Marco Gruemmer

Ein Schulcampus für Generationen

Neustadt in Holstein. Mit der offiziellen Übergabe des zweiten Bauabschnitts ist eines der größten Bauprojekte in der Geschichte der Stadt Neustadt einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Im Rahmen eines Festaktes wurden zwei umfassend sanierte Gebäudeteile des Küstengymnasiums als ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen Bildungsstandort ihrer Bestimmung übergeben.

„Wir schaffen einen wichtigen Baustein für die Zukunft unseres Schulstandortes und investieren ganz bewusst in das, was für eine Kommune von unschätzbarem Wert ist: in die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen“, betonte Bürgermeister Mirko Spieckermann. Schulen seien weit mehr als Orte der Wissensvermittlung. Sie seien Räume der Begegnung, der Persönlichkeitsentwicklung und des gemeinsamen Lernens. „Hier werden Grundlagen für das spätere Leben gelegt, Talente entdeckt und Freundschaften geschlossen.“

In den vergangenen drei Jahren wurden die Trakte 1 und 8 umfassend saniert und modernisiert. Entstanden sind neun allgemeine Klassenräume, zwei Gruppenräume sowie zwölf modern ausgestattete Fachunterrichtsräume für Musik sowie die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik. „Damit schaffen wir moderne Lernbedingungen, die den Anforderungen einer zeitgemäßen Schule gerecht werden und gleichzeitig Raum für neue pädagogische Konzepte bieten“, so Spieckermann.

Mit Investitionen von rund 16,8 Millionen Euro setzt die Stadt Neustadt ein deutliches Zeichen für einen starken Bildungsstandort.

Schulleiter Karsten Kilian erinnerte an den langen Weg bis zur Fertigstellung. Bereits 2017 begannen die ersten Planungen, 2018 fiel die Entscheidung für den endgültigen Standort, ehe 2020 die Bauarbeiten starteten. Kurz darauf stellte die Corona-Pandemie das Projekt vor besondere Herausforderungen. „In gewisser Weise war das eine der seltsamsten Fügungen. Die größten, lautesten und staubigsten Arbeiten fanden im Lockdown statt“, blickte Kilian zurück. Der erste Bauabschnitt konnte 2023 abgeschlossen worden.

Besonders hob der Schulleiter die enge Zusammenarbeit zwischen Schule und Stadt hervor. „Diese Schule ist nicht für uns gebaut worden, sie ist mit uns gebaut worden“, sagte Kilian. Weil die pädagogischen Vorstellungen der Schule von Beginn an in die Planungen eingeflossen seien, verfüge das Küstengymnasium heute unter anderem über 50 Prozent mehr Differenzierungsflächen als üblich. „Das ist eine Haltung. Die Haltung einer Stadt, die ihrer Schule vertraut.“

Auch Oliver Claussen vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein zeigte sich beeindruckt: „Es ist ein Gesamtkunstwerk.“

Beatrix Spiegel, Vorsitzende des Ausschusses für gesellschaftliche Angelegenheiten, erinnerte in ihrer Festrede an den intensiven und mitunter kontroversen Planungs- und Entscheidungsprozess. „Es war eine spannende Zeit. Jetzt haben wir einen Ort der Vielfalt, Kreativität, Tatkraft und Innovation“, sagte sie.

Die Entwicklung des Küstengymnasiums ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Mit dem dritten Bauabschnitt, der die Sporthallen und die Außenanlagen umfasst, soll die Modernisierung konsequent fortgesetzt werden. Die erforderlichen finanziellen Mittel sind bereits im Investitionsplan der Stadt vorgesehen. (mg)


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