Reporter Eutin

Plastik – die neue Umweltgefahr lauert überall

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Preetz (kud). Das Foto geht seit einigen Monaten in den sozialen Medien um die Welt: ein gestrandeter Wal, verendet am Inhalt seines Magens: Plastik, gedankenlos im Meer versenkt. Die Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Preetz haben das Thema „Umweltproblem Plastik“ schon im vergangenen Jahr zu „ihrem“ Thema gemacht und ihre Gedanken dazu bereits im Kieler Landtag vorgestellt. Ab heute nun starten sie eine Großoffensive gegen das „Plastik“ in Preetz. Damit wollen sie das Problembewusstsein der Bevölkerung stärken.

„Plastikfasten“ nennen sie ihr Projekt, das in die Fastenzeit nach dem Karneval fällt. Auf dem Marktplatz gibt es dazu heute einen Stand mit viel Informationsmaterial über die Schädlichkeit für Umwelt und Menschen. Vicky von Donner, Sina Gronau, Justine Rodemark und Jana Schanko sind 15 und 16 Jahre alt, haben mit ihrer Klasse lange an ihrem Auftritt auf dem Marktplatz gearbeitet. „Wir möchten so viele Menschen wie möglich erreichen. Wir möchten sie sensibel machen für die Frage, wieviel Plastik der Mensch wirklich braucht.“ In ihren eigenen Familien haben sie tatsächlich in den vergangenen Monaten schon ein erfreuliches Umdenken nur dadurch bewirkt, dass sie vom Schulvormittag berichtet haben.

„Immer wieder kam es in den Gesprächsrunden auch zu der Erkenntnis, dass es eben nicht nur um die Nutzung von Plastikflaschen geht“, berichtet Ulrich Hetzer, der seine Schüler bei ihren Projekten als Pädagoge betreut. „Je mehr wir uns vor Augen führten, in welchen Erscheinungsformen Plastik auftaucht, desto breiter wurde auch die Basis für Ideen, das Thema anzugehen.“ In einem Fall, ergänzt Maren Scharnberg, ebenfalls pädagogische Begleiterin, sei sogar eine mögliche Alternative zur Frischhaltefolie entstanden. Stoffe wurden mit Bienenwachs präpariert. Als Abdeckung sei dies im Kühlschrank ebenso sicher und außerdem noch keimtötend.

Dass Plastik sogar einheimischen Tiere schade, erzählen die Mädchen, zeige ein Vogelnest, das sie in Preetz gefunden haben. Die Elterntiere hatten auch Plastikmaterialen zum Nestbau verwendet mit dem Ergebnis, dass die Jungvögel im Nest ertranken, weil das Wasser nicht abfließen konnte.

Und so wird sich eine Klasse am Mittwoch, 20. März, im Stadtgebiet auf Müllsammeltour begeben und die gefundene Menge auf dem Marktplatz präsentieren.
Am Infostand auf dem Marktplatz wollen die Schüler vor allem das Thema „Plastikfrei einkaufen“ in den Mittelpunkt rücken und informieren dort auch über eine neue App, die es ermöglicht, per Smartphone den Produzenten Rückmeldungen über die Menge Plastik zu geben, die in Einkaufsregalen lauert. Einige Supermärkte, berichtet auch Schulleiterin Dr. Anja Grabowsy, seien erfreulich kooperativ, wenn es darum gehe, mehr unverpackte Lebensmittel zu verkaufen.

„Schilleria“ heißt die Mensa des Gymnasiums. Hier wird es in der Aktionswoche für die Schüler aller Altersstufen um das Schärfen von Bewusstsein gehen. Eine Umfrage zum Thema „Milchdrinks in der Schule aus Tetrapacks“ soll alle zum Nachdenken über die Frage bringen, welche Alternativen es dazu gibt. „Natürlich“, räumt Björn Demmin ein, „dürfen wir auch die ökonomische Seite der Bemühungen nicht aus den Augen verlieren. Für die Händler muss sich Verkauf auch dann noch rechnen, wenn sie beispielsweise Obst und Gemüse unverpackt einkaufen.“

In der Schule wollen die jungen Menschen unter anderem Edelstahlflaschen verkaufen, um die Plastikflasche aus der Pause zu vertreiben. Mit dem Film „Plastik in der Welle“ soll verdeutlicht werden, wieviel Müll in den Meeren landet. Die Nutzung von Ressourcen statt Wegwerfmentalität, das ist nur eines der Stichworte dieser beispielhaften Woche. Dazu gehört auch die Ausstellung „Im Fadenkreuz“, die bis Freitag, 22. März, im Haus der Diakonie zu sehen ist und eine Kleidertauschparty, die am Sonnabend, 16. März, dort stattfindet. Das Projekt endet mit der Teilnahme der Schüler an der großen Preetzer Müllsammelaktion am Sonnabend, 23. März. „Dazu“, so die vier Schülerinnen, „wünschen wir uns sehr viele Preetzer, die einfach mit anpacken.“ Marret Bähr, bei der Stadt Preetz zuständig auch für den Bereich Umwelt und Klimaschutz: „Ich freue mich sehr über dieses Engagement der Schüler. Oft sind diese Worte viel zu abstrakt, als dass sich jeder einzelne die Auswirkungen auch auf sein eigenes Leben vorstellen könnte.“



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