Marco Gruemmer

Museumshof Lensahn: Neue Leitung übernimmt am 1. Oktober

Neue Leiterin mit Blick auf die Geschichte: Friederike Meinheit verschaffte sich in der Ausstellungshalle schon einmal einen Eindruck von den historischen Exponaten.

Neue Leiterin mit Blick auf die Geschichte: Friederike Meinheit verschaffte sich in der Ausstellungshalle schon einmal einen Eindruck von den historischen Exponaten.

Bild: Marco Grümmer

Lensahn. Mit dem Fahrrad zur Arbeit, vorbei an Feldern und durch die ostholsteinische Landschaft: Für Friederike Meinheit gehört das künftig zu ihrem neuen Arbeitsplatz. Zum 1. Oktober übernimmt die 36-Jährige die Leitung des Museumshofs Lensahn. Von ihrem Wohnort Schönwalde kann sie dafür künftig den neuen Radweg nutzen.

Seit gut zwei Jahren lebt die gebürtige Niedersächsin in Schönwalde. Der Liebe wegen verschlug es sie nach Ostholstein. Nun hat sie auch beruflich in der Region eine neue Heimat gefunden. Auf die Stellenausschreibung im reporter wurde sie aufmerksam. „Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mich bewerben soll“, erzählt Meinheit. Schließlich stand für sie fest: „Es kann mein Traumjob sein.“

Ganz fremd ist ihr der Museumshof ohnehin nicht. Veranstaltungen hat sie bereits besucht, besonders die Atmosphäre des Geländes habe sie begeistert. Auch die Gärten und der Naturlehrpfad hätten sie schon immer angesprochen. Nun möchte sie selbst dazu beitragen, den Charakter des Museumshofs weiterzuentwickeln.

Die Auswahl war nicht selbstverständlich: Mehr als zehn Bewerbungen gingen ein, sechs Bewerberinnen und Bewerber wurden zu persönlichen Gesprächen eingeladen. Drei von ihnen erhielten anschließend die Gelegenheit, den Museumshof bei einem Kennenlerntag noch intensiver zu erleben. Die Entscheidung des Vorstands fiel schließlich einstimmig auf Friederike Meinheit.

Landwirtschaft trifft Museum

Für die neue Leiterin sprechen auch ihre beruflichen Erfahrungen. Meinheit ist gelernte und studierte Landwirtin und kennt die praktische Arbeit in der Landwirtschaft. Zuletzt war sie sechseinhalb Jahre im Qualitätswesen einer Meierei tätig. Landwirtschaft und Lebensmittel sind für sie deshalb keine abstrakten Themen, sondern Bereiche, mit denen sie sich beruflich intensiv beschäftigt hat.

Diese Verbindung möchte sie künftig auf dem Museumshof nutzen. Besonders die bestehenden Bildungsangebote für Schulklassen und Kindergärten liegen ihr am Herzen. Landwirtschaft und Lebensmittel sollen dort nicht nur erklärt, sondern praktisch erlebt werden. „Ich möchte Erlebnisse und Erfahrungen schaffen“, beschreibt Meinheit ihre Vorstellung.

Bevor neue Ideen umgesetzt werden, will sie allerdings erst einmal zuhören und beobachten. „Ich muss das Bestehende erst einmal kennenlernen“, sagt sie. In ihrer Anfangszeit möchte sie sich deshalb einen umfassenden Überblick über den Museumshof, seine Angebote, Abläufe und Strukturen verschaffen.

Danach darf es durchaus Veränderungen geben. Die Weiterentwicklung von Veranstaltungen und Programmpunkten steht ebenso auf ihrer Liste wie die Ausstellungen und das Hofkonzept. „Stillstand ist nie gut“, sagt Meinheit.

Dabei setzt sie auf Teamarbeit. Die Aufgaben sollen auf mehrere Schultern verteilt werden, gemeinsam mit dem Stamm der zahlreichen Ehrenamtlichen sollen Strukturen entstehen, die eine gute Organisation ermöglichen.

Auch pädagogisch bereitet sich Meinheit bereits auf ihre neue Aufgabe vor. Aktuell besucht sie einen Kurs in Bauernhofpädagogik bei der Landwirtschaftskammer. Das dort erworbene Wissen möchte sie künftig auf dem Museumshof einsetzen.

Erste Pläne für 2027

Ein erster großer Blick richtet sich bereits auf die kommende Saison. Im Winter soll das Programm für 2027 aufgestellt werden. Bis dahin steht für Meinheit jedoch zunächst das Ankommen im neuen Arbeitsumfeld im Mittelpunkt. Dass die Aufgabe Herausforderungen mit sich bringt, weiß die 36-Jährige. Abschrecken lässt sie sich davon nicht. Im Gegenteil: „Herausforderungen sind da, um gelöst zu werden.“

Ihr Ziel ist klar: Bewährtes erhalten, Neues entwickeln und den Museumshof als Ort weiter mit Leben füllen – als einen Platz, an dem Landwirtschaft, Natur und Geschichte für Menschen aus der Region und für Gäste erlebbar werden. (mg)


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