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Für eine Ausbildung in Farbe

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Eutin (aj). Ein Summen wie im Bienenstock herrschte in Fluren und Klassenräumen. Und auch was die Effektivität anbelangt, ist der Vergleich stimmig: 48 Stände, 104 Berufe, 33 Studiengänge - das volle Ausbildungspaket erwartete die Schüler*innen, die am Mittwoch letzter Woche den Weg in die Berufliche Schule des Kreises am Standort Eutin fanden. Statt trockener Theorie und ein paar Infozetteln gab es lebendige Schilderungen aus erster Hand, greifbare Perspektiven und echte Einblicke in den jeweiligen Berufsalltag. Dass die teilnehmenden Betriebe Einiges auffahren, um sich zu präsentieren, hat einen ernsten Hintergrund: In vielen Firmen fehlen die Auszubildenden und damit die Fachkräfte, die die Zukunft sichern: „Der Bedarf wird größer“, sagte Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck. Eine Schlüsselstelle sieht er in der gezielten Information: „Mit dieser Messe möchten wir Schüler*innen ihre beruflichen Perspektiven vor der Haustür aufzeigen. Oft konzentrieren sie sich nur auf einen Wunschberuf und kennen die Alternativen nicht. Vielen Jugendlichen ist auch nicht bekannt, dass ein höherer Schulabschluss bereits durch den Abschluss einer Ausbildung erreicht werden kann oder dass man Studium und Lehre verbinden kann“, so Dusch. Aufklärung ist auch der Motor, der die Koordinator*innen der Messer in Eutin um Bereichsleiter Thomas Vetter antreibt: „Bei uns an der Schule lernen 1000 Schülerinnen und Schüler. Das sind also 1000 junge Menschen auf der Suche nach einem Beruf“, erklärte der Pädagoge, der am Beispiel junger Migrant*innen und alleinerziehender Mütter die vielfältigen Möglichkeiten für eine Ausbildung erörterte. Ein wesentlicher Punkt sei die Information der Eltern, die noch häufig eher in Richtung eines Studiums orientiert seien. Eine Beobachtung, die man in Beruflicher Schule und Arbeitsagentur gleichermaßen machen kann. Aktuell stehen einem Jugendlichen 1,8 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Entsprechend engagiert fiel der Appell von Thomas Vetter aus: „Es werden nicht alle glücklich im Studium. Mit einer Ausbildung kann man Karriere machen, Geld verdienen und ein gesunder und glücklicher Mensch werden“, unterstrich er. Was das konkret bedeutet, erleben die jungen Auszubildenden im ersten Jahr im Maler- und Lackierhandwerk Tag für Tag: „Es macht einfach Spaß und man kann schon nach kurzer Zeit selbst Arbeiten übernehmen“, sagte Klara Deuster. Für Maximilian Reddemann stand früh fest, dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten will, der einen Malerbetrieb hat: „Der Beruf ist vielseitig und kreativ und beinhaltet weit mehr, als nur Wände zu streichen“, meinte er. Sein Freund Leon Staniec denkt ähnlich: „Der Beruf hat Zukunft. Und man kann sich spezialisieren mit seinen Fähigkeiten“, pflichtete er bei. Neun Köpfe zählt die Malerklasse. Dafür, dass es künftig noch mehr werden, waren die jungen Azubis am Start, leisteten mit guten Argumenten und mit Schwamm, Pinsel und Farbe Überzeugungsarbeit aus erster Hand. Weil auch künftig wir alle erledigt wissen wollen, was zu tun ist. Und weil das ohne Ausbildung und ausgebildete Fachkräfte einfach nicht läuft.
Übrigens: Einen Termin zur Berufsberatung können Jugendliche ganz unkompliziert in der Schulsprechstunde oder unter der E-Mail ostholstein.berufsberatung@arbeitsagentur.de und luebeck.berufsberatung@arbeitsagentur.de vereinbaren.


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