Marlies Henke

Von Neustadt nach „Neuland“: Omran Saleh erhielt Rolle in ZDF-Serie

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Neustadt in Holstein. 2015 kamen Omran Saleh und seine fünf Geschwister mit ihren Eltern als Geflüchtete aus Syrien nach Neustadt. Hier besucht der heute 14-Jährige die Jacob-Lienau-Schule und träumt eigentlich davon, Polizist zu werden. Doch seit letztem Sommer kann sich Omran Saleh ebenso eine Karriere als Schauspieler vorstellen. Bei Weitem kein jugendliches Hirngespinst, denn erste Erfahrungen sammelte er bereits an der Seite bekannter Fernsehgrößen.

In der ZDF-Serie „Neuland“ spielt Omran Saleh den Flüchtlingsjungen Rami. Derzeit können die sechs Folgen in der ZDF-Mediathek gestreamt werden. Ende Dezember werden sie außerdem an zwei Abenden im ZDF ausgestrahlt.

 

Angefangen hatte alles mit einem Facebook-Post vom ZDF, in dem ein arabisch aussehender Junge im Alter zwischen 12 und 14 Jahren gesucht wurde. Omran Salehs älterer Bruder wurde darauf aufmerksam und ermutigte Omran, sich fotografieren zu lassen und seine Bewerbung loszuschicken. „Bis dahin hatte ich noch nie darüber nachgedacht, wie es wäre, Schauspieler zu werden. Und auch als die Bewerbung verschickt war, habe ich überhaupt nicht erwartet, dass daraus etwas wird“, erzählt Omran Saleh im Gespräch mit dem reporter. Doch es folgten eine Einladung zum ersten Casting, zum zweiten und dritten Casting und schließlich die Zusage für die Fernsehrolle.

 

Begleitet von seinem Vater und seinem Bruder ging es für den damals 13-Jährigen dann in den Sommerferien letzten Jahres zu den Aufnahmen, die an verschiedenen Orten im Norden Deutschlands stattfanden. „Ich bekam immer einen Abend vorher eine Dispo mit den Szenen, die gedreht wurden und habe mich darauf vorbereitet.“ Vor der Kamera zu stehen sei zunächst „ein bisschen komisch“ gewesen, berichtet Omran weiter. Er habe versucht, sich zu den jeweiligen Texten einen entsprechenden Gesichtsausdruck auszudenken. Dann bekam er den Tipp, sich in den Jungen, der zu Unrecht verdächtigt wird, seine Mitschülerin gewürgt zu haben, hineinzuversetzen und sich vorzustellen, wie er sich fühlen würde, wenn ihm so etwas passieren würde. Das klappte dann besser. „Und es hat sehr viel Spaß gemacht“, so Omran. Eine Sache hätte ihn allerdings etwas Überwindung gekostet: Zwei Umarmungsszenen, die waren nicht sein Fall. Aber ein Glück ist Omran ein Profi und weiß: „Da muss man eben durch."

 

Zum Inhalt

Die alleinerziehende Mutter Alexandra Brandt verschwindet spurlos. Ihre Schwester Karen, Berufssoldatin, wird von ihrem Auslandseinsatz in Mali nach Hause gerufen, um sich ihrer Nichten anzunehmen. Doch Karen ist seit einem traumatischen Einsatz in Afghanistan schwer suchtkrank. Sie landet in einer Kleinstadtidylle, die sich jedoch als trügerisch entpuppt. In vielen Familien brodelt es, an der Grundschule kommt es zu Gewalt zwischen den Kindern, ein Flüchtlingsjunge (gespielt von Omran Saleh) wird zum Sündenbock erklärt. Als das Rätsel um Alexandras Verschwinden aufgeklärt wird, lebt eine dunkle Lüge weiter.

Mit Franziska Hartmann als Karen Holt, Peri Baumeister als Marie Klein, Mina Tander als Sarah Reimers und Anneke Kim Sarnau als Anke Ritter.

 

Sendetermine: Dienstag, 27. Dezember, ab 22.15 Uhr (Folgen 1 bis 3) und Mittwoch, 28. Dezember ab 22.15 Uhr (Folgen 4 bis 6). Alle Folgen können bereits jetzt n der ZDF-Mediathek gestreamt werden. (he)


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