Reporter Eutin

Talk, Musik, Sternsinger-Besuch …

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Eutin (aj). In dieser bunten Mischung und so zahlreich kommen Eutinerinnen und Eutiner aus Ehrenamt, Kultur, Verwaltung, Institutionen, Aufklärerbataillon und Politik nicht oft zusammen. Das hat der Neujahrsempfang, den die Stadt Eutin und die Eutiner Aufklärer vom Bataillon 6 auch 2020 gemeinsam ausrichteten, mit der Premiere der Eutiner Festspiele gemeinsam. Die haben im noch jungen Jahr ihre 70. Spielzeit vor sich und setzten nicht nur den musikalischen Rahmen für die Begrüßung: Unter der Leitung von Hilary Griffiths spielten Blechbläser der KaPhil Lübeck zwischen einzelnen Programmpunkten auf – charmanter Hinweis auf ein Thema, das die Eutiner in 2020 noch beschäftigen dürfte: Mit 1,6 Millionen Euro wird sich der Bund am notwendigen Tribünenneubau an der Bühne im Schlossgarten beteiligen, die Stadt zahlt als Eigentümerin zehn Prozent der Gesamtkosten von voraussichtlich 6,1 Millionen Euro. Ein Bekenntnis zu den Festspielen, das in der späteren Talkrunde direkt zur Sprache kam. Zunächst jedoch hieß es: Hände schütteln!
Bürgervorsteher Dieter Holst und Ehefrau Ingrid Holst, Bürgermeister Carsten Behnk mit Ehefrau Martina Behnk und Gastgeber und Bataillonskommandeur Tobias Aust und Ehefrau Silke Kleinschmidt begrüßten die gut 300 Gäste, nahmen gute Wünsche für das neue Jahr entgegen und hatten Zeit für ein persönliches Wort. Alles unter den Blicken derer, die bereits entspannt an den Stehtischen plauderten und im Auge hatten, wer sich zum ersten großen Termin des Jahres auf den Weg durch das regnerische Januarwetter gemacht hatte. Viele bekannte Gesichter waren da zu sehen: Repräsentanten von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Kirche, die Eutiner Mischpoke, die Seniorenbeauftragte der Stadt, Stadtvertreterinnen und Kreistagsmitglieder, Sportler, Geschäftsfrauen und Wirtschaftsleute, ehemalige Bürgermeister und Verwaltungschefs aus benachbarten Gemeinden, Dorfvorstände und Landfrauen, Ehrenbürgervorsteherinnen, Vereinsvorsitzende, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Mitglieder des Kinder- und Jugendparlamentes und die Schützen in vollem Ornat. Die Gläser klangen mit den schmucken Gildeorden um die Wette, die aufmerksamen Soldaten des Aufklärerbataillons leisteten als charmante Servicekräfte ganze Arbeit, reichten Sekt und Selters, als gehöre das zur Grundausbildung und hatten auch sonst gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung alles für einen reibungslosen Ablauf vorbereitet.
Tribüne und Fridays for future
Ihnen galt der Dank des Bürgermeisters ebenso wie den Musikerinnen und Musikern der Eutiner Festspiele. Perfekte Überleitung auf die zu bauende Tribüne: „Da kommt etwas auf uns zu!“, konstatierte Behnk und fuhr fort: „Das freut uns sehr!“ in der anschließenden, von Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt moderierten Talkrunde. Bürgervorsteher Dieter Holst sah Eutin „in Bewegung“: „Die Baumaßnahmen gehen gut vonstatten“, so der Chef der Selbstverwaltung. Als eines der wichtigen Themen in 2019 nannte er die Fridays for future – Initiative in Eutin. Hier gelte es, die gefassten Beschlüsse umzusetzen. Was andere Eutinerinnen und Eutiner in 2019 beschäftigt hat, war in einem launigen Einspielfilm zu erfahren. Neben persönlichen Highlights waren das die Kochshow mit Rainer Sass, das Lichterfest an der Stadtbucht, die Mehrkampfmeisterschaften, die Eisbahn und – richtig, die Festspiele. Für 2020 wünschten sich die befragten Bürgerinnen und Bürger bessere Radwege, Tourismus, ein kinderfreundliches Programm, mehr Geld und die Fortsetzung des Wochenmarktkochens mit dem Bürgermeister. Das konnte Carsten Behnk sofort zusagen. Ansonsten sah er die Baumaßnahme Am Rosengarten gut im Zeitplan und stellte für das Haus der Stiftungen den Beginn der Arbeiten an den Außenanlagen in Aussicht. In Sachen Feuerwehrgerätehaus sah er eine große Dringlichkeit und kündigte an, hier „Speed draufzulegen“. Für die Sportstättenplanung sollen Gespräche mit den Vereinen geführt werden. Die großen und kleineren Projekte voranzutreiben, sei die Herausforderung.
