Gesche Muchow

Spendenaufruf für Flutopfer-Hilfe

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Neustadt. Unwetter mit ungewöhnlich heftigen Regenfällen hatten Mitte Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Hochwasser-Katastrophe ausgelöst. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen regelrecht weggerissen oder verwüstet, viele Menschen starben.
 
Auch Wochen nach der Katastrophe sind die Menschen weiterhin mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die meisten Häuser der betroffenen Regionen sind schwer beschädigt. Es gibt jede Menge zu tun und viele wollen helfen.
 
Auch Chefkoch Peter Fallgatter (Restaurant „Pier 19“) möchte helfen und ruft zu einer eher ungewöhnlichen Spendenaktion auf. „Ich wurde von den Dachzeltnomaden gefragt, ob ich ihre Arbeit und ihr Engagement in den Hochwassergebieten mit einer Essensspende unterstützen kann und habe sofort ja gesagt“, berichtet Fallgatter. Allerdings seien dort so viele Helfer im Einsatz, dass diese Essenspende (gekocht wird für 80 Dorfbewohner in Schuld) letztlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre.
 
„Ich werde in der nächsten Woche für die Dachzeltnomaden kochen und hoffe, dass mich viele bei dieser Aktion unterstützen“. Je mehr Geld zusammenkommt, umso mehr könne er den Helfern aus Neustadt und Ostholstein mitgeben, wenn sie sich am 16. September wieder auf den Weg in die Katastrophengebiete machen. Denn das Geld, welches nicht „verkocht“ wird, geht an die Verpflegungskasse der Dachzeltnomaden vor Ort, die in ihrer Freizeit den betroffenen Menschen vor Ort dabei helfen, ihre Häuser vom Schlamm zu befreien.
 
Unter dem Stichwort „Fluthilfe“ kann man bis zum 15. September an das Konto vom Restaurant „Pier 19“, Peter Fallgatter mit der IBAN DE87 2139 0008 0010 0172 64 und der BIC: GENODEF1NSH bei der VR Bank Ostholstein Nord für die Arbeit der Fluthelfer spenden.
 
Die Dachzeltnomaden sind eine Gruppe von mittlerweile über 25.000 abenteuerlustigen Dachzeltenthusiasten, die sich online 2017 gesucht und gefunden haben. Die Gemeinschaft engagiert sich immer wieder auch gemeinnützig und sammelt für unterschiedliche Projekte Spenden. Im Fall der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz war ihnen jedoch nach eigenen Angaben das Spendensammeln nicht genug. „Wir hatten das Gefühl, mehr tun zu wollen. Zusehen, während im Ahrtal händeringend tatkräftige Hilfe benötigt wurde, reichte uns nicht aus. Nach einer kurzen Beratung im Dachzeltnomaden Kernteam entschieden wir uns, selbst ins Ahrtal zu fahren und uns ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Wir wollten anpacken, um mit unserem Beitrag einen Unterschied zu machen“, heißt es auf der Internetseite der Gruppierung.
 
Bereits seit Ende Juli unterstützen durchschnittlich 50 bis 100 Dachzeltnomaden täglich die Aufräum- und Sanierungsarbeiten vor Ort, derzeit unter anderem in Dernau und Altenburg. Auch die Neustädterin Annabell Reum gehört zu der tatkräftigen Truppe. Sie berichtet von ihrem Einsatz Folgendes: „Wir gehen in Privathäuser, um sie vom Schlamm zu befreien. Unter anderem holen wir mit großen Schlagbohrern und Stemmeisen den Putz von den Wänden und beeilen uns, damit die Fußböden schnell rauskommen. Die Anwohner haben kaum noch Kraft und die Fachfirmen sind alle bereits im Einsatz. Dabei ist noch so viel zu tun und überall wird noch dringend Hilfe benötigt.“
 
Sie appelliert an die Ostholsteiner: „Die Menschen haben schon ihr ganzes Hab und Gut verloren. Wenn die Häuser nicht trocknen können, verlieren sie auch noch ihr Zuhause. Es wird wirklich jede Hilfe und jeder Euro gebraucht. Dringend benötigt wird zudem gerade ein Pkw-Anhänger mit Hebebühne.“
 
Wer helfen möchte, kann sich gerne an Annabell Reum unter Tel. 0172/7938627 oder E-Mail: a-reum@web.de oder an die Dachzeltnomaden direkt wenden. (gm)


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