Reporter Eutin

„Ein Häppchen Leben“ und das „Täglich Brot“

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Jana und Hans-Peter Klausberger spenden in dieser Woche 50 Cent von jedem verkauften Dreikornbrot an ein Netzwerk syrischer Kleinbauern und -bäuerinnen.

Jana und Hans-Peter Klausberger spenden in dieser Woche 50 Cent von jedem verkauften Dreikornbrot an ein Netzwerk syrischer Kleinbauern und -bäuerinnen.

Foto: A. Jabs

Eutin (aj). Nichts ist gut in Syrien. Die Menschen leiden seit zehn Jahren unter dem Bürgerkrieg und derzeit bringt eine Hungersnot neue existentielle Bedrohung. Unsere Aufmerksamkeit hierzulande aber richtet sich aktuell nur noch marginal auf die krisengebeutelte Region. Dabei ist Hilfe dringend vonnöten, wie Jana Klausberger weiß: „Es ist wichtig und richtig, dass über Corona berichtet wird, aber es gibt auch andere Themen, die zur Sprache kommen müssen“, befindet die Bäckerin aus der Eutiner Bäckerfamilie Klausberger.
Deshalb hat der Familienrat entschieden, den Tag des deutschen Brotes, der am heutigen Mittwoch auf dem Kalender der Innungsbäckereien steht, zum Anlass zu nehmen, eine Woche lang Spenden für syrische Bäcker*innen und Kleinbauern- und Bäuerinnen zu sammeln. Wer bis einschließlich Sonntag, den 25. April ein Dreikornbrot kauft, gibt damit automatisch 50 Cent an das Projekt „Der 15. Garten“: „Der 15. Garten ist ein Netzwerk zur Nahrungssouveränität in Syrien, das mit urbanen Gärten, Saatguttausch, dem Aufbau von Kleinstbäckereien und Wissensvermittlung syrische Bäcker*innen und Bäuerinnen und Bauern darin unterstützt, sich eine unabhängige Nahrungsmittelproduktion aufzubauen“, erläutert Jana Klausberger. Bei der Suche nach einem geeigneten Spendenzweck fand die 30jährige, die sich 2014/15 aktiv für die Willkommenskultur engagiert hat, in einem Kollegen den richtigen Ansprechpartner: „Er kommt aus Syrien und wir haben in einer Berliner Bäckerei gemeinsam unsere Ausbildung absolviert. Er hat mich auf Nachfrage auf das Projekt aufmerksam gemacht“, erzählt sie. Der Brückenschlag kommt nicht von ungefähr: Denn der Ursprung des Brotes, das wir heute als deutsches Kulturgut und Nahrungsmittel Nummer Eins ansehen und schätzen, liegt im Getreide. Und das stammt aus dem Nahen Osten. Was uns unser „täglich Brot“ ist, liebt man in Syrien als „ein Häppchen Leben“, so eine arabische Redewendung. Brot gehört nämlich auch im westasiatischen und nordafrikanischen Mittelmeerraum als fester Bestandteil zu jeder Mahlzeit. „Wir wollen möglichst viele Dreikornbrote verkaufen und Spenden sammeln, aber auch auf die Situation in Syrien und auf das Projekt ‚Der 15. Garten‘ aufmerksam machen“, betont Hans-Peter Klausberger. Das Dreikornbrot macht das Spenden leicht: Als saftiges Roggen-Weizenmischbrot mit einem Anteil Hafer, Leinsaat und Sesam passt es mit seinem nussigen Geschmack zu allen Gelegenheiten und ist nicht nur das Brot des Jahres 2021, sondern ein vielgeliebter Klassiker.
Wer gern mehr spenden möchte als die 50 Cent vom Verkaufspreis, findet in den Klausberger-Filialen einen Spendentopf. Und auf einem Infozettel gibt es Wissenswertes zum Netzwerk „Der 15. Garten“. Für das Kulturcafé Klausberger am Markt plant Jana Klausberger eine Fotoausstellung über die Initiative. Sie wird die Zukunft des Familienbetriebes aktiv mit gestalten - in Klausberger-Manier als Bäckermeisterin mit offenen Augen für Soziales und Kulturelles.


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