

Krummbek (mm). Die Probstei hat einen neuen Männerchor! Entstanden aus einer Idee, intakten Beziehungen und einer Portion Mut. „Ich hatte einfach Bock, was Neues auf die Beine zu stellen“, sagt Initiator Timo Glock aus Schönkirchen. Im November vergangenen Jahres lädt er durch Mundpropaganda zum ersten Treffen ein. Acht Männer kommen, bunt zusammengewürfelt, nur einige kennen sich.
Einer von ihnen ist Rainer Drefs aus Schönberg. Die Einladung erreicht ihn so, wie es in der Probstei oft läuft, über persönliche Beziehungen. Von einem ehemaligen Nachbarn erhält er diese Nachricht: „Es gibt einen neuen Männerchor, kann zwar nicht singen, bin aber dabei, das wird lustig“. Nicht nur sein ehemaliger Nachbar, auch er, Drefs, sagt spontan zu. Beim ersten Treffen wird zwar noch nicht gesungen. „Wir haben erstmal nur geschnackt und überlegt, was geht“, sagt Drefs. Doch schnell wird klar: Es soll weitergehen. Gleichzeitig steht eine Frage im Raum: Wenn man schon als Chor auftreten will, braucht es jemanden, der musikalisch ein bisschen Ahnung hat.
Um mehr Menschen zu erreichen, gründen die Männer eine WhatsApp-Gruppe und teilen den Aufruf weiter. Mit Erfolg. Schon zwei Wochen später folgt das nächste Treffen. Verstärkung mit musikalischem Hintergrund kommt dazu: Peter Vöge aus Schönberg, ein ehemaliger Musiklehrer. Er kann nicht nur singen, sondern auch mit der Gitarre begleiten. Und diesmal soll es nicht beim Schnacken bleiben. Tatsächlich wird gesungen. Timo Glock bringt zwölf Lieder als ersten Vorschlag mit. „Es war gruselig“, verrät Drefs und lacht. „Wir mussten uns erstmal trauen.“
Auch die Liedauswahl passt nicht sofort. „Das war nicht das Gelbe vom Ei“, gibt er zu. Trotzdem stand nach dem Abend fest: Aufhören kommt nicht infrage. „Es geht um Spaß und nicht um Perfektion.“ Genau dieses Motto begeistert alle. So startet die Truppe als „Männerchor 1.0“ mit frischem Schwung ins neue Jahr. Der Name ist Programm: Vieles wird ausprobiert, Schlager ebenso wie Pop und Rock. Auf dem Zettel stehen Gassenhauer wie „Griechischer Wein“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Über sieben Brücken musst du gehen“, bekannt geworden durch Peter Maffay.
Weil es allen so viel Spaß macht, wird regelmäßig geprobt: dienstags um 19 Uhr im Sportheim Krummbek, wöchentlich oder alle 14 Tage, je nach Absprache. Die nächsten Monate bestätigen, was die Männer sich vorgenommen hatten: Spaß am gemeinsamen Singen ist wichtiger als Perfektion. „Wir haben nicht den Anspruch, wie Profis aufzutreten“, sagt Drefs. Tatsächlich klingen die Stücke auch nach vielen gemeinsamen Singabenden holprig. Doch bei einer Probe im April lief es plötzlich runder. „Auf einmal merkten wir, dass Sicherheit reinkommt“, sagt Drefs. „Irgendwie waren wir jetzt angekommen.“
Demnächst will Männerchor 1.0 auf einer großen privaten Feier singen. Ob das ein Erfolg wird, sehen die Sänger gelassen. „Egal wie es läuft, es geht weiter.“ Der Chor denkt längst über den ersten Auftritt hinaus. Ein Logo ist inzwischen entworfen. Demnächst soll einheitliche Kleidung gekauft werden. Rund zehn Männer sind derzeit dabei. Sie kommen aus der gesamten Probstei und aus Preetz. Und sie wollen mehr werden. „Wir wollen wachsen“, sagt Initiator Glock. Willkommen sind Männer zwischen 18 und 80, Alter spielt keine Rolle. Hauptsache, jemand hat Lust am Singen. Musikalisch setzt sich der Chor Grenzen nur in eine Richtung: „Wir singen alles von Schlager bis Pop und Rock, nur angestaubte Musik ist tabu“, so Glock. Wer mitsingen möchte, darf sich bei ihm unter Telefon 0152-27681487 oder per E-Mail an maennerchor1.0@web.de melden.


