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Malente wählt Heiko Godow

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Malente (aj). Mit 3233 Stimmen und damit 59,89 Prozent der abgegebenen Stimmen hat Herausforderer Heiko Godow der Amtsinhaberin Tanja Rönck das Malenter Bürgermeisteramt abgerungen. Rönck kam auf 2165 Stimmen, was 40,11 Prozent entspricht. Von den 9260 Wahlberechtigten waren 5523 dem Ruf an die Urnen gefolgt. Siegessicher hatten sich im Vorfeld beide Kandidaten gegeben und auch das Quäntchen Coolness hatten sie gemeinsam. „Perfekt“, antwortete Tanja Rönck vor der Präsentation auf die Frage, wie sie sich fühle, und Heiko Godow ließ sich vom ersten angezeigten Votum aus dem Wahllokal in Siversdorf nicht aus der der Ruhe bringen. Zu Recht, denn die 134 Stimmen für Rönck und die 91 für Godow waren nicht der Trend des Abends. Wahlbezirk um Wahlbezirk ging in der Folge an den Krummseeer. Der hatte diese Entwicklung für die Dorfschaften so erwartet, konnte aber nach eigenem Bekunden die Stimmung im Hauptort nicht sicher einschätzen. Als sich abzeichnete, dass man auch hier mehrheitlich der einmütigen Wahlempfehlung der Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Freien Wählern und Grünen gefolgt war, gab der neugewählte Bürgermeister auf Anfrage ein erstes Statement ab: „Offensichtlich wollen die Menschen in Malente den Wechsel“, konstatierte Godow mit Blick auf den Zuspruch für seine Person. Überrascht sei er nicht: „Wenn ich in meinen Leben Aufgaben angehe, erwarte ich, dass es klappt“, so die Ansage. Gründe für seinen Erfolg sah er außerdem in der Unterstützung durch die Fraktionen und auch die Tatsache, dass Bürgermeisterwahl und Landtagswahl auf dasselbe Datum fielen, habe sicherlich Auswirkungen gehabt. Hatte er bei der Vorstellung im Kursaal noch launig angemerkt, im Falle seines Wahlsieges werde er das Rathaus eine Woche schließen, um am Teambuilding zu arbeiten, gab er sich diesbezüglich deutlich differenzierter: „Ich werde mir im Rathaus intern einen Überblick verschaffen, was zu tun ist“, kündigte er an. Zum Thema Finanzen und Haushalt sagte er, er werde schauen, was bis zu seinem Amtsantritt noch fertig geworden sei. Zunächst aber stehe nach der Übergabe des Pflegedienstes, den er in Eutin mit seiner Frau Margitta führt und den diese nun mit den beiden Söhnen leiten wird, ein Urlaub an. Katastrophal wäre es für Malente, wenn sich die Politik in der verbleibenden Amtszeit von Tanja Rönck verweigern würde. Gleichwohl erwarte er, dass bei zentralen Themen keine Pflöcke eingerammt würden, ehe er sein Amt antrete. Gemeint war unter anderem der Bau einer Sporthalle. Mit Godow und seiner Frau freuten sich neben zahlreichen Weggefährten und Unterstützer*innen auch seine Söhne Lauritz und Cedric Godow: Dass die beiden nicht mehr für ein Familienfoto zur Verfügung standen, hatte einen guten Grund: Sie bereiteten zu Hause die Wahlparty vor. „Es ist toll, dass unser Vater jetzt etwas Neues anfängt“, meinten beide. Etwas Neues steht auch für Tanja Rönck an, die mit ihrem Ehemann Andreas die Auszählung im Kursaal im Kreise von Vertrauten verfolgte: „Ich habe es anders erwartet“, gab sie unumwunden zu. Die Rückmeldungen nach der Vorstellungsveranstaltung seien positiv gewesen und auch von ihrer eigenen Arbeit ist Tanja Rönck nach wie vor überzeugt. Gleichwohl habe sie sich auch mit der Möglichkeit der Niederlage aktiv auseinandergesetzt: „Wir haben überlegt, was wir machen, wenn es nicht klappt“, erzählte Andreas Rönck. Bange vor der Zukunft ist den Röncks auf jeden Fall nicht. „Ich habe eine gutes Netzwerk, mal sehen, was sich ergibt“, so Rönck. In die letzten 110 Tage als Verwaltungschefin gehe sie mit dem Vorsatz, weiterhin gute Arbeit zu leisten. Am 29. August wird dann Heiko Godow übernehmen: „Als beste Version meiner selbst“, wie er versprach.


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