Reporter Eutin

„Bewegung macht schlau!“

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Eutin (ed). Rollbrettfahren, Jonglieren, Körbewerfen, Torwandschießen, Balancieren, Eishockeyspielen, Hüpfburghüpfen und Badmintonspielen – und das alles in der Turnhalle der Großen, zu denen die Kleinen ab Sommer auch gehören. So sah in diesem Jahr das Projekt Übergang von KiTa zu Grundschule aus – zum ersten Mal als großes Spiel- und Sportfest für die angehenden Schulkinder der Eutiner Kindergärten. „Das Projekt ist nicht neu“, sagt Barbara Lehmann, die Koordinatorin seitens der der Gustav-Peters-Schule an der Blauen Lehmkuhle. Jahr für Jahr werden die Schulkinder der KiTas zu einem Schulvormittag an der Schule eingeladen, an der sie im Sommer eingeschult werden. „Dieses Jahr wollten wir gern eine andere Form des Übergangs gestalten – mit allen zusammen.“ Die Idee dazu kam von Netti Thonigs, der Leiterin der KiTa Kinderinsel – „es ist so viel liegen geblieben über die Corona-Zeit hinweg“, sagt sie, „gerade bei den Kindern und in Sachen Bewegung – deswegen ist jedes Kind, das sich hier heute bewegt, ein echter Gewinn.“ Also wurde die Aktion Fit and Fun von der Sportjugend Schleswig-Holstein eingeladen, für die angehenden Schulkinder ein großes Spiel- und Sportfest auszurichten. Dazu die angehenden Schulkinder aller Eutiner KiTas – an einem Tag alle, die an der Blauen Lehmkuhle eingeschult werden, am nächsten Tag die Schulkinder für den Kleinen See und Fissau. Und flugs kam Anna Heuer von der Sportjugend mit einem kleinen Team und dem großen Sportjugendbus nach Eutin und hatte ganz viele Kisten voller toller Bewegungsstationen an Bord. „Es soll ein richtiges Bewegungsfest sein, gesponsert wird das von den Sparkassen“, sagt sie, „so können wir das kostenfrei und immer in Verbindung mit einem Verein vor Ort Schulen und Kindergärten zur Verfügung stellen.“ Ein Verein war in Eutin schnell gefunden – Eutin 08 stellte nur zur gern seinen BFDler Konrad mit einer super Torwand zur Verfügung. Und der Vereinsservice des Landessportverbands steuerte noch eine große, bunte Hüpfburg bei, sodass Spiel, Sport und vor allem Spaß nichts mehr im Weg stand. Mit Stempelkarte ausgerüstet starteten die Noch-KiTa-Kinder in der Turnhalle der Gustav-Peters-Schule an der Blauen Lehmkuhle ihren Stationen-Parcours – natürlich in bunt aus allen KiTas zusammengemischten Teams. „Die Stationen sind darauf ausgelegt, die Grundfertigkeiten abzudecken“, erklärt Anna Heuer, „Laufen, Springen, Werfen, Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft zu fördern und die koordinativen Fähigkeiten zu stärken.“ An jeder Station werden die Kinder vom Team der Sportjugend und ihren ErzieherInnen begleitet und haben einen Riesenspaß dabei, sich mit dem Badminton- oder dem Hockeyschläger auszuprobieren, Bälle abzuwehren oder im Basketballkorb zu versenken. Ganz nebenbei lernen sie die Kinder kennen, neben denen sie ab August vielleicht in einer Klasse sitzen oder auf dem Schulhof spielen. „Natürlich steht im Vordergrund der Kontakt zur Schule“, sagt Netti Thonigs, „und dass sich alle, die zusammen eingeschult werden, schonmal gesehen haben. Aber das Coolste an Fit and Fun ist die Bewegung.
Denn Bewegung ist nicht nur gesund, sie fördert auch die körperliche, geistige und emotionale Entwicklung. Bewegung macht klug – und geben wir Kindern keine Bewegungsräume, schränken wir sie ein.“ Einschränken muss sich kein einziges Kind an diesem Vormittag, alle dürfen sich austoben, ausprobieren und ein bisschen wetteifern – wer zuerst auf dem Rollbrett die Bahn schafft oder die meisten Bälle versenkt. „Es geht um Bewegung, Spiel und Spaß“, schmunzelt Anna Heuer, „aber ein paar kleine Wettkämpfe wie beim Tauziehen oder dem Schwimmen auf Rollbrettern sind natürlich auch dabei, das finden Kinder meistens cool.“ Und cool finden die KiTa-Kinder so ziemlich alles an diesem Vormittag – das Balancieren über Hindernisse, das Jonglieren mit Bällen und Tüchern und den Jubel, wenn der Ball durchs Loch in der Torwand geht. Aus der Hüpfburg tönt Spaßgeheul und die auf den Rollbrettern zurückgelegten Meter sind kaum noch zu zählen.
Zur Frühstückspause finden die Kinder sich ein bisschen unwillig ein, „ich hab doch noch gar keinen Korb geworfen!“. Und sogar das eine oder andere Schulkind steht ein bisschen wehmütig an der Scheibe zur Turnhalle und hätte echt gern mitgemacht.


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