Michael Scheil
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40 Jahre Gastfreundschaft im Restaurant Störtebeker

Grömitz. „Alles für den Gast“, mit dieser Idee starteten Bernd und Simone Weidemann die mittlerweile 40-jährige Erfolgsgeschichte des Restaurants Störtebeker in der Wicheldorfstraße in Grömitz. Heute wird der Gastronomiebetrieb mit der gleichen Philosophie von Tochter Sabrina und ihrem Ehemann Robert weitergeführt. Seit etwas mehr als drei Jahren hat sie das Ruder übernommen und tritt damit in die Fußstapfen ihrer Eltern.

Die Eröffnung

Im Jahr 1986 ging für Bernd und Simone Weidemann ihr Traum des eigenen Restaurants in Erfüllung. Sie übernahmen die zentrumsnahen Räume, in denen zuvor die „Disko No 1“ über Jahre hinweg Kultstatus für die Grömitzer Partyszene erreicht hatte und schließlich aus Lärmschutzgründen schließen musste. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten eröffneten die Weidemanns das Restaurant Störtebeker am 11. Juli 1986. Bernd in der Küche, Simone im Service. Die Bullaugen aus der alten Eingangstür der Disko finden sich übrigens bis heute als Dekoelemente am Stammtisch wieder und erinnern die Familie täglich daran, was sie in den letzten 40 Jahren aufgebaut haben.

Damals sei alles noch ein bisschen anders gewesen, erinnert sich Bernd Weidemann: „Die Saison war viel kürzer. Davor und danach konnte man hier die Bürgersteige hochklappen.“ Doch die Betreiber wollten von Beginn an nicht nur eine Anlaufstelle für hungrige Urlauber sein, sondern auch eine feste Größe für die Grömitzerinnen und Grömitzer werden. Deshalb hatten sie von Beginn an ganzjährig geöffnet und so eine treue Stammkundschaft für sich gewinnen können, die gleichermaßen aus Urlaubern und Einheimischen bestand und besteht.

Die Küche

In der Küche des Störtebekers wurde schon immer auf Regionalität gesetzt. „Schließlich hat unser Lebensraum alles zu bieten, was wir für unsere Gerichte brauchen“, sagt Bernd Weidemann. Auch Tochter Sabrina führt das Konzept fort und ergänzt: „Unsere Küche ist ehrlich, regional und frisch.“ Während Vater Bernd für die Schleswig-Holsteinische Hausmannskost brennt, setzt Tochter Sabrina auf Nachhaltigkeit und darauf, möglichst ressourcenschonend zu kochen. Die Speisekarte kommt daher zum Beispiel ohne Gerichte mit Kalbsfleisch oder Maischolle aus.

Dafür findet man saisonale Köstlichkeiten wie Grünkohl oder Spargel, regionale Zutaten oder auch das „Signature Dish“ Störtebekers Senfsüppchen. Letzteres hat Bernd Weidemann vor über 25 Jahren auf die Karte gebracht. Seitdem ist es nicht mehr wegzudenken und wird nicht nur von den Stammgästen gerne bestellt.

Ob kreative Speisen wie Tatar vom Beef und Matjes „Hanseatic Style“, regionale Spezialitäten wie Rumpsteak der Deutschen Färse aus Schleswig-Holstein oder bodenständigen Klassikern wie Störte-Burger und Pannfisch, die Zutaten werden allesamt frisch verarbeitet. Oder wie Bernd Weidemann es ausdrückt: „Hier wird der Salat selbst geschnitten, die Schnitzel selbst geklopft und die Kartoffeln von Hand geschält. Alles aus Liebe zum Handwerk.“

Sabrina Weidemann und das Störtebeker

Der Charme des Störtebekers ist geprägt von der Nähe zu den Gästen und Familiengefühl. Tochter Sabrina war schon als Baby immer dabei und fing früh an, die Eltern mit Gläserspülen und später im Service zu unterstützen. Sogar ihren Namen hat sie auf Vorschlag eines Stammgastes bekommen, da sich Simone und Bernd Weidemann einfach nicht einigen konnten.

