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Ein Highlight in der Malenter Au

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Malente (t). Viel Lob und Anerkennung gab es bei der Eröffnung des neuen BUND Streuobstwiesen-Lehrpfades in der Malenter Au. Die BUND Ortsgruppe Malente pflegt und erhält ehrenamtlich die 1,3 ha große Streuobstwiese in der Malenter Au und eine 2. Streuobstwiese mit ca. 2000 qm in Neversfelde mit insgesamt rund 200 Obstbäumen alter Sorten. Und obwohl Streuobstwiesen zu den artenreichsten Biotopen Mitteleuropas zählen, nimmt ihre Zahl stetig ab. Das ist begründet in der deutlich geringeren Wirtschaftlichkeit gegenüber Intensivkulturen und Obstplantagen. Auch das Wissen über Streuobstwiesen geht zusehends verloren. Hier soll der Lehrpfad helfen, aufklären und Menschen bewegen, wieder mehr alte Obstsorten anzupflanzen. Ökologisch gelten Streuobstwiesen mit ihren hochstämmigen Obstbäumen, ihrem Totholz, den Rindenstrukturen, den Baumhöhlen und dem Blütenangebot als Hotspots der Artenvielfalt. Bei der Bewirtschaftung wird bewusst auf Dünger und Pestizide verzichtet und Streuobstwiesen gelten als Genpool für alte Obstsorten. Seit März 2021 ist der Streuobstanbau immaterielles Kulturerbe der deutschen Unesco Kommission.
Das schöne sonnige Wetter lockte am 15. Mai viele Besucher*innen zum Obstblütenfest und zur Eröffnung des Streuobstwiesen-Lehrpfades. Rund um die Wiese kann man sich nun über rund 30 verschiedene alte Obstbäume und auf 2 großen Schautafeln über Streuobstwiesen allgemein informieren. Auf der Streuobstwiese sind weitere Obstbäume, die Anlage von einer Totholzhecke und einem Sandarium beschildert wie auch die Klotzbeute in Form eines Fliegenpilzes, die der Imker Uli Strzysewski aus einem Eichenstamm gebaut hat und zurzeit von geschätzt rund 50.000 Bienen bewohnt wird. Sie dient auch als Schaukasten.

 

Geplant sind Führungen für Gruppen, Schulklassen und KiTa Kinder, um insbesondere bei jungen Menschen Freude und Neugier an der Natur zu wecken. Man möchte für Umweltschutz begeistern und sensibilisieren. Die BUND Ortsgruppe Malente und der Kinderschutzbund e.V. Malente wollen hier kooperieren und ein Angebot für Kinder erarbeiten. Auf der Wiese gibt es neben 3000 qm Blühwiese, ein großes und etliche kleinere Insektenhotels, einen Sandhügel für Wildbienen (Sandarium), eine Fledermausburg, ein Storchennest, unzählige Nistkästen sowie Totholzhecken, die durch ihre vielfältigen Bewohner sehr lebendig sind. Seit neuestem gibt es auch eine Auswilderungsstation für Igel. Alles in allem eine Vielzahl von Schauobjekten, um ökologisches Gleichgewicht zu zeigen und nahezubringen. Praktischer Naturschutz soll im Vordergrund stehen und die „lebenden Objekte“ auf der Wiese sollen zum Nachahmen und Mitmachen animieren.

 

Wie gut so ein Angebot funktionieren kann, zeigte das Obstblütenfest. Die beiden Imker Klaus-Dieter Nissen und Uli Strzysewski hatten reichlich zu tun. Zeitweise wurden sie geradezu belagert, besonders die Klotzbeute von Uli Strzysewski wirkte wie ein Magnet auf die kleinen Besucher. Wissbegierig und fasziniert ließen sie sich die Bienenbehausung in Form eines Fliegenpilzes zeigen und das Leben ihrer fleißigen Bewohner erklären. Weitere kompetente Informationen gab es zu Fledermäusen am Stand von Ulrich Lensinger, ein Experte von der NABU Landesstelle Fledermausschutz und - forschung aus Bad Segeberg. Viel Interesse weckte auch die Igelpflege und -auswilderung, die Conny Schlicker erläuterte. Es wurden gerade erst 7 Igel, die sie über den Winter „aufpäppelte“, von ihr erfolgreich auf der BUND Streuobstwiese ausgewildert.
Die beiden Sprecher der Ortsgruppe Birgit Janz-Sacco und Robert Schermer freuten sich über das lebhafte Interesse und die ambitionierten Fragen zu den alten Obstsorten und halfen auch mit Empfehlungen und Tipps für Neuanpflanzungen und bei Baumproblemen.
Jörg Schumacher, der Geschäftsführer der Sparkassenstiftung Ostholstein, der mit seiner Frau zu Besuch war, zeigte sich beeindruckt von dem ehrenamtlichen Engagement der BUND Ortsgruppe, die von der Sparkassenstiftung Ostholstein für den Erhalt und die Pflege der Streuobstwiese gefördert wird.

 


Mit dabei waren auch der Kinderschutzbund Malente, der bei den kleinen Besuchern mit einer Buttonmaschine punkten konnte und die Gemeindewerke Malente. Christoph Ochs und Gabriela Mittelstädt informierten über das geplante Nahwärmenetz in Malente und produzierten nebenbei noch leckeres Popcorn für die Besucher. Der Spendenerlös hierfür wurde großzügig der BUND Ortsgruppe übergeben.
Die BUND Ortsgruppe Malente bedankt sich bei allen Besuchern, Unterstützern und Teilnehmern. Für weitere Informationen oder Fragen, erreichen sie uns über bund.malente@bund.net oder besuchen sie unsere Sitzungen jeden 1. Montag im Monat um 19 Uhr in der Thomsen Kate.


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