Kristina Kolbe

Graffitiprojekt mit Friedensbotschaft

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Neustadt. „Es ist ein ganz besonderer Tag.“ Mit diesen Worten begrüßte Schulleiter der Schule am Rosengarten Hans-Peter Hopp seine Schülerschaft und zahlreiche Gäste, die sich auf dem Pausenhof zusammengefunden hatten. Grund der Feierstunde war die Fertigstellung eines neuen Graffitiprojektes mit dem Künstler Jan-Malte Strijek alias „Honsar“ aus Frankfurt.
 
Das Bild erstreckt sich über die gesamte Länge einer Mauer, die an den Schulhof grenzt und zeigt fliegende Tauben vor bunten Regenbögen. Die Wand wurde von den Anwohnern Familie Kuchel für das Projekt freigegeben. Jede Taube trägt dabei ein anderes Wort, Symbol oder einen Spruch mit sich. Zehn Schüler waren an der Arbeit beteiligt und haben mit Hilfe des Künstlers ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt an die Wand gebracht.
 
Schon mehrmals organisierte Heike Rhein, Kultur schaffende Neustädterin, ein solches Projekt ehrenamtlich, wofür ihr Hans-Peter Hopp ausdrücklich dankte. Im Vorfeld haben sich die Teilnehmenden im Weltkundeunterricht mit den Lebensumständen von Kindern, die beispielsweise auf dem afrikanischen Kontinent und in Indien leben, beschäftigt. „Grundlegend dabei ist die empathische Auseinandersetzung und das Entwickeln einer toleranten Haltung gegenüber anderen Kulturen und Lebensgewohnheiten“, sind sich die Organisatoren des Projekts einig.
 
Der Wunsch nach Frieden wurde in Form von Taubensilhouetten sinnbildlich in die Welt versendet – als „Neustädter Botschaft“. Dabei bezieht sich das Motiv auch auf die Taubenzucht der Familie Kuchel. „So spannt sich ein großer Bogen von der Lebenswelt der Menschen in Neustadt hinaus in andere Lebenswelten“, erklärte Heike Rhein.
 
Im Kunstunterricht entwickelten die Schüler anknüpfend an den Weltkundeunterricht erste praktische Entwürfe auf Papier, die sie schließlich mit Hilfe des Künstlers an die Wand brachten und gleichzeitig grundlegende Sprühtechniken erlernten.
 
Jan-Malte Strijek arbeitet seit 2008 als freiberuflicher, bildender Künstler in seiner Heimatstadt Frankfurt und andernorts, auch international. Strijeks Hauptbetätigungsfeld ist Kunst am Bau. Er gestaltet aber auch Leinwände mit einer Mischtechnik aus Sprühlacken und Acrylfarben, die mit Pinsel und Airbrush aufgetragen werden. „Kunst ist Kommunikation!“, sagt Honsar und sieht Projekte mit anderen Künstlern und Jugendlichen als Herzensangelegenheit an. In Neustadt habe er eine besonders tolle Gruppe kennengelernt, da man sich hier immer gegenseitig unterstützt und einander geholfen habe, so der Künstler.
 
Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und städtischen Mitteln. Bürgervorsteher Sönke Sela war als Stellvertreter der Stadt bei der Einweihung des Kunstwerks vor Ort und Dankte allen ehrenamtlich Engagierten und Beteiligten. „Ich hoffe, dass viele Menschen den Weg hier her finden“, freute er sich. Auch Hopp bedankte sich bei der Stadt: „Es ist unglaublich, wie sehr die Stadt uns unterstützt.“
 
„Ich bin stolz darauf, das so etwas Schönes und Nachhaltiges hier entstanden ist“, bekräftigte auch Mano Salokat vom Kinder- und Jugend-Netzwerk, Träger der Aktion. Außerdem unterstützte die Firma Janus mit einer Sachspende das Projekt. Um das Projekt bekannt zu machen stellten die Projektwerkstatt in der Brückstraße und Tanja Zielinski von Wolle & Kunst in der Waschgrabenstraße ihre Schaufenster zur Verfügung. (ko/red)


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