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Der Wunschbaum, der nicht nur zu Weihnachten hilft

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famila-Warenhausleiter Heinrich Evers, Familienhelferin Monika Schulze und die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Heidi Feilke freuen sich über einen Wunschbaum, der das ganze Jahr über hilft: Bei famila dürfen wieder Gutscheine gepflückt werden – sie kommen vom Kinderschutzbund Eutin betreuten Familien in Not immer dann zugute, wenn finanzielle Engpässe eintreten.

famila-Warenhausleiter Heinrich Evers, Familienhelferin Monika Schulze und die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Heidi Feilke freuen sich über einen Wunschbaum, der das ganze Jahr über hilft: Bei famila dürfen wieder Gutscheine gepflückt werden – sie kommen vom Kinderschutzbund Eutin betreuten Familien in Not immer dann zugute, wenn finanzielle Engpässe eintreten.

Eutin (ed). In dieser Vorweihnachtszeit gibt es viele besondere Weihnachtsbäume oder besser Wunschbäume: Man kann Kinderwünsche erfüllen, kann den Wünschewagen des ASB unterstützen, dem Tierheim mit Futterspenden helfen – und dann gibt es diesen Wunschbaum, der das ganze Jahr über hilft. Immer wenn eine Familie in Not gerät, „wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist“, sagt Heidi Feilke, die Vorsitzende des Eutiner Kinderschutzbundes – „und dann passiert das nicht, weil die Familie schlecht gewirtschaftet oder sich einen neuen Fernseher geleistet hat, sondern weil das Budget, das der Familie zur Verfügung steht, dermaßen knapp kalkuliert ist, dass wirklich nichts, keine Sonderausgabe, keine verspätete Zahlung dazwischen kommen darf.“ Und immer, wenn das dann doch mal passiert, kann der Wunschbaum helfen – denn er ist geschmückt mit famila-Gutscheinen, die abgepflückt und aufgefüllt werden dürfen. Die mit Beträgen ab 5 Euro aufwärts aufgeladenen Gutscheine werden dann am Info-Schalter abgegeben und hier aufbewahrt, bis sie an den Kinderschutzbund übergeben werden.
Den großen, schön gewachsenen und dicht dunkelgrün benadelten Weihnachtsbaum hat in schönster Weihnachtstradition die Familie Voß aus Zarnekau gespendet – und famila spendiert den Platz dafür und die Möglichkeit, dass eine solche Aktion, die so vielen Familien übers ganze Jahr hilft, überhaupt stattfinden kann. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Heidi Feilke, „das ist nicht selbstverständlich und einfach toll von Familie Voß und dem famila-Team, das freut uns wirklich sehr, das ist eine Riesen-Erleichterung für die Familien.“
„Letztes Jahr hatten wir am Ende Gutscheine im Wert von mehr als 900 Euro“, erzählt Heinrich Evers, und die hat famila dann auf glatte 1.000 Euro aufgestockt. Der famila-Warenhausleiter schmunzelt: „Es wäre ja wirklich toll, wenn wir das dieses Jahr noch toppen könnten.“ Vor allem wäre das großartig für die Familien, denn viele der von der Familienhilfe des Kinderschutzbundes betreute Familien sind von der Corona-Krise schwer getroffen: „In vielen Familien sind die Nebenjobs weggefallen“, erzählt Familienhelferin Monika Schulze, „gerade der zweite Lockdown ist spürbar und das Geld noch knapper als sonst.“ Auch wegen des Homeschoolings, das technische Bedingungen voraussetzt, die einige Familien erst schaffen mussten. Zudem sind viele der Freizeitangebote für die Kinder in diesem Jahr weggefallen, in manchen Familien ist die Stimmung angespannter als sonst – und die Geldnot macht die Sache natürlich nicht besser. So sind die Familien sozial gestresster und finanziell noch knapper als in anderen Jahren. Und ein Einkauf kann das ein bisschen besser machen, dann ist wenigstens eine Sorge vom Tisch.
Die letzten Gutscheine gehen gerade weg – und es ist umso bitterer, dass vielen der Familien in einer Zeit, in der man eigentlich in vorweihnachtlicher Fülle schwelgt, die Grundnahrungsmittel fehlen. Und doch: „Die Familien kommen nie als Bittsteller und fragen, ob sie einen Gutschein haben können“, betont Monika Schulze, „wir sind in den Familien, wir spüren die Stimmung, sehen, dass etwas fehlt. Und wenn dann im Kühlschrank Mitte des Monats nur noch eine leere Tube Majonnaise liegt, dann fragen wir vorsichtig, ob wir mal einkaufen gehen sollen.“ Die Familienhelferinnen betreuen derzeit 20 Familien mit 36 Kindern in Eutin und Umgebung – sie kennen ihre Familien, haben sich mit Einfühlsamkeit und praktischen Tipps das Vertrauen der Familien erworben. „Nur deshalb können wir fragen – und nur deshalb können die Familien so ein Angebot überhaupt annehmen.“ Gäbe es diese Möglichkeit nicht, müssten die Eltern sich für den Rest des Monats etwas borgen, um einkaufen gehen zu können – und weil das geborgte Geld ja wieder zurückgegeben werden muss, fehlt es am Ende des Monats darauf. Fehlt es an dem Notwendigsten, packen die Familienhelferinnen ihre Familien und einen Gutschein ein und ziehen los zu famila. „Das Schöne hier ist ja, dass es alles gibt“, strahlt Monika Schulze – braucht eines der Kinder also ein Paar Turnschuhe, die schlicht nicht drin sind – oder sind die Windeln aus, muss eine neue Bettdecke gekauft werden, bei famila ist das alles möglich. „Und hier können wir zeigen, dass das günstigere Produkt oftmals eine Etage weiter unten liegt – wir können, wenn nötig, ganz praktische Einkaufstipps geben, mit denen das Geld ein ganz kleines bisschen länger reicht.“ Wichtig sei es, dass die Familien selber einkaufen, die Familienhelferinnen aber dabei zur Seite stehen. „Deshlab wäre es toll, wenn die Gutscheine nicht mit mehr als 20 Euro aufgeladen werden“, so Monika Schulze, „denn sie sind nur eine Überbrückung für finanzielle Engpässe, nicht für einen Wocheneinkauf.“ Natürlich darf nach oben hin unbegrenzt gespendet werden, es wäre aber schön, wenn die Spende dann auf mehrere Gutscheine aufgeteilt würde. Und keine Sorge: Die famila-MitarbeiterInnen hängen regelmäßig neue Gutscheine nach.


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