Reporter Eutin

 Malenter WaldKinder haben Spaß beim Pony-Projekt

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Malente (ed). Nemo, Klein Kooper und Ponita stehen ganz entspannt am Zaun und warten lässig auf ihren Einsatz – noch sind die Kinder der Malenter WaldKiTa damit beschäftigt, Hufeisen von Rost zu befreien, um sie beim nächsten Mal in glücksbringende Traumfänger zu verwandeln. Aber hin und wieder wandern die Blicke rüber zu den drei Ponys, denn die Kisten mit Bürsten, Striegeln und Hufkratzern stehen längst bereit. Und wie immer freuen sich die Kinder schon riesig auf ihre felligen Freunde vom Team Pony-Schule. Sechs Mal besuchen sie Ute Lenger und ihre Ponys zwischen März und Juli auf Hof Radlandsichten – äppeln den Platz ab, putzen die Ponys, reiten zum Wald und wieder zurück, spielen auf dem Spielplatz und machen lauter tolle Sachen. Wie den Traumfänger oder das Steckenpferd-Turnier, aber am schönsten finden sie es, wenn sie bei den Ponys sind, das steht fest.

 


Klar ist ihr Wald der coolste Ort, aber wenn es zu den Ponys geht, freuen sich alle. „Wir sind WaldKinder“, betont Smilla, „aber heute reiten wir.“ „Ja, sagt Benne, „hier ist es auch schön.“ „Weil hier Ponys sind“, strahlt Mayla. „Es gibt aber auch Häschen“, ruft Stevie und Mounir findet das Trampolin ziemlich cool. Aber jetzt darf die erste Hälfte der WaldKinder loslegen und erstmal ordentlich putzen und Hufe auskratzen, das können sie schon richtig gut, nur ganz manchmal müssen Ute und WaldKita-Leiterin Liezza helfen. Natürlich hat längst jedes Kind sein Lieblingspony – Klein Kooper ist der Favorit, weil er so frech aussieht und dabei schrecklich lieb ist. Laura und Leele mögen den Schimmel Ponita am liebsten, Theo mag Nemo sehr – und Benne hat einen ganz anderen Favoriten: „Den ganz großen, den Chef“, strahlt er und meint den Friesen Odin, der auf der Nachbarkoppel steht und alles im Blick hat. Klar, dass die Kinder mittlerweile nicht nur Wald- sondern auch Ponyexperten sind – sie kennen sich prima mit den Fellnasen aus, wissen, was sie fressen, was sie mögen und was nicht und auch, wo sie ein bisschen aufpassen müssen.

 

„Man darf nicht so dicht am Popo vorbeigehen“, erklärt Theo, „weil das Pony uns sonst nicht sieht und nicht weiß, was da ist, dann tritt es vielleicht.“ Er streichelt Nemo sanft unter der Mähne – „das ist so warm und weich“, strahlt er. Laura macht derweil KleinKooper Zöpfe in die Mähne, aber dann holt Ute Lenger das Sattelzeug und legt den Ponys die Reitdecken auf. Ein Kind darf reiten, eines führt, am Waldrand wird gewechselt. Während die einen mit einem dicken Strahlen im Gesicht auf dem Ponyrücken sitzen, sind die anderen super konzentriert, aber alle genießen das Gefühl, im Rhythmus mit der Fellnase durch die Landschaft zu ziehen. Leele streckt die Arme zur Seite und würde am liebsten um den Kopf rum grinsen vor Freude, während Fynn sehr gewissenhaft den Führstrick hält.

 


„Wir würden dieses Projekt so gern jährlich machen, weil es den Kindern nicht nur Spaß macht sondern auch so gut tut“, sagt KiTa-Leiterin Liezza Fasch, „aber das ist viel zu teuer.“ Diese sechs Male mit den Ponys konnte die WaldKiTa, deren Träger der Deutsche Kinderschutzbund Kreis Ostholstein ist, dank der Coronahilfen finanzieren – „wir haben mit den Kindern überlegt, was wir machen wollen, wenn wir die Förderung bekommen“, berichtet Liezza Fasch, „und die Kinder haben sich unbedingt das Pony-Projekt gewünscht.“ Und schon jetzt sehe man, wie die Fellnasen und der Umgang mit ihnen auf die Kinder wirke, freut sich die KiTa-Leiterin – der Teamgeist unter den Kindern werde beim gemeinsamen Putzen und Reiten ebenso gefördert wie die Motorik und die Konzentration, das Achten auf das Kind neben sich und das Pony. „Und die Pferde erden die Kinder“, hat Liezza Fasch die Erfahrung gemacht, „Kinder, die gerade noch ein bisschen unruhiger waren, können sich mit Nemo plötzlich konzentrieren und sind ganz entspannt.“

 

Und wenn der eine oder die andere anfangs noch ein bisschen Scheu vor den Ponys hat und beim ersten Mal lieber noch nebenan auf dem Spielplatz spielt, wächst die Neugier doch ganz schnell und jetzt beim vierten Mal ist kein Kind mehr dabei, das nicht putzt, streichelt, reitet. „Das ist natürlich gut fürs Selbstvertrauen. Toll ist das Reiten auch für die Kinder, die Ergotherapie brauchen, das schult einfach den ganzen Körper, das Gleichgewicht und die Körperwahrnehmung.“ Deshalb gebe es auch keine Steigbügel, ergänzt Ute Lenger, um die Kinder auszubalancieren und beide Seiten zu stärken. Das alles ist den kleinen Nachwuchsreitern ziemlich egal, sie finden ihren KiTa-Tag auf dem Ponyhof total super, weil die Ponys toll sind und Reiten Spaß macht. Und weil es hier einfach richtig schön ist, rundherum, ohne Einschränkung. Vorher stehen aber noch Ausflüge auf dem Programm, für die die WaldKita auf der Suche nach finanzieller Unterstützung ist: Eine Reise in den Wildpark Eekholt würden die Kinder richtig gern mal machen, aber auch der Tierpark Grömitz oder Trappenkamp stehen auf der Wunschliste – wer hier unterstützen möchte, ist herzlich willkommen.


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