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Reporter Eutin

Förderverein rollt der Marienkirche den roten Teppich aus

Kirchnüchel (aj). In sanfter Erhabenheit schaut die Marienkirche in Kirchnüchel als höchstgelegenes Gotteshaus des Landes ins Idyll der Holsteinischen Schweiz. Wo vermutlich schon die Slawen im 9. Jahrhundert das Wasser der Marienquelle schätzten, entwickelte sich im Mittelalter ein Wallfahrtsort. Aus dem wendischen Heiligtum wurde ein Punkt der Marienverehrung. Im 13. Jahrhundert entstand eine Kirche, die Vorläuferin der heutigen Marienkirche, die lange Geschichte ist bis heute das Fundament des einnehmenden Baus. Nicht nur im übertragenen Sinn: Der Feldsteinsockel schlägt bis heute eine sichtbare Brücke in die Vergangenheit. Und die besondere Atmosphäre des Ortes nimmt bis heute Menschen für ihn ein.
Dies zu bewahren, ist kein Selbstläufer. Der Zahn der Zeit nagt beständig und zuweilen deutlich schneller, als Schäden behoben werden und Irreparables ersetzt werden kann. Einen aktiven Beitrag für den Erhalt der Marienkirche zu leisten, ist das Ziel des Fördervereins, der sich vor etwa einem Jahr gegründet hat. Motoren sind Küster Hartmut Steins und sein Mann Thomas Vogt. Als sie im Winter 2018/19 das alte Pastorat bezogen, stand für beide fest: Dies ist mehr als ein Wohnort! Sie fanden Gleichgesinnte und mit der Vereinsgründung erhielt der unermüdliche Einsatz für die Marienkirche und das Drumherum einen festen Rahmen.
Und jedes umgesetzte Projekt ist ein Grund zur Freude. Das beginnt mit der Freilegung der steinernen Marienfiguren auf dem Kirchhof, die auf die katholische Tradition verweisen und hört beim neu verlegten Teppich im Innenraum der Kirche noch lange nicht auf: „Der alte Bodenbelag war fast 50 Jahre alt und entsprechend verschlissen“, erklärt Thomas Vogt beim Rundgang. Die Freude über den Läufer, der vom Turmraum bis zum Altar führt, ist ihm anzusehen. Rot leuchtet das Sisal und auch die Arbeiter, die für die professionelle Verlegung sorgen, sind zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir haben lange für den Teppich gekämpft“, merkt Vogt an. Ein Spender, der nicht genannt werden möchte, hat die Anschaffung ermöglicht, dazu kam das Engagement der ausführenden Firma Haack, die 500 Euro beisteuerte. Künftig werden Brautpaare, Konfis und nicht zuletzt die Besucher*innen, die die kleine Marienfigur sehen möchten, wegen der seit Jahrhunderten viele kamen, auf einem Teppich die Kirche betreten, der dem Ort angemessen ist.
Während man als Gast noch den Bodenbelag bewundert, ist Thomas Vogt gedanklich schon bei kommenden Projekten: Den Turmraum möchte der Förderverein behutsam neu gestalten, mit passender Beleuchtung innen und außen würden Gebäude und Altarfenster schön in Szene gesetzt und auch die Bänke sind etwas in die Jahre gekommen. Wie bei allen historischen Gemäuern ist nach der Sanierung vor der Sanierung. Mut macht der Blick nach oben: Derzeit wird das Dach des Kirchenschiffes neu gedeckt, die Toilettenanlage steht auf der Vorhabenliste und hinter der Erneuerung der Friedhofsbank, von der aus der Blick ins Weite schweift, steht schon ein Häkchen für „erledigt“. Ein paar Schritte weiter aber wartet mit der Gedenktafel für Christian Cay Lorenz Hirschfeld ein weiteres Kleinod auf Aufmerksamkeit: „Und wenn jemand das Sponsoring für einen beleuchteten Schaukasten übernehmen würde, könnten wir noch besser auf unsere tollen Veranstaltungen hinweisen“, meint Vogt augenzwinkernd.
Mit einer kleinen Konzertreihe zieht der Förderverein nicht nur Menschen in die Marienkirche, die Zusammenkünfte zu Musik und anschließender Plauderei spülen auch Geld in die Kasse. Mittel, die gebraucht werden, damit der Charakter des Ortes erhalten bleibt und die Geschichte weitergeht.
Wer die Arbeit des Fördervereins, der aktuell 43 Mitglieder zählt, unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf das folgende Konto tun: Förderverein St. Marienkirche Kirchnüchel e.V., IBAN: DE53 2135 2240 0186 1156 22.

Programm 2024
31. Mai
DuOderSo – handverlesene deutschsprachige Lieder
bekannter Interpreten, vorgetragen mit Witz, Charme
und einem Augenzwinkern
26. Juli
Sing mal mit! – Lasse Botta spielt am Klavier
Schlager und Volkslieder zum Mitsingen
4. Oktober
Kai Kankowski singt und spielt nachdenkliche,
erstaunliche, sprachlich erfrischende Songs
13. Dezember
Swingendes Adventskonzert mit „Die Bandfelder“
Beginn jedes Konzertabends ist um 19 Uhr in der
St. Marienkirche zu Kirchnüchel.
In der Pause wartet ein netter Klönschnack bei leckeren Getränken. Der Eintritt ist frei, die „Hutkasse“ kommt zum Einsatz.


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