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„Wie kann man nur!”

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Eutin (wh). „Als ich heute einen meiner Schüler rufen hörte ‚Wie kann man nur!‘, habe ich mich darüber gefreut“, berichtet Bettina Brach, Klassenlehrerin der 4a an der Gustav-Peters-Schule. Sie kommt gerade mit den neun- bis zehnjährigen Mädchen und Jungen von einem Ausflug der besonderen Art zurück. Einige der 17 Teenies tragen blaue Säcke, in denen sich Fundstücke der unliebsamen Art befinden: Müll, den sie in der schönen Umgebung ihrer Schule an der Blauen Lehmkuhle gesammelt haben. „Sie haben im Rahmen der diesjährigen Aktion Saubere Landschaft - wie alle SchülerInnen der Schule - mit Begeisterung mitgemacht und dabei nicht einmal bemerkt, dass sie lernen“, sagt Bettina Brach lächelnd und erklärt, dass ein Junge beim Auflesen einer alten Batterie, also Sondermüll, jenen empörten Ausruf getan habe: Wie kann man nur!
 

Die Lehrerin hatte die Klasse bereits im Sachkunde-Unterricht für das Thema Müllvermeidung, Mülltrennung und Umweltverschmutzung sensibilisiert. Bei einer solchen Aktion werde bei den Kindern ein Bewusstsein für die Umwelt geweckt oder vertieft, indem sie die Landschaft bewusst wahrnehmen und selbst Hand anlegen, die Natur sauber zu halten. Außerdem sei es für die Kinder eine positive Erfahrung, wenn sie Gutes in Gemeinschaft mit Anderen tun.
 

Die Schülerin Ida hatte beim Sammeln zwar nur einen der Müllsäcke offengehalten, staunte aber nicht schlecht, was ihre Klassenkamerad(innen) da reinwarfen: Ganz viele Mund-Nase-Schutzmasken, Zigarettenkippen, Trinkpäckchen, Papiertaschentücher, Maschendraht und anderes. Ein Junge zog einen noch gut erhaltenen Fahrradhelm aus dem Gebüsch, ein anderer fand einen Turnschuh aus Kunststoff, auf dem sich bereits Moos angesiedelt hatte. Thomas, dem diese Aktion für die Umwelt richtig gut gefallen hat, findet es schlimm, dass solche Sachen hunderte Jahre brauchen, um sich aufzulösen.
 

Die fleißigen MüllsammlerInnen der 4a bekamen „hohen Besuch“ aus der Kommunalverwaltung. Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt brachte als Belohnung Schokolade und Äpfel mit, Dinge, um deren umgehende natürliche Auflösung man nicht bange sein musste. Bürgermeister Carsten Behnk dankte den Kindern. Er finde ihren Einsatz „total toll“, zumal sie anderen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit gutem Beispiel vorausgingen. Bürgervorsteher Dieter Holst lobte den Lerneffekt dieses erlebnisreichen Tages für alle, die daran teilnahmen, und sagte: „Was die Kinder und Jugendlichen heute erleben, haben sie auch morgen noch in ihren Köpfen.“


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