Reporter Eutin

„Bäume pflanzen statt Parkplätze zu bauen!“

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Eutin (aj). Auf elf eng beschriebenen DIN A4-Seiten haben die Mitglieder der Eutiner Fridays for future-Gruppe aufgeführt, welche Maßnahmen sie vom Kreis vom Ostholstein in Sachen aktiver Klimaschutz erwarten. Vor gut zwei Wochen erfolgte eine Übergabe des Papiers im Rahmen einer Mahnwache vor dem Kreishaus an Nils Hollerbach, Fachbereichsleitung Planung, Bau und Umwelt, und Anja Scheffler, die Klimaschutzmanagerin des Kreises.

Während im Ostholsteinsaal Landrat Reinhard Sager über die aktuelle Corona-Lage im Kreis informierte, gaben die Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Haupteingang singend und mit gewohnt ideenreichen Sprechchören alles dafür, dass auch der Klimaschutz im Bereich der öffentlichen Wahrnehmung bleibt. Unterstützung kam von der Gruppe der Parents for future. Klartext redete dann Julika Burggraf. Die Elfjährige prangerte Korallensterben und Massentierhaltung an und nahm den Kreis in die Pflicht: „Ich wünsche mir, dass Sie den Öffentlichen Personennahverkehr fördern, den Radverkehr, das Dämmen von Gebäuden und Solaranlagen, dass Sie Bäume pflanzen statt Parkplätze zu bauen“, so die Elfjährige, die zudem anmahnte: „Wir haben uns viel Mühe gegeben und wünschen uns, dass Sie sich auch Mühe geben!“

Was damit im Einzelnen gemeint ist, wird im Forderungskatalog detailliert aufgelistet und aufgeführt. An erster Stelle steht dabei die Ausrufung des Klimanotstandes durch den Kreis Ostholstein. Das aktuelle Klimaschutzkonzept sei nicht ausreichend, um die notwendige Minimierung der Nutzung fossiler Brennstoffe zu erreichen. Zu den allgemeinen Forderungen zählen außerdem die Einbeziehung von Institutionen auf breiter Ebene, die Weiterentwicklung von Demokratie und Teilhabe und regelmäßige Berichte über Pläne und Fortschritte zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Dabei wollen sich die jungen Klimaschützer*innen nicht mit Willensbekundungen zufrieden geben, sondern den Klimaschutz als feste Größe etabliert wissen: „Es soll ein eigenständiger Fachbereich für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz eingerichtet werden, welcher mit ausreichend Personal und Mitteln ausgestattet wird und verwaltungsübergreifend die Planung und Umsetzung zur Klimaneutralität leitet und koordiniert“, heißt es dazu im Papier. Zu zentralen Punkten wie Verkehrswende, Wärme- und Energiewende, Landwirtschaft, Grünflächenplanung, Biodiversität und Ernährung werden die entsprechenden Maßnahmen aufgelistet. Kaum ein Lebensbereich wird ausgespart, auch Digitalisierung, Wirtschaft, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit werden beleuchtet. Die Jugend erwartet viel und setzt dafür klare Fristen: Es soll erreicht werden, dass 25 Prozent der Menschen, die noch mit dem eigenen motorisierten Fahrzeug unterwegs sind, auf den ÖPNV aufsteigen - überzeugt durch gute Angebote wie ein bis 2021 einzuführendes 1-Euro-Ticket und die Erhöhung der Taktung, insbesondere zu gewöhnlichen Arbeitszeiten und Randzeiten. Punkte, die sicher auch in der Breite Zustimmung finden. Anderes wie die ebenfalls geforderte „angemessene Bepreisung jedes Parkplatzes auch für Mitarbeiterparkplätze“ oder die „Rückbauquote für Parkplätze von 4 Prozent pro Jahr“ dürfte kontrovers diskutiert werden. Darauf, dass überhaupt ernsthaft diskutiert wird, hoffen die Mitglieder der Fridays – Initiativen. Ein Gremium, in dem dies möglich ist, ist die Arbeitsgruppe Klimaschutz des Kreises, der auch FFF-Mitglieder angehören. Deren Treffen allerdings sollen, so ein Vorschlag der Kreisverwaltung, von viermal jährlich auf zweimal jährlich reduziert werden, weil, so heißt es in der Begründung, „vergangene Sitzungen keinen Bedarf an vermehrten Treffen aufgezeigt“ hätten. Klimaschutzaktivist Tilo Hegenberg sieht das äußerst kritisch: „Das nimmt der Diskussion die Dynamik!“


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