Neustadt im Zeichen klassischer Yachten: Zur Max-Oertz-Regatta treffen sich rund 50 Traditionssegler
Neustadt in Holstein. Wenn ab morgen die ersten klassischen Yachten in Neustadt festmachen, weht wieder eine Brise großer Segelgeschichte durch den Hafen. Blank poliertes Holz, wehende Flaggen und elegante Linien auf dem Wasser: Die Max-Oertz-Regatta verwandelt die Hafen- und Europastadt am Wochenende einmal mehr in eine Bühne für maritime Tradition und zeitlose Schiffsbaukunst.
Zum 23. Mal richtet der Freundeskreis Klassische Yachten (FKY) die Regatta zu Ehren des berühmten Yachtkonstrukteurs Max Oertz aus. Mehr als 50 Boote aus Deutschland, Dänemark und der Schweiz werden erwartet. Mit dabei sind unter anderem Hansajollen, Folkeboote, Schärenkreuzer und 12-Meter-Yachten. Dazu zählt auch die „Heti“, die ebenso wie die „Andromeda“ zu den Original-Konstruktionen von Max Oertz gehört.
Die ersten Wettfahrten beginnen am Freitag, 29. Mai, um 12 Uhr mit der Up-and-Down-Regatta. Am Sonntag, 30. Mai, fällt ebenfalls um 12 Uhr das Ankündigungssignal zur eigentlichen Max-Oertz-Regatta.
Doch nicht nur auf dem Wasser ist viel los. Auch an Land gibt es einiges zu sehen. Besonders das Einlaufen der Schiffe sorgt jedes Jahr für besonderes Flair im bunt beflaggten Hafen. Am Samstag und Sonntag können Zuschauer die Yachten jeweils ab circa 15 Uhr zwischen Neustädter Segler-Verein und Netzplatz bestaunen. Am Samstag begleitet zudem eine Trommelgruppe am Jungfernstieg das Einlaufen der wunderschönen Klassiker.
Anschließend machen die teils fast 100 Jahre alten Schmuckstücke im Bereich des Fischeramts fest, wo sich auch das Veranstaltungsgelände mit Bierwagen und Foodtrucks befindet. Dort startet ab 17 Uhr das Rahmenprogramm mit unplugged gespielter Gitarrenmusik der „Rusalka Crew“. Nach der Siegerehrung (um 19 Uhr) kann ab 21 Uhr im Festzelt zu Livemusik das Tanzbein geschwungen werden. (he)
Über Max Oertz
Max Oertz stammt aus Neustadt und hat es von hier aus bis in die internationale Spitze des Yachtbaus geschafft. 1871 geboren in der Fischerstraße, wuchs er mit dem Blick auf den Hafen auf, der seinen weiteren Weg prägen sollte.
Von Neustadt führte ihn sein beruflicher Weg nach Berlin zum Studium des Schiffbaus und anschließend auf Werften in ganz Deutschland. Später machte er sich als Konstrukteur selbstständig und wurde zu einem der gefragtesten Yachtbauer seiner Zeit. Seine Entwürfe standen für Tempo, Eleganz und technischen Anspruch, darunter auch die für Kaiser Wilhelm II. gebaute Schoneryacht „Meteor IV“.
Oertz entwickelte darüber hinaus eigene technische Lösungen für die Schifffahrt. Sein Oertz-Ruder fand international Beachtung und gilt bis heute als bedeutende Innovation. In Neustadt erinnert seit 2023 ein Denkmal an ihn. Es steht an der Hafenostseite in Höhe der Fischerstraße und zeigt das bekannte Oertz-Ruder als Zeichen dafür, dass einer der großen Namen des Yachtbaus hier seinen Anfang nahm. (he)
Unter Segeln durch die Zeit: die „Heti“
Es gibt Schiffe, die sind ein Stück gelebte Geschichte auf Wasser. Die historische Hamburger Rennyacht „Heti“ gehört genau in diese Kategorie.
Gebaut wurde sie 1912 in Hamburg auf der Werft von Max Oertz, der sie auch selbst entwarf. Auftraggeber war der Lübecker Kaufmann Hermann Eschenburg, der das Schiff nach seiner jüngsten Tochter Hedwig – genannt „Heti“ – benannte.
Die „Heti“ ist eine klassische Rennyacht der 12mR-Klasse (12-Meter-Yacht), die als Königsklasse des Segelsports gilt. Diese ikonischen Yachten stehen für elegante Linien, solide Hochseetauglichkeit und sehr gutes Segelverhalten bei hoher Geschwindigkeit. Ihre Blütezeit hatten sie vor allem zwischen den 1930er und 1950er Jahren.
Heute wird die Yacht vom „Verein Freunde der Segelyacht Heti“ betreut. Ihr Heimathafen ist Hamburg. In der Saison liegt sie häufig in Kiel und ist dort regelmäßig bei Regatten auf der Ostsee unterwegs, etwa bei der Kieler Woche oder den German Classics. (red/he)



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