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Körperliche Betätigung für Mensch und Tier Der Polizei- und Gebrauchshundeverein Ostholstein bietet Training im Bereich Hundesport, Welpen- und Junghundkurse an

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Eutin (co). Im Jahr 2022 feierte der Polizei- und Gebrauchshundeverein Ostholstein von 1972 (PGHV) Verein sein fünfzigjähriges Bestehen, inzwischen steuert er auf rund 80 aktive Mitglieder zu. Über die Jahre hat sich viel getan und verändert. Früher lag der Schwerpunkt, wie der Name vermuten lässt, auf der Polizeihund-Arbeit mit Schutzdienst und Beutebereich. Es habe damals durchaus Berührungsängste gegeben, so der heutige zweite Vorsitzende Uwe Ruge. Ruge selbst war zuerst Kassenwart, bevor er überzeugt wurde, doch in den Vorstand einzutreten. Es war viel Arbeit, aber angesichts des schönen, großen Geländes An der Alten Schäferei 27 willigte er ein. „Auf dem Dorf großgeworden kannte man es nur mit Hunden um sich herum“, erzählt das Urgestein. Heutzutage liegt der Fokus auf dem spielerischen Lernen, Hund und Halter sollen Spaß haben. Mit diesem Ansatz sind eventuelle Vorbehalte nun längst Geschichte. Außerdem ist der Zusammenhalt und die Gemeinschaft wichtig, so veranstaltet der Sparclub des Vereins ein Sommer- und Winterfest.
Im Training für die Begleithundprüfung wird die Basis gelegt sowie die Verkehrssicherheit gefestigt. Ziel der Ausbildung ist es, sowohl Hund als auch Hundeführer an alltägliche Stresssituation heranzuführen und diese problemlos zu bewältigen. Außerdem ist das Absolvieren einer Begleithundprüfung auch Voraussetzung für jegliche weiterführende Ausbildungen im Hundesport zum Beispiel für Fährtenhunde.
Immer sonnabends bietet der Verein ein Programm für Welpen- und Junghunde an. Hier geht es um das lockere Laufen, „Sitz“ und „Platz“, die Sozialverträglichkeit. Zusammenfassend formuliert also um die Grundlagen. „Nicht selten finden Halter mit ihren Hunden über den Sonnabendskurs zum Verein, engagieren sich und werden sogar selbst Mitglieder“, erzählt Uwe Ruge. An dieser Stelle gibt es auch die Möglichkeit, in einem Sechs-Wochen-Kurs für 75 Euro in den Verein hineinzuschnuppern. Dieses Angebot eignet sich für Neulinge oder auch hilfebedürftige Hundebesitzer. Da der Kurs aber auch prüfungsorientierend ist, können auch Menschen, die auf eine solche hinarbeiten, teilnehmen. Insgesamt ist der Hundesport etwas für jedermann. Nicht nur Trainer oder Ausbilder, alle können es machen. Der Begriff Gebrauchshund schließt jeden Hund ein.
Prüfungen werden auf dem eigenen Gelände abgenommen. Der Verein beantragt diese entsprechend. Wenn die Formalien geklärt sind, stellt der Landesverband Wertungsrichter. In der Prüfung sind immer zwei Hunde, meist Rüde und Hündin, der eine absolviert die Prüfung, während der andere am Rand mit seinem Herrchen oder Frauchen wartet.
Im Training muss der Hundeführer mitlaufen – eine körperliche und geistige Betätigung für den Besitzer und seinen besten Freund auf vier Pfoten. Die Motivation des Tieres gewinnt man entweder spielerisch oder durch Futter, erzählen Hubertus Bölling und Irmie Galonska, die extra zum Vorführen mit ihren Hunden auf das Gelände gekommen sind. Währenddessen zeigt Wolfgang Schmidt mit Schäferhündin Lea das Revieren, hierbei läuft der Hund eine 8.
Das spätere Parcours Training leiten beim Treff mit dem reporter Julia Roeske und Antje Jali. Mit dabei sind die Boxermischlinge Ruby und Genie (anderthalb Jahre) und Antjes Hund Gizmo. Ein Parcours geht maximal 18 Minuten und mindestens 4 Minuten. Zuerst wird eine Trockenrunde gelaufen. Es existieren drei Klassen, diese umfassen unter anderem Senioren oder auch Mensch und Tier mit Handicap. Diese unterscheiden sich in der vorgegebenen Zeit. Man sieht daran: Wirklich jeder kann mitmachen. Einmal in der Woche trifft sich auf dem Gelände eine buntgemischte Gruppe, Anfänger und auch ältere Hunde.
Im Zusammenspiel mit dem Hund spielen viele Faktoren eine Rolle zum Beispiel Ablenkung. Hier ist es wichtig sich Geduld, Ruhe und Zeit zunehmen. Ist der Mensch nervös oder unsicher, ist der Hund auch nicht mehr kompatibel. Jeder Hund hat einen anderen Charakter, im Parcours sieht man, dass jeder unterschiedlich reagiert. Antje Jali ist es wichtig, beim Training mit dem Hund etwas zusammen zu erleben: „Gemeinsamkeit verbindet“, sagt sie. Das Tier passt sich dem Menschen an, es ist ein festes Mitglied. „Das letzte Kind hat Fell, sagt man doch immer“, fügt sie noch hinzu.


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