Reporter Eutin

5500 Haushalte ohne Gas

Eutin (aj). 5500 Haushalte in Eutin und Rothensande ohne Gas, 300 Techniker*innen und Helfende im Dauereinsatz, ein Krisenstab unter der Leitung des Stadtwerke-Geschäftsführers Marc Mißling und des Eutiner Bürgermeisters Carsten Behnk in Aktion - die Situation, die vom frühen Sonnabendmorgen bis in den Sonntag hinein die Stadt beschäftigte, war durchaus einmalig: Bei einer routinemäßigen Kontrolle der Gasleitungen durch den Netzbetreiber, die SH Netz, war in der Neversfelder Straße in Bad Malente-Gremsmühlen ein Leck entdeckt worden: „Daraufhin wurde die Gasversorgung aus Sicherheitsgründen sofort heruntergefahren“, erklärte Frank Ohm, der als verantwortlicher Mitarbeiter SH Netz die Reparaturarbeiten vor Ort in Malente koordinierte. Von der Abschaltung betroffen waren die genannten 5500 Haushalte in Eutin und Rothensande: „Andere Orte, die in den sozialen Netzwerke kursieren, sind nicht eingeschränkt“, betonte Ohm an der Baustelle. Um 1.09 Uhr waren die Schaltstellen in Eutin informiert worden und nur wenig später hatte der Stab seine Arbeit aufgenommen.
Die Bevölkerung wurde über die Medien, über das Internet und durch Durchsagen aufgefordert, die Absperrhähne in den Häusern zu schließen, um nach Abschluss der Reparaturarbeiten der SH Netz in Malente die Hausversorgung wieder risikolos und störungsfrei hochfahren zu können. Fahrzeuge von Johannitern, Polizei und Feuerwehr fuhren dafür alle Straßenzüge der Stadt ab. Derweil ging die Schadensbehebung in Malente zügig voran: „Wir haben einen Bypass gelegt, um die betroffene Stelle zu überbrücken und das Rohrsegment mit dem Leck entfernt“, erläuterte Frank Ohm. Bereits um 12.10 Uhr kam die Nachricht, dass die Gasversorgung wieder möglich sei.
Die Arbeit aber war damit keineswegs beendet: Während in der Neversfelder Straße in Malente gedengelt und geschweißt wurde, waren Technikteams in Eutin unterwegs von Tür zu Tür, um die Gasanlagen wieder in Gang zu setzen. Eine wahre Mammutaufgabe, bei der die Fachkräfte der Stadtwerke Eutin von den Profis der benachbarten Stadtwerke, vom Zweckverband Ostholstein sowie von ortsansässigen Fachfirmen unterstützt wurden. Entsprechend sagte Christian Kulessa als Technischer Leiter der Stadtwerke: „Bitte wundern Sie sich nicht, wenn Mitarbeiter beispielsweise der Stadtwerke Neumünster, des Zweckverbandes Ostholstein, der Stadtwerke Neustadt, der Gemeindewerke Stockelsdorf, der VSG, der Travenetz oder eines anderen Unternehmens bei Ihnen vor der Tür stehen. Mehrere Nachbarunternehmen der Versorgungsbranche sind am Wochenende in Eutin dabei, die Stadtwerke der Kreisstadt aktiv zu unterstützen, damit alle 5500 Haushalte so schnell wie irgend möglich wieder an die Gasversorgung angeschlossen werden können.“
Bereits kurz nach Mitternacht am am frühen Sonntag war es schließlich gelungen, alle Erdgaskunden wieder ans Netz anzuschließen - bis auf 22, bei denen die Bewohner nicht angetroffen worden waren. Dort wurde eine Servicenummer hinterlassen.
„Mein Dank gilt all unseren Technikern und ihren Helfer aus anderen Betrieben und der privaten Wirtschaft“ betonte Marc Mißling und führte aus: „Sie gemeinsam haben in einem grandiosen Kraftakt dazu beigetragen, diese beispiellose Situation zu meistern.
Erleichtert wurde unsere Arbeit durch die äußeren Umstände: Es herrschen derzeit fast frühlingshafte Temperaturen, und wegen der Corona-Pandemie waren die meisten unserer Gaskundinnen und -kunden zu Hause anzutreffen. Mein Dank gilt allen Kolleginnen und Kollegen aus unserem Betrieb, aus den benachbarten Stadtwerken und der freien Wirtschaft für die schnelle und solidarische Hilfe.” Bürgermeister Carsten Behnk schloss sich an: „Dieser Einsatz war beispiellos. 5500 Haushalte ohne Gas – diese Situation hatten wir so noch nie. Dank der Notfallpläne der Stadtwerke und der Stadt, die hervorragend gegriffen haben, konnten wir die Lage rasch in den Griff bekommen. Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern, bei der Feuerwehr, dem THW, den Johannitern und anderen. Die Solidarität der Stadtwerke aus dem ganzen Land war einmalig. Auch unsere örtlichen Installationsbetriebe haben stark unterstützt. Das ist großartig. Vielen Dank.“


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