Doch das die heute 37-Jährige den Betrieb der Eltern einmal übernehmen würde, war trotz der engen Verbindung zum elterlichen Betrieb nicht von Anfang an vorbestimmt. Bernd und Simone Weidemann haben ihre Tochter immer darin unterstützt, den eigenen Weg zu finden und sie in ihrem Vorhaben motiviert, einige Zeit ins Ausland zu gehen. Als Vater Bernd dann jedoch eines Tages verkündete, den Betrieb eventuell verkaufen zu wollen, ließ Sabrina Weidemann der Gedanke nicht mehr los, zurück zu den Wurzeln zu kehren und das Störtebeker zu übernehmen. So stieg sie im Jahr 2012 mit ein und startete parallel ein Betriebswirtschafts-Studium. Es folgte eine Fortbildung zur anerkannten Beraterin für Deutsche Weine und die Ausbildereignung. Während Bernd und Simone sich selbst als Praktiker bezeichnen und vieles während ihrer Zeit im Störtebeker gelernt haben, wollte Sabrina auch theoretisch bestmöglich vorbereitet sein. Betriebswirtschaft und Personalmanagement seien dafür wichtige Faktoren, auch in Anbetracht der aktuellen Lage von Wirtschaft und Arbeitsmarkt.

Seit dem 1. Mai 2023 ist sie offiziell Geschäftsführerin und Inhaberin des Restaurants Störtebeker und genau wie zu den Anfängen, arbeitet auch sie Seite an Seite mit ihrem Ehemann Robert, er in der Küche und sie im Service. Zwar hat das Ehepaar frischen Wind in den Gastraum und die Küche gebracht, der Charme des Störtebekers, so wie man es in Grömitz kennt, ist jedoch erhalten geblieben. Nur ein bisschen digitaler ist es geworden mit neuer Webseite, WhatsApp-Reservierung und Social Media Auftritten mit viel Humor und teilweise viralen Reichweiten.

40 Jahre Erfahrung

Bernd Weidemann ist ein Geschäftsmann der alten Schule, könnte man sagen. Bei ihm hat der Handschlag Gewicht und auf sein Wort ist Verlass. Auch diese Werte hat er seiner Nachfolgerin mitgegeben. Die langjährigen Geschäftsbeziehungen zu Technikern, Wartungsfirmen und Partnern wusste er immer zu pflegen und zu schätzen. Gemeinsam sei man durch dick und dünn gegangen. Das führt dazu, dass die langjährigen Partnerschaften vertrauensvoll und zuverlässig funktionieren, heute für reibungslose Abläufe sorgen und die Partner im Notfall auch mal abends oder an den Wochenenden bereitstehen. Die Verbindungen zum Grömitzer Hühnerhof, zu einem lokalen Weingut (Ingenhof Malkwitz) oder zu lokalen Fleischerzeugern sorgen für stabile Qualität aus Ostholstein und davon profitiert schließlich auch der Gast. 40 Jahre Erfahrung gehen außerdem an den Abläufen in der Küche und im Service nicht spurlos vorüber. Die Mitarbeiter verstehen sich ohne Worte, alle sind perfekt aufeinander abgestimmt und die Stärken jedes einzelnen greifen ineinander. So kann sich Sabrina Weidemann im Service, genau wie ihre Eltern auch, genug Zeit für ihre Gäste nehmen und steht auch gerne für den ein oder anderen Schnack bereit.

Jubiläumsfeier am Samstag

Am Samstag, dem 11. Juli, laden die „Weidemänner“ vom Störtebeker alle Freunde und Gäste herzlich ein, zwischen 11 und 17 Uhr gemeinsam auf das Jubiläum anzustoßen. Wer anlässlich des Jubiläums etwas Gutes tun möchte, hat die Möglichkeit, einen freiwilligen Beitrag in die aufgestellte Spendendose zu geben. Auf Blumen und Geschenke möchte die Familie gerne verzichten. Der Erlös kommt dem Verein Kinder auf Schmetterlingsflügeln zugute. (ko)


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