Reporter Eutin

„Wir mussten kreativ sein!“

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Eutin (aj). Es gibt so viel mehr zu lernen als Mathe und Deutsch und weil gerade jetzt Menschen, die das Musizieren lieben, nicht ohne ihr Instrument sein sollen, haben die Lehrkräfte der Kreismusikschule Lösungen für die Corona-Situation ersonnen und setzen sie täglich gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern um. Dabei treten immer wieder bislang unentdeckte Fähigkeiten zutage. So hat Frauke Behrens-Wolff nicht nur für den (seinerzeit noch zulässigen) Einzelunterricht einen mobilen Spuckschutz konzipiert, sie