Reporter Eutin

Da wollten sogar die Rehe mitmachen…

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Malente (ed). Die Ferienbetreuung in Malente ist eine echte Gemeinschaftsproduktion – hier arbeiten die Teams der Offenen Ganztagsschulen (Träger ist der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Ostholstein) aller Malenter Schulen Hand in Hand mit der Gemeinde. Sie erarbeiten ein Programm, das alle Kinder miteinbezieht, das Bewegung verschafft, Kreativität entfalten lässt, Möglichkeiten für jedes Kind bietet und, das Allerwichtigste: allein einen Riesenspaß macht. Ob es das Fußballspielen auf dem „Zocker“, dem Sportplatz gegenüber der Schule an den Auewiesen ist, das Matratzenrennen in der Sporthalle, der Ausflug in den Wildpark, das Basteln, Spielen, Malen – die Ferien sind abwechslungsreich und lustig. Und in diesen Herbstferien haben die Kinder auch noch die – im wahrsten Sinne des Wortes – wildesten Sachen erlebt. Denn: „Wir haben beschlossen, in den Herbstferien mit den Kindern eine Waldwoche zu machen“, erzählt Gabi Dummer, die Leiterin der OGS in Sieversdorf, die die Ferienbetreuung dieses Mal koordiniert hat. „Wir leben hier in so schöner Natur, die wollten wir entdecken und erkunden – außerdem passt das prima zum Herbst.“

Also wurde es „waldig“ – Ausflüge ins Wildgehege zum Kastaniensammeln für Kastanienmännchen standen natürlich auf dem Programm und wurden noch abenteuerlicher als gedacht: „Wir haben Wildschweine gesehen“, erzählt Baraa ganz aufgeregt, „die haben ganz lange, spitze Zähne.“ „Und wir haben geholfen, einen Hirsch zu suchen“, sagt Vidar, „haben ihn aber nicht gefunden.“ Dafür hat ihnen aber einer der Tierpfleger im Wildgehege eine Menge über das Wild erzählt, das hier lebt, „das war spannend.“ Und weil Basteln im Herbst noch mehr Spaß macht als sonst und die tollsten Sachen dafür zu finden sind, bastelten die Kinder Kastanienmännchen, Schnüre mit bunten Herbstblättern dran, riesenlange Waldschlangen und all die tollen Sachen, die man aus Kastanien, Tannenzapfen und Blättern eben so machen kann. Ideen haben Gabi Dummer und ihre KollegInnen ja immer und reichlich, langweilig wird es sogar für die Kinder nie, die eigentlich voll so gar keinen Bock haben aufs Basteln – „wir haben sogar aus Stöcken und Zapfen ein Waldmobile gemacht“, erzählt Laura, „das haben wir alles selbst gesammelt.“ Außerdem dürfen natürlich die Ausflüge auf den „Zocker“ und auf den Spielplatz nicht fehlen – zum Bewegen und Austoben gehts fast jeden Tag raus an die Luft und die Kinder finden es super. Wie eigentlich alles an der Ferienbetreuung.

Richtig super war auch wieder das Essen, da sind die Kinder sich einig – „jeden Tag frische Brötchen zum Frühstück“, schwärmt Piet, „das war das Tollste. Außer den Hot Dogs, die waren noch toller.“ Denn die gibts traditionell am letzten Tag als Abschiedsessen und werden von den Kindern heiß geliebt. Vor allem, weil der letzte Tag meistens sehr arbeitsreich ist, schließlich muss für die Abschiedsparty alles vorbereitet werden – „wir haben Fliegenpilzmuffins gebacken“, erzählt Stella, „mit Zuckerguss in Rot-Weiß und Pink-Weiß, die Punkte waren echt nervig.“ Und natürlich gibts Punsch, den zu machen hat Vidar geholfen: „Ich hab Äpfel geschnibbelt“, sagt er zufrieden, „die haben wir zusammen mit Punsch- und Zitronensaft gekocht.“ Punsch braucht man natürlich: „Genau, wir machen nämlich eine Waldparty“, freut sich Damon, „da dürfen nur Tiere mitmachen.“ Also haben sich alle Tiermasken gebastelt, eine nette Abwechslung zur Mund-Nasen-Maske, grinsen die Kinder – die Walddeko für dieParty-Location hatten sie ja schon während der Woche gebastelt. Als die Katzen, Panther, Eisfüchse, Hasen und Rehe dann endlich in die Halle durften – denn wie die am Ende aussieht, wenn die Erwachsenen sie geschmückt und vorbereitet haben, ist eine Überraschung – sind sie echt platt: „Wie cool“, staunen die Kinder, als sie von Waldgeräuschen und waldigem Licht, Blättern und Bäumen empfangen werden. Das sanfte Gezwitscher allerdings weicht schnell lauter Musik und das, worauf sie sich schon den ganzen Tag freuen, fängt endlich an: „Stopptaaaaaanz“. Glücklicherweise sind in knapp zwei Monaten wieder Ferien…

Mehr als 20 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren hatten hier eine Ferienwoche richtig viel Spaß, kein Wunder, dass die Malenter Ferienbetreuung so gut angenommen wird. „Wir haben hier eine Menge „Wiederholungstäter“. Und das Schöne ist“, freut sich Gabi Dummer, „dass hier zwischen Kindern aus unterschiedlichen Schulen echte Freundschaften entstehen, die sich richtig beruhigend auswirken und Kinder, die sonst eher auffällig sind, hier ganz entspannt sein können.“
Und als hätten sie gehört, wie cool die Waldwoche ist und wieviel Spaß die Kinder haben, spazierten eines Tages drei Rehe auf den Pausenhof – zur großen Freude der Kinder, die den wilden Besuch ausgiebig bewundern konnten. „Das hat super gepasst“, schmunzelt Gabi Dummer, „als hätten wir sie bestellt.“


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