Reporter Eutin

Eine Woche lang Zirkuszauber in der KiTa Schatzkiste

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Eutin (ed). Vor dem Hintereingang gibt es noch einen schnellen Durchgang: „Clownis, seid Ihr so weit?“ fragt Pascal Traber eine Meute aufgeregter kleiner Zirkusclowns. Glücklicherweise haben sie Tamino Traber in ihrer Mitte, der ihnen als Dummer August zur Seite steht. Und dann erklingt auch schon die Zirkusmusik und die Clowns entern einer nach dem anderen die Manege. Jeder verkündet großspurig, er sei der Direktor und präsentiere Fakire, Tiger und…bis der nächste ihm die Keule auf den Kopf haut und selber der Zirkusdirektor sein will. So lange, bis Pascal Traber dann mit strengem Gesicht hinter dem letzten der Clowns steht – der sich dann kleinlaut die Keule selber auf den Kopf haut.


Die ganze letzte Woche stand in der Eutiner KiTa Schatzkiste im Zeichen des Zirkusses – möglich gemacht durch die Nach-Corona-Hilfen für KiTas und Schulen. „Wir wollten gern etwas ganz Besonderes für die Kinder“, sagt KiTa-Leiterin Christiane Hoyer, „etwas ganz anderes als den normalen KiTa-Alltag, und da sind uns die Trabers eingefallen.“ Also reiste die Zirkusfamilie Traber mit ihrem kleinen Zirkuszelt, wie gemacht für das KiTa-Gelände, aus Süsel an und startete mit allen Kindern der KiTa in eine aufregende Zirkuswoche.
Eigentlich arbeitet die Süseler Zirkusfamilie vor allem mit Grundschulklassen – als dann aber die Bitte der KiTa Schatzkiste kam, mit den Kindern Zirkusaufführungen einzuüben, habe man gern zugesagt, erzählt Tarek Traber, der Chef des Familienunternehmens. „Denn das macht ja auch uns großen Spaß, wenn die Kleinen sich große Kunststücke trauen.“ Die kinderliebe Zirkusfamilie weiß aus Erfahrung, was Kinder alles schaffen, wenn sie kindgerecht und spielerisch herangeführt werden. So müsse man auch nicht viel umstellen, wenn man mit KiTa- statt mit Grundschul-Kindern arbeite: „Wir haben alles ein bisschen einfacher gemacht“, sagt Pascal Traber, „aber auch die Kleinen können schon unheimlich viel, trauen sich was und leisten Großartiges.“


Am ersten Tag der Zirkuswoche gibt es eine kleine Zirkusvorstellung der Trabers für die Lütten – um zu zeigen, was man in so einem Zirkus alles machen und sein kann. Dann durfte sich jedes Kind genau das aussuchen – ob es lieber Jongleur oder Seiltänzer sein wollte, Pirat oder Clown, Akrobat, Zauberer, Tüchertänzer oder Fakir. Und dann ging es los mit den Proben – gar nicht so einfach, einen Teller auf einer Stange tanzen zu lassen oder gar auf einem Seil zu gehen, mit Feuer zu zaubern oder es gar zu spucken. Zum Glück standen neben den Trabers auch immer die ErzieherInnen zur Seite. „Bei den ganz Kleinen braucht es etwas Improvisationstalent“, schmunzelt Pascal Traber, „deshalb ist das super, wenn die ErzieherInnen dabei sind.“ Mut machen, beim Balancieren helfen und trösten, wenn was nicht gleich so klappt – beim nächsten Versuch klappt es ganz sicher.


Immer nachmittags dann füllt sich das kleine bunte Zirkuszelt mit den Familien der Zirkuskünstler, die zeigen, was sie in so kurzer Zeit alles gelernt haben. Die einen ein bisschen schüchterner, die anderen etwas forscher in der Manege – toll machen sie es alle. Ob wagemutige Fakire und Seiltänzerinnen, die sich ohne zu zögern aufs Nagelbrett oder aufs Seil trauen, ob lustige Clowns, wilde Piraten oder tollkühne Akrobaten, die sich an schwierige Kunststücke wagen, Tüchertänzerinnen, Jongleure und Zauberer, die sich sogar an gefährliche Feuerzauber herantrauen. Wirklich atemberaubend (und schrecklich niedlich) sind die Allerkleinsten, die als furchterregende Tiger verkleidet durch Reifen krabbeln und über Balken balancieren.
Für die Kinder ist die Zirkuswoche ein tolles Erlebnis – auch die Schüchternsten wachsen über sich hinaus, einfach indem sie sich mitten in die Manege wagen. Ganz nebenbei werden durch das Einüben der Kunststücke Motorik und Konzentration gefördert, die Körperspannung und Wahrnehmung – wenn die Fakire sich aufs Nagelbrett legen, die Akrobaten ihre Kunststücke machen und die Seiltänzerinnen sich auf dem wirklich sehr schmalen Seil bewegen wie die Großen. „Und natürlich ist es toll für das Selbstwertgefühl, sich etwas zu trauen, im Rampenlicht zu stehen“, freut sich Christiane Hoyer, „großen Applaus zu bekommen und den Eltern zeigen zu können, was sie gelernt haben.“ Die Eltern, die übrigens mitanpacken durften beim Auf- und Abbau des bunten Zirkuszelts und ihren kleinen ZirkuskünstlerInnen begeisterten Applaus spendeten.


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