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Petrus stand bei Taufe der „Lämmerwiese” Pate

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Ahrensbök (t). Würde Petrus ausgerechnet bei der Taufe einer christlichen Kita die Himmelsschleusen so weit öffnen, dass ein ganzes Fest im Regen versinken würde? Am 20. August sah es bei der Taufe der neuen Kita „Lämmerwiese“ im Ahrensböker Ernst-Prüß-Weg 8 zunächst genau danach aus. Zwar wurde der lang ersehnte Regen dringend für das Außengelände gebraucht, weshalb niemand klagen mochte, als es ordentlich platterte. Doch eine Feier unter Regenschirmen? Zum Glück hatten die Verantwortlichen des Kita-Werks des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Ostholstein ihre Beziehungen zu Petrus spielen lassen und , so dass der Regen noch rechtzeitig nachließ und der Himmel ein wenig aufklarte.


Mehr als 50 Menschen nahmen an der kleinen Feier teil, darunter Kinder und ihre Eltern, Erzieherinnen und Nachbarn sowie – für die Kirchengemeinde Ahrensbök – Pastorin Andrea Pistor und Vertreter des Kirchengemeinderats und natürlich Kita-Leiterin Maren Moede als Hausherrin.


Der beim Kirchenkreis für das Kita-Werk zuständige Propst Dirk Süssenbach enthüllte gemeinsam mit dem Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann den Setzstein mit dem Namen „Lämmerwiese“ am Eingang der Kita. Ein vielsagender Name, den Kinder, Eltern und Erzieherinnen ausgewählt hatten und der quasi eine sprachliche Symbiose der vier Kita-Gruppen zum Ausdruck bringt: Neben einer Lämmergruppe und einer Raupengruppe für Kinder unter 3 Jahren (U3) gibt es nämlich die Schafgruppe und die Schmetterlingsgruppe für Kinder ab 3 Jahren (Ü3) – und das alles auf einem Gelände, das früher Ackerland und Wiese war.
Die „Lämmerwiese“ erinnere auch an das Bild vom guten Hirten in der Bibel, das sehr gut zum Kita-Werk-Motto „Mit Gott groß werden“ passe, wie Propst Süssenbach bei der Begrüßung sagte. Er schrieb mit Kreide den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ an die Wand über dem Setzstein.
Darüber hinaus dankte er der Kommune wie auch der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein für ihr finanzielles Engagement.
Bürgermeister Zimmermann betonte in seiner Rede die Wichtigkeit der Kita für die Kinder, die dort viele Stunden verbrächten und für ihr weiteres Leben geprägt würden. Aber auch für Eltern sei es wichtig, ihr Kind an einem guten Betreuungsplatz zu wissen, weil dies auch Einfluss auf ihr eigenes Sozialleben und ihre Arbeit habe. In diesem Jahr habe man im Rathaus alle Anfragen für einen Betreuungsbedarf „vollumfänglich bedienen“ können, so Zimmermann. „Dass eine wirtschaftlich nicht ganz so starke Kommune mit diesem guten und vielseitigen Betreuungsangebot aufwarten kann, ist nicht selbstverständlich“, betonte der Bürgermeister. Der Bau von Kitas sei „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ und als Standortfaktor für eine Gemeinde wie Ahrensbök „von erheblicher Bedeutung“.
Nach einem Gebet und einem von den Kindern enthusiastisch gesungenen Lied übernahmen es die kleine Thea und Erzieherin Jutta Fleimisch-Hoff, das vor dem Eingang gespannte rote Band mit einer Schere zu durchtrennen und die Gäste zur Besichtigung des Hauses einzuladen und bei Kaffee und Kuchen zu feiern.
Die für 2,8 Millionen Euro Baukosten binnen nur 16 Monaten errichtete Kita ist für 60 Kinder ausgelegt. Neben elf pädagogischen Fachkräften gibt es zwei Stellen für Kita-Assistenzen, die zusätzlich die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft für Kinder mit Behinderung sicherstellen.
Zwar wurde die Kita schon im April vergangenen Jahres in Betrieb genommen, doch eine richtige Einweihungsfeier hatte wegen Corona nicht stattfinden können. Kitawerks-Leiterin Beate Brand erläuterte bei einem Rundgang vor Beginn der Veranstaltung die Vorzüge des Neubaus. Dieser sei vollständig barrierefrei – eine echte Erleichterung etwa für Kinder, die schon früh auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind. Für diese Kinder würden eigens zwei Assistenzkräfte beschäftigt – zuzüglich zu den elf pädagogischen Fachkräften und vier Mitarbeitenden im Wirtschaftsdienst des Hauses. Darüber hinaus kümmert sich eine Heilpädagogin um Kinder mit besonderem Förderungsbedarf nach dem Eingliederungshilfegesetz.
Insgesamt falle die räumliche Gestaltung der Räumlichkeiten sehr viel großzügiger als in vielen anderen Kitas aus, so Brand. Sie betont auch die christliche Grundeinstellung aller Mitarbeitenden im Haus: „Jedes Kind ist hier willkommen, so wie es ist – mit allen Einschränkungen oder besonderen Bedarfen.“


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