Reporter Eutin

Jahresauftakt mit neuem Konzept

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Eutin (aj). Freitagabend statt Sonntagvormittag, kurze Ansprachen statt langer Reden, die Atmosphäre eher zwangloser Treff als offizieller Empfang – alles war ein bisschen anders beim Neujahrsempfang der Stadt Eutin am vergangenen Freitag und das kam offensichtlich gut an bei den rund 300 Gästen. Oberstleutnant Dr. Hendrik Hoffmann, Bürgervorsteher Dr. Andreas Zabel und Bürgermeister Sven Radestock hatten in den Speisesaal der Oberst-Herrmann-Kaserne eingeladen, und dass es ein bisschen weniger förmlich zugehen würde, deutete sich schon bei der Begrüßung an. Das Dreiergespann ging auf die Menschen zu, der Verwaltungschef schüttelte schon an der Eingangstür die Hände, das übliche Schlangestehen entfiel. Nach dem ersten Hallo dann die erste Orientierung: Wer ist alles gekommen? Wen kennt man? Wer fehlt? Und: Hat das etwas zu bedeuten? Wie es so ist, wenn die städtische Familie in großer Runde zusammenkommt. Netzwerken und Wiedersehensfreude, Heiterkeit und Wir-Gefühl. Die Mischung aus Ehrenamt, Kultur, Sport, Kirche, Politik und Verwaltung stimmte und der aufmerksame Service der Bataillonsangehörigen ging Hand in Hand mit der routinierten Organisation des Verwaltungsteams.
Geredet wurde natürlich nicht nur an den Stehtischen, sondern auch auf großer Bühne. Und weil kaum jemand zu einem Anlass große Kontroversen oder gar thematische Kühnheit erwartet, wurde auch niemand enttäuscht. Klartext gesprochen wurde trotzdem. Bürgervorsteher Andreas Zabel appellierte angesichts der Herausforderungen in besonnener Manier: „Es ist mein großer Wunsch, dass wir zusammenfinden und uns besser verstehen, um durch die schwierigen Zeiten zu kommen.“ Anlass für diesen Wunsch bot das vergangene Jahr reichlich: „Es lief nicht alles kreuz und quer, manches lief auch gar nicht“, konstatierte Sven Radestock, der nach Zabel das Wort an die Anwesenden richtete. Geld werde ein „großes Oberthema“ bleiben. An vielen Stellen werde man merken: „Es läuft“, so Radestock. Als Beispiele nannte er zu erwartende erste Baubewegungen bei der Feuerwehr und auch am Waldeck werde sich etwas tun. Wer thematisch in die Kommunalpolitik einsteigen wolle, könne im Laufe des Jahres die Sitzungen der Stadtvertretung online mitverfolgen.
Einen Eindruck davon, welche Themen es sind, die die Eutiner*innen beschäftigen, gab später die kleine Wochenmarkt-Umfrage, die mittlerweile fest zum Neujahrsempfang gehört: Hier fiel dann das Stichwort „Schule“ mehr als einmal und auch der Mangel an Kitaplätzen kam zur Sprache. Neben einem Stimmungsbild durchaus ein ernstzunehmender Arbeitsauftrag in Richtung Entscheidungsebene.
Welche Aufgaben dem Aufklärungsbataillon 6 „Holstein“ ins Haus stehen, riss Oberstleutnant Hendrik Hoffmann an. Der Schwerpunkt liegt hier weiterhin auf der Ausbildung, angesichts der Weltenlage sind „einsatzbereite Streitkräfte unverzichtbar“. Ende Februar steht dafür zum Beispiel eine multinationale Großübung in Bayern an, im Juni soll eine Brigade der Bundeswehr in Litauen stationiert werden: „Das sind 4000 Leute und das wird auch uns betreffen“, so Hoffmann. Fast tröstlich auch in seinem Grußwort der Zusammenhalt: „Viele Soldatinnen und Soldaten sind von Gästen zu Bürgern geworden“, betonte er.
Zum gesprochenen kam das klingende Wort, dargeboten von Emy Dethlefsen und Clara von Lucke. Junge Stimmen und Gesichter waren ansonsten rar gesät, gut, dass die Vertreter*innen des Kinder- und Jugendparlamentes sich unters Volk mischten. Die Sternsinger waren in diesem Jahr verhindert, die Spenden für die Aktion sammelte mit Stefanie Mevenkamp die Projektverantwortliche. Es war nicht die einzige Sammlung: Für das Eutiner Tierheim warb der Vorsitzende des Eutiner Tierschutzvereins, Kay Kaden, um Unterstützung in barer Münze. Die Einrichtung hat viele Projekte zu stemmen und benötigt dringend entsprechende finanzielle Mittel. Eine weitere gemeinsam zu lösende Aufgabe, auf man sich bei Häppchen und Musik einstimmte. Für den Neujahrsempfang selbst bleibt zu resümieren: Ein schöner Abend und wenn es beim nächsten Mal eine Rampe oder eine andere Hilfseinrichtung gibt, kommen auch Menschen mit Behinderung unbeschwerter zum Ort des illustren Geschehens.


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