Grußbotschaft aus Afghanistan
Aus einem gänzlich anderen Alltag kamen die Grüße, die Oberleutnant Roland Möller via Videobotschaft an die Anwesenden richtete. Als einer der 30 Aufklärer des Bataillons 6 „Holstein“, die mit dem Auftrag der Informationsgewinnung aus der Bevölkerung im afghanischen Masar-i-Scharif Dienst tun, gab er einen kleinen Einblick in die Arbeit dort. Es fehle an nichts, nur eine Flagge mit dem Bataillonswappen habe man nicht, so der sichtlich gutgelaunte Oberleutnant abschließend. Auch von den zwei Soldaten aus dem Bataillon, die im Nordirak stationiert sind, konnte Tobias Aust gute Nachrichten überbringen: „Es geht ihnen gut“, so der Eutiner Kommandeur vor dem Hintergrund der Angriffe auf die irakische Militärbasis durch den Iran. Die Kameradinnen und Kameraden seien grundsätzlich gut vorbereitet und auch in diesem Jahr werde man dafür viel Zeit auf Übungsplätzen verbringen, kündigte Aust an: „Das ist unser Beitrag zu einer wehrhaften Demokratie“, stellte er fest. Neben gutem Material und guter Ausbildung brauche es dafür ein gutes Umfeld: „Sprich: eine Heimat!“, so Aust. In diesem Sinne sei der Zusatz „Holstein“ für das Bataillon nicht nur ein Beiname, sondern Programm.
Kreisjubiläum und ein Werbeblock für die Festspiele
Auf dem Programmzettel des Kreises steht in 2020 das 50jährige Bestehen: „Das wollen wir am 26. April feiern“, annoncierte Kreispräsident Harald Werner. Zum Stand der Dinge beim geplanten Anbau für das Kreisgebäude teilte er mit, der Architektenwettbewerb sei abgeschlossen. Büroräume für 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen entstehen, mit der Fertigstellung wird im Sommer 2022 gerechnet. Und auch der Kreispräsidenten lenkte das Augenmerk auf die Festspiele: „Es gibt keinen schöneren Ort für Festspiele als Eutin“, war er überzeugt. Mit der Aufforderung: „Kaufen Sie Karten!“ gab er den Einsatz für Ingo Gädechens. Der CDU-Bundestagsabgeordnete nannte die Festspiele ein Juwel. Wenn es um den eigenen Wahlkreis geht, helfe im Bundestag Blickkontakt mit Bettina Hagedorn: „Und den pflegen wir!“ Die SPD-Politikerin setzte auch in anderer Hinsicht ein starkes Zeichen: Sie ist seit zwei Jahren Staatssekretärin im Ressort Haushalt und Europa – als erste Frau, wie sie unterstrich. Eine wichtige Anmerkung auf dem Neujahrsempfang, in dem die männlichen Gäste in der deutlichen Mehrheit waren. Ihr persönliches Streben 2020 werde dem Anliegen gelten, „Europa zusammenzuhalten und den Frieden zu sichern“.
In diese Richtung ging auch das Schlusswort von Propst Peter Barz: „ich wünsche mir, dass wir als Gesellschaft und Gemeinschaft auf Veränderung hoffen und uns dafür einsetzen. Damit diese Welt weiter besteht“, sagte er mit Blick auf die Weltlage, ehe die die Botschaft vom Frieden von den Sternsingern überbracht wurde, die in diesem Jahr schwerpunktmäßig für Projekte im Libanon sammelten. So richteten diejenigen, die bis zum Schluss geblieben waren, nach guter Tradition den Blick von den Eutiner Anliegen letztlich auf das große Ganze.


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