Reporter Eutin

Spektakuläre Übung in historischer Kulisse

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Eutin (sh). „Hilfe! Wir brauchen Hilfe!“ Freitagabend. Es ist stockdunkel in der Freibadeanstalt in der Fissauer Bucht des Großen Eutiner Sees. Eiskalter Wind peitscht übers Wasser, vor wenigen Stunden tobte noch ein heftiges Unwetter über Ostholstein. Es ist wirklich ungemütlich.
In mehreren Umkleidekabinen flackert orangefarbenes Licht und Rauch dringt aus. Es brennt! Menschen scheinen in Gefahr zu sein: Sie schreien in der Dunkelheit um Hilfe.
Es klingt wie ein Horrorszenario – und handelt sich glücklicherweise um eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Eutin. Die Flammen werden mithilfe von Baustellenlampen imitiert und Nebelmaschinen liefern jede Menge Rauch. Elf Kameradinnen und Kameraden der befreundeten Freiwilligen Feuerwehr Fissau-Sibbersdorf haben sich auf dem Gelände der historischen Freibadeanstalt versteckt und simulieren Menschen in Not.
Die Feuerquellen müssen gelöscht werden. Zudem gilt es, die verunglückten Personen zu finden und zu bergen. „Die Personenrettung steht vor der Brandbekämpfung“, erklärt Pressesprecher Florian Wrage. „Wobei das Feuer möglichst parallel eingedämmt werden muss, um die Geretteten und sich selbst vor den Flammen zu schützen.“
Aber noch sitzen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Eutin in ihrem Gerätehaus. Bekannt ist, dass heute eine Übung stattfindet – aber erst jetzt werden die Kameradinnen und Kameraden darüber aufgeklärt. Verschiedene Situationen, die sie gleich in der Freibadeanstalt vorfinden, werden detailliert durchgesprochen, damit im Ernstfall sofort gehandelt werden kann.
Die Übung beginnt. 46 Frauen und Männer machen sich in mehreren Einsatzfahrzeugen auf den Weg und nähern sich mit Blaulicht der Bucht. Die Sirenen bleiben bei der Übung stumm, um Anwohner nicht zu stören.
Vor Ort wird die Lage von den Zugführern sondiert, per Funk stimmt man sich permanent ab. Wieder hört man Hilferufe in der Finsternis. Eine Gruppe von Feuerwehrleuten kümmert sich sofort um die Wasserversorgung und schließt Schläuche an. Parallel wird die Drehleiter ausgefahren, um im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel zu bringen: Mit starken Scheinwerfern wird das Gelände erhellt. Jetzt sieht man, dass sich Menschen auf dem Sprungturm und an der Rutsche befinden – und im 13 Grad kalten Wasser treibt regungslos ein Mann! Weitere Personen scheinen in den Gebäuden vom Feuer eingeschlossen zu sein.
Die Wasserversorgung steht. Die Menschen im Außenbereich werden gerettet und wegtransportiert. Parallel durchkämmen Feuerwehrleute mit schweren Atemschutzgeräten die Umkleidekabinen und bergen dort die Verletzten.
Zeitgleich nähert sich ein Boot aus der Richtung des Ruderklubs. Genau daneben befindet sich eine Einsetzrampe für Boote. Die Besatzung kümmert sich umgehend um den Mann, der im Wasser treibt.
Das Gelände ist weitläufig – sind noch mehr Menschen in Not? Um sicher zu gehen, wird eine Drohne mit einer Wärmebildkamera in die Luft geschickt.
Die Drohne gehört dem Hegering der Kreisjägerschaft Eutin und wird sonst zum Orten von Rehkitzen vor der Ernte eingesetzt. Die Freiwillige Feuerwehr testet zurzeit die Drohne für ihre Arbeit. Auf dem Display der Steuerung kann man auf den Bildern, die die Kamera schickt, alle Menschen in der Freibadeanstalt gut erkennen.
Eine beeindruckende Übung. Alles läuft Hand in Hand. Ein starkes Team.
Ortswehrführer Jörg Böckenhauer scheint zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Und er betont: „Die Abstimmung mit den Eutiner Stadtwerken (in deren Obhut sich die Freibadeanstalt befindet) lief total unkompliziert. Dafür möchte ich mich bedanken.“
Und wo wir gerade bei dem Thema sind: Man darf nicht vergessen, dass die Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich für uns da sind. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!


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