Reporter Eutin

Die Bienen sind wenig erfreut vom Honigraub

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Preetz (kud). Konrad Olexik und Wolfgang Boppel sind von Kopf bis Fuß gut „eingepackt“. Die Imker wissen, dass Bienen wenig Spaß verstehen, wenn man ihnen ihre Waben klaut. Es hilft aber nichts. Die Waben sind prall gefüllt mit wunderbar duftendem Wiesenblumennektar. Bürgermeister Björn Demmin, auch gesichert, nur nicht so professionell, macht sich aus dem Staub. Der Schwarm ist gerade auf Attacke gepolt. Aus sicherer Entfernung verfolgt Demmin das Spektakel der Honigernte auf Theos Wiese. 12 Völker haben den Frühling genutzt und eifrig Nahrung herangeschafft. Jetzt sind die Waben gefüllt. Vorsichtig holen die Imker die Rhmen mit den Waben, die sich in Gittern befinden, aus den Stöcken. Die Bienen lassen noch nicht locker, werden aber vorsichtig mit dem Handfeger abgefegt. Dann verschwinden die Gestelle in einem Kasten. Am Auto warten einige Schüler der Imker-AG, die mit ihren beiden Fachmännern die Bienen betreuen, den Honig bearbeiten und später auf dem Markt an den Käufer bringen. Die Styropurkiste ist bald voll. Auf dem Handkarren wandert sie zum Auto. Bürgermeister Demmin wird aktiv und hebt das schwere Teil in den Wagen. Jetzt geht es ab in die Schule, wo auf die Schüler sehr viel Arbeit wartet.
Wolfgang Boppel: „Ernten können wir, wenn in den Waben eine Feuchtigkeit von 18 Prozent herrscht. Bei einem höheren Feuchtigkeitsgehalt wird der Honig schlecht.“ Ein guter Blick, Erfahrung und im Zweifelsfall ein Feuchtigkeitsmesser helfen, genau zu ermitteln, ob wirklich schon geerntet werden darf.
Ihre erste Ernte fuhren die jungen Hobbyimker von Theos Wiese 2017 ein: Stolz waren sie damals über 80 Kilogramm. Im vergangenen Jahr konnten sie sich dann schon über 120 Kilogramm freuen. „In diesem Jahr rechnen wir mit 200 Kilogramm“, meint Wolfgang Boppel. Die Gruppe hofft nach der Frühlingsernte auch auf eine Sommerernte. Bis August sammeln die Bienen, allerdings nicht alle. Boppel: „Für den Sommerhonig eignen sich nur bestimmte Völker.“ Nicht enthalten ist im Frühlinghonig Raps. Boppel:“ An den sind die Bienen in diesem Jahr nicht herangegangen, die Blüten waren zu schwach ausgebildet.“ Die Schüler werden jetzt kräftig arbeiten müssen. Nach dem Schleudern muss der Honig in Eimern ruhen und regelmäßig gerührt werden. Dafür sind Schüler zuständig, die im Winterhalbjahr auch die Rahmen und die Gitter für die Waben bauen. Später wird das köstliche Lebensmittel in Gläser abgefüllt. Auch das geschieht unter fachkundiger Aufsicht, aber in Eigenarbeit. Wolfgang Boppel: „Um unser Produkt auf dem Markt verkaufen zu dürfen, brauchen wir eine Genehmigung der Stadt. Die Schüler besorgen sie selbst auf dem Amt.“ „Frühjahrspracht“ heißt der Honig, den sie nach getaner Arbeit beim Kunden abliefern. Beste Qualität direkt vom Lanker See. Auf den dortigen Flächen suchen sich die Bienen ihre Nahrung. Der Erlös aus dem Verkauf fließt direkt dem Förderverein von Theos Wiese zu. Schließlich gehören dazu auch noch mehr Tiere und Pflanzen, die Zuwendung, Futter und Pflege benötigen. Wolfgang Boppel ist Schatzmeister des Vereins und weiß, dass dies alles ins Geld geht. „Die Lehrer in der Schule betreuen das Thema Theos Wiese zwar, dennoch werden natürlich Fachleute gebraucht. Ein Gärtner, ein Imker und ein Tischler kümmern sich um alles, was Lehrer und Schüler nicht selbst erledigen können.“
Der Nachmittag nähert sich dem Ende. Die Schüler haben für ihren Honig freiwillig Überstunden gemacht. Das ist es auch, was Wolfgang Boppel als Ehrenamtler so fasziniert. „Wenn sich die Schüler für ein Projekt begeistern, dann schauen sie auch nicht mehr auf die Uhr.“



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