Reporter Eutin

Durch Ausprobieren und Erleben lernen

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Hutzfeld (ed). Im Musikraum der Heinrich-Harms-Schule in Hutzfeld ist gerade Physik dran – und zwar in all ihren Facetten, spielerisch aufbereitet und bereit, Grundschüler durch Erleben und Begreifen zu faszinieren. Zu Gast ist hier die MiniPhänomenta, eine Mini-Ausgabe der Flensburger Phänomenta, wo Kinder und Jugendliche sich ebenso von Naturwissenschaften faszinieren lassen können wie Erwachsene. Experimente zu Optik, Schall oder Magnetismus enthüllen hier mit so einfachen wie spannenden Mitteln die Geheimnisse der Physik, machen verständlich, was passiert, und laden zum Ausprobieren ein. „Denn das haben unsere Kinder ein bisschen verlernt, dieses einfach-ausprobieren”, sagt Tanja von der Meirschen, Naturwissenschaftlehrerin an der Hutzfelder Außenstelle der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule, „sie haben Angst, Fehler zu machen, dabei ist es die Basis der Forschung, gerade in der Naturwissenschaft, Fehler zu machen.” Zusammen mit ihrer Kollegin Heike Krüger, der Leiterin der Hutzfelder Heinrich-Harms-Schule, hat sie die MiniPhänomenta für die Grund- wie auch die Gemeinschaftsschule ausgeliehen. Die ausgewiesenen Naturwissenschafts-Fans Heike Krüger und Tanja von der Meirschen sind Mitglieder der Sinus-Gruppe, einer Verbindung von LehrerInnen, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, den naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterricht in Schleswig-Holstein zu verbessern. Wie immer klappt das am besten, wenn man das, was man lernen soll, auch erleben, sehen, be-greifen kann. Und einen weiteren Vorteil gibt es: „Wir versuchen immer wieder, Punkte zu schaffen, an denen Klein und Groß etwas gemeinsam machen können”, erklärt Heike Krüger, „und hier klappt das ausgezeichnet.” SchülerInnen der 10. Klasse begleiten die GrundschülerInnen durch die 12 Stationen der MiniPhänomenta, beantworten die Fragen der Kinder und helfen nur, wenn es wirklich nötig ist. Denn entdecken und ausprobieren sollen die Kleinen ganz allein. „Die Stationen sollen Neugier wecken und die Angst nehmen vor dem, was passiert, wenn ich es ausprobiere”, macht Tanja von der Meirschen deutlich. Und nicht nur die Grundschule profitiert von der MiniPhänomenta, auch die Kindergärten der Gemeinde und die Kinder aus dem Kinder- und Jugendhaus Wischhof kommen vorbei und entdecken Naturwissenschaften spielerisch.
„Dürfen wir das alles ausprobieren?”, fragt dann auch Hanna aus der 2b. „Das ist sogar ausdrücklich erwünscht”, sagt Heike Krüger, „probiert alles aus und entdeckt, was passiert.” Elisa und Leni haben das Rohr-Klavier entdeckt – wenn man auf die Rohr-Öffnungen trommelt, machen die unterschiedlich langen Rohre auch unterschiedlich hohe Töne, „wie beim Klavier”, sagt Elisa, „ganz klar.” Henner und Marlon rätseln derweil, was es mit den drei verschieden großen Luftballons und dem Rohr auf sich hat – Greta aus der Zehnten hilft und erklärt, wieso einer der Luftballons sich auf dem Luftstrom dreht und wieso die anderen nicht. Michel und Jannik haben die Kugelschere schnell enträtselt und herausgefunden, wie man die Kugel bewegen kann, ohne dass sie runterfällt. Und Michel ist es auch, der die optische Täuschen bei den beiden Holz-Halbkreisen entdeckt. „Beobachtung, Versuch, Hypothese”, schmunzelt Schulleiter Sven Ulmer, „das ist echtes naturwissenschaftliches Vorgehen.” Denn Michel nimmt kurzerhand die beiden Holz-Stücke, die untereinander gelegt unterschiedlich groß aussehen, legt sie aufeinander und sagt: „Die sind gleich groß. Nur weil die unten breiter sind als oben, sehen sie so aus.” Recht hat er. Außerdem zeigen zwei Räder, versehen mit Schlitzen und innen gemustert mit Kreisen und Dreiecken das Prinzip des ersten Kinos, an der Kugelbahn mit drei Schanzen erklärt Greta, wieso immer die Kugel auf der einen Bahn am schnellsten ist und am Schlauchtelefon entdecken die Kinder das Prinzip des Schalls und wie Geräusche sich übertragen. An der Magnetismus-Station muss Sven Ulmer das Rätsel lösen, wieso die eine Guillotine-artige Vorrichtung schneller runtersaust, während die andere stockt, und sorgt für „Ach soooo”-Momente und Heike Krüger hilft an der Spiegelstation, an der aus einem Vogel plötzlich ganz viele werden. „Voll spannend”, sagt Michel – „aber die Kugelbahn war das Beste”, sagt Margaretha. „Und wenn man die Scheiben ganz schnell gedreht hat, war das innen wie ein Film”, staunt Henner. Naturwissenschaftliche Prinzipien spielerisch erklärt – und vielleicht die Basis dafür, dass der Physikunterricht später richtig spannend wird…


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