Reporter Eutin

Wenn „Wasserflöhe“ kneippen gehen …

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Bad Malente-Gremsmühlen (aj). Man konnte sie noch nicht sehen, da waren die fröhlichen Kinderstimmen der sieben „Wasserflöhe“ schon zwischen den hohen Buchen des Waldgebiets „Holm“ am Dieksee zu hören. Ihren Gruppennamen verdanken die Vorschulkinder des Malenter Waldkindergartens dem Projekt, mit dem sie aktuell beschäftigt sind: „Wasser“ ist das Thema und am letzten Freitag hat es die Mädchen und Jungen zu den Malenter Spiegelteichen geführt. Gemeinsam mit Klaus Ullrich wollten sie entdecken, wie die Heilanwendungen des bayerischen Priesters Sebastian Kneipp gesund und widerstandsfähig halten.
Und auch, wenn alle Theorie so grau ist wieder regnerische Ostholsteiner Himmel zum Zeitpunkt der Verabredung – ohne Hintergrundwissen geht es nicht und so gab Diplomsportlehrer Ullrich den Kindern eine kleine Einführung in Leben und Wirken des Theologen. Schuhe und Strümpfe hatten die „Wasserflöhe“ da schon abgestreift und auch die Regenhosen ausgezogen. Kneipp, so erfuhren sie, war als junger Mann selbst krank und entdeckte, wie kaltes Wasser und Wechselbäder sein Befinden besserten. Der 1821 geborene Priester entwickelte daraus sein ganzheitliches Gesundheitskonzept und bis heute erfahren Menschen durch Wassertreten und Armbäder Linderung ihrer Beschwerden und eine Stärkung der Abwehrkräfte und des Wohlbefindens. Die wichtigste Regel dabei: „Bevor es ins kalte Wasser geht, müssen Füße und Hände warm sein“, legte Klaus Ullrich den Kindern ans Herz. Dafür wurde vor dem Gang durchs Kneipp-Tretbecken tüchtig gehopst. Und dann: Ab ins Wasser. Dort war es wirklich ziemlich kalt, kein Wunder, fließt doch laufend frisches Quellwasser durch das Becken. Aber wer in einem Waldkindergarten groß wird, verträgt Kälte so gut wie Wasser von oben und so ging es hübsch nacheinander im Storchengang durchs Becken. Zwei Runden, dann wurden Beine und Füße ausgeschüttelt und dann: Nochmal ab ins kühle Nass: „Ich kann das schon richtig gut“, stellte Felina zufrieden fest und Emil befand: „Es ist ein bisschen kalt, aber sonst ganz angenehm.“ Die gute Durchblutung konnte man anschließend sogar sehen: Ganz rot waren die Füße, die den Kneippschen Regeln gemäß nicht abgetrocknet wurden. „Was wir hier machen, könnt Ihr zu Hause nachmachen“, regte Klaus Ullrich an. „Aber wir haben keinen Pool“, bekam er zur Antwort. Den brauche man auch nicht, so Ullrich: „Es genügt, morgens früh barfuß über eine taufeuchte Wiese zu laufen“, erklärte er. Ausrüstung sei da nicht notwendig. Aber: „Man muss erst Mama und Papa fragen“, gaben die Kinder zu bedenken. Stimmt - aber dann kann man auch daheim die wohltuende Wirkung des Wassers nutzen. Wahlweise auch mit einem Armbad, das erfrischt und wachmacht. Sich wie Klaus Ullrich eine Handvoll Wasser ins Gesicht zu schaufeln – so weit ging die Begeisterung seiner jungen Gruppe dann aber doch (noch) nicht. War auch gar nicht nötig, denn das (Bildungs-)Ziel dieses Kita-Ausflugs war längst erreicht: „Wir wollen den Kindern das Kneippen nahebringen. Wenn sie das Wissen darum nicht bewahren, geht es verloren“, brachte es Erzieherin Tanja Zornig auf den Punkt. Denn Kinder seien die treibende Kraft, Erwachsene dagegen, so die Pädagogin, seien oftmals ziemlich eingefahren. Vielleicht kann da ein Armbad helfen …


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