man das gefunden hat, was einem besonders liegt und anspricht. Wenn man das gefunden hat, dann ist das wie eine Geheimsprache, mit der man alles beschreiben kann, was man möchte. Aber auf dem Weg dahin muss man sehr viel kreativer sein. Das heißt, mit jedem kleinen Schritt in meiner Graffitikarriere habe ich etwas Neues probiert.
 
Wo befindet sich Ihr letztes Graffiti?
Honsar: Das ist am Hauptbahnhof von Ludwigshafen. Und das nächste ist hier in Neustadt.
 
Hier entsteht ein Wandbild am Schulhof der Schule am Rosengarten. Was ist das für ein Projekt?
Honsar: Es ist ein partizipatives Projekt. Das heißt, ich male gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen der Schule am Rosengarten und zwei Seniorinnen. Als Motiv haben wir bunte Tauben gewählt. Die Taube ist ein Symbol für Frieden. Die Schüler und Schülerinnen haben sich überlegt, wie es Kindern und Jugendlichen in anderen Ländern oder Regionen geht, zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent oder in Indien. Was können wir den Kindern und anderen Menschen wünschen, damit es ihnen besser geht? Dann schickt symbolisch jedes Kind eine Taube mit einem Wunsch zu einem anderen Kind los. Weil alle Kinder unterschiedlich sind und weil alle Probleme und alle Wünsche unterschiedlich sind, ist die Wand bunt. Jede Farbe steht für etwas anderes.
 
Hinweis: Im Schaufenster der Projektwerkstatt des Kinder- und Jugendnetzwerkes, Brückstraße 20 sind Fotos vom Projekt zu sehen. Nach Abschluss des Projektes und Einweihung des Gemeinschaftswandbildes blieb Honsar übrigens noch zwei weitere Tage in Neustadt und ergänzte das Wandbild unentgeltlich um ein Taubenmotiv. (red/he)


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