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„How to Hitchcock“ ist Jens Wawrczecks Debüt als Autor

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Zweimal war Jens Wawrczeck bereits zu szenischen Lesungen in Eutin. Jetzt stellt er sein Buch „How to Hitchcock“ in der Opernscheune vor.

Zweimal war Jens Wawrczeck bereits zu szenischen Lesungen in Eutin. Jetzt stellt er sein Buch „How to Hitchcock“ in der Opernscheune vor.

Foto: Rohwedder/hfr

Eutin (vg). Er ist einer der größten Hitchcock-Fans in Deutschland und hat aus seiner Leidenschaft nie einen Hehl gemacht. Im Gegenteil: Mit seiner Hörbuchreihe „Verfilmt von Alfred Hitchcock“ und seinen „Hitch und ich“-Leseabenden – die eigentlich besser als Theaterabende zu bezeichnen sind – lädt der Hamburger Schauspieler und Drei-???-Sprecher dazu ein, den Meister der Spannung wieder oder neu zu entdecken. Es kommt also nicht von ungefähr, dass er jetzt ein sehr persönliches Buch über Hitchcock und seine 53 Filme geschrieben hat. „How to Hitchcock. Meine Reise durch das Hitchcock-Universum“ lautet der Titel.
Am 20. Februar stellt der Autor sein Sachbuch-Debüt in der Eutiner Opernscheune vor.
Seine erste Begegnung mit Hitchcock hatte Wawrczeck mit zwölf Jahren. Er saß mit seinen Eltern auf dem Sofa vor dem Fernseher. Frisch gebadet und ausgerüstet mit Erdnussflips und einem Glas Zitronenlimonade wartete er auf den Samstagabendspielfilm. Es lief „Bei Anruf Mord“ – für den Teenager eine Initialzündung. „Hitchcock hatte mich schon damals – ohne, dass ich es hätte benennen können – mit seiner unverwechselbaren Mischung aus Stil, Look, Humor und Suspense um den Finger gewickelt“, beschreibt Wawrczeck diesen Moment. Fortan war er zur Stelle, wann immer ein Hitchcock-Film im Fernsehen oder im Kino lief. Mitte der 70er-Jahre gab es kein Internet, keine Videorecorder oder DVD-Player. Filmklassiker waren nicht wie heute frei verfügbar, vielmehr war es ein Ereignis, auf einen Hitchcock-Film zu stoßen.
In „How to Hitchcock“ nimmt sich Wawrczeck die Freiheit, nicht chronologisch auf das Filmschaffen des Meisterregisseurs zurückzublicken, sondern in den Kapiteln beleuchtet und analysiert er Motive und Themen Hitchcocks – monströse Mütter und kriselnde Ehen, starke Frauen und schöne Schurken. Er geht auf die literarischen Vorlagen der Filme ein und wirft auch einen Blick auf Hitchcocks „second Best“, die Hitchcock-Filme, die zu recht oder unrecht im Schatten der Meisterwerke stehen. Allein die mit leichter Feder verfassten Inhaltsbeschreibungen der Klassiker machen Lust, sich die Filme anzuschauen.
Das alles macht Wawrczeck kurzweilig, unterhaltsam und mit Wortwitz. Seine Sätze sind so plastisch und griffig formuliert, dass es dem Leser des Buches oder dem Hörer des Hörbuches leicht fällt, nicht nur die Hitchcock-Begeisterung nachzuvollziehen, sondern auch die Persönlichkeit Jens Wawrczeck näher kennenzulernen. Denn ein Stück weit ist dieses Buch auch Autobiografie, ist Hitchcock doch ein ständiger Wegbegleiter im Leben des 60-jährigen Schauspielers – ob nun als Protagonist bei der Hörspielreihe „Die drei ???“, auf der Schauspielschule in New York oder der Wiederentdeckung der literarischen Romanvorlagen der Hitchcock-Filme. Das Buch ist wie die Hitchcock-Klassiker – ein einziges Vergnügen.
Wer Jens Wawrczeck auf seiner Reise durch das Hitchcock-Universum live begleiten will, sollte die Buchvorstellung am Dienstag, 20. Februar, um 20 Uhr in der Opernscheune der Eutiner Festspiele nicht verpassen. Im Gespräch mit Moderator Daniel Kaiser vom NDR-Bücherpodcast „eat.read.sleep.“ erläutert Wawrczeck, warum er Feuer und Flamme für Hitchcock ist, welches seine Lieblingsthriller sind und warum Hitchcock-Filme mit jedem Sehen besser werden. Tickets gibt es über die Website www.eutiner-festspiele.de.
Das Taschenbuch „How to Hitchcock“ ist bei dtv erschienen und kostet 13 Euro. Das mp3-Hörbuch (454 Minuten, circa 15 Euro) hat der Autor für sein eigenes Label audoba selbst eingelesen.


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