Petra Remshardt

Strand in Kellenhusen wird besser geschützt

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Die Pfostenreihe ist unter Anleitung und Mitarbeit des eigenen Bauhofes entstanden. Jeder einzelne der 1.500 Pfähle ist etwa 1,50 Meter tief eingegraben, um eine Unterspülung zu verhindern.

Die Pfostenreihe ist unter Anleitung und Mitarbeit des eigenen Bauhofes entstanden. Jeder einzelne der 1.500 Pfähle ist etwa 1,50 Meter tief eingegraben, um eine Unterspülung zu verhindern.

Kellenhusen. Das raue Wetter der nun langsam weichenden dunklen Jahreszeit setzte auch dem Strand im Ostseebad Kellenhusen zu. Die Ostsee holte sich in den vergangenen Monaten bei stärkeren Windlagen aus Nordost wieder einiges an Sand. Maßnahmen, wie sie in den vergangenen Jahren üblich waren, helfen nun nicht mehr oder werden nicht genehmigt.
 
Daher haben sich die Kurverwaltung und der Landesbetrieb für Küstenschutz eine neue Maßnahme überlegt. An einem besonders gefährdeten Strandabschnitt zwischen Seebrücke und Surfschule wurde erstmals eine Art Querbuhne gesetzt. Dabei handelt es sich um eine Versuchsanlage. Sie soll den Sandverlusten Einhalt gebieten, indem das Wasser beim Zurücklaufen abgebremst wird und sich Sand ablagert.
 
„Uns bleibt keine andere Wahl, als versuchsweise Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen, um das Wegspülen des Strandsandes zu unterbinden“, so Kellenhusens Bürgermeisterin Nicole Kohlert. „Das ist zwar ein natürlicher Prozess, berührt aber die Lebensgrundlage unseres Ostseebades.“ Daher wurde auf einer Länge von 100 Metern parallel zum Spülsaum eine Pfostenreihe gesetzt. Die Eichenspaltpfähle sollen bei höheren Wasserständen das Wegspülen des wertvollen Sandes in die Ostsee verhindern und vor allem zu Sandablagerungen führen. „Ob es funktioniert, wissen wir erst, wenn die Querbuhne eine Bewährungsprobe überstanden hat“, weiß Touristikleiter Raymond Kiesbye. „Es entwickelt sich aber positiv“, ist er guten Mutes.
 
Die Mieter von Strandkörben und Badegäste werden um Verständnis für diese Maßnahme gebeten. „Der Zugang zum Wasser ist natürlich etwas erschwert. In der Mitte der Querbuhne ist aber ein größerer Durchlass frei geblieben,“ erläutert Kiesbye. „Aber wir hatten keine andere Wahl und mussten etwas unternehmen, auch, wenn es etwas rustikal aussieht.“
 
Die Pfostenreihe ist unter Anleitung und Mitarbeit des eigenen Bauhofes entstanden. Jeder einzelne der 1.500 Pfähle ist etwa 1,50 Meter tief eingegraben, um eine Unterspülung zu verhindern. Insgesamt rechnet die Kurverwaltung mit Kosten von deutlich über 10.000 Euro.
 
Der besonders Hochwasser gefährdete Bereich um den benachbarten Brunnen an der Promenade ist gleich mit geschützt worden. Hier wurde eine doppelte Pfostenreihe von 30 Metern Länge gesetzt, die nach und nach mit Treibsel, Sand und Seegras aufgefüllt wird. So soll die dahinter liegende künstliche Düne befestigt werden.
 
Die zuständigen Ämter und Behörden tragen das Projekt mit. „Die Anregungen des Landesbetrieb für Küsten- und Meeresschutz (LKN) und der Naturschutzbehörde waren sehr hilfreich. Auch die Genehmigungen gingen flott ein“, freut sich Bürgermeisterin Kohlert auch mit Blick auf zukünftige Projekte. „Der Strand ist schließlich die einzige Lebensader Kellenhusens, seitdem uns der Bereich der Kuren vor 20 Jahren weggebrochen ist.“
 
Derzeit wird der Strand durch Mitarbeiter des Bauhofes der Kurverwaltung und weiterer Firmen für die Saison hergerichtet. Dennoch werden nicht alle Strandkörbe Platz finden, befürchtet Touristikleiter Kiesbye. Dazu habe der Strand zu viel an Substanz verloren. Auch ebene Flächen für Beachvolleyball zu finden, für den es in Kellenhusen eine sehr aktive Urlauberszene gibt, wird zunehmend schwieriger.
 
Ein neues Projekt hat Kiesbye dennoch bereits im Blick. Die strandseitigen Ränder der Promenade sollen mit Strandhafer, Kräutern und Nadelhölzern bepflanzt und nur die Strandübergänge freigehalten werden. Auch das ist ein Beitrag zum Küstenschutz und zur Artenvielfalt.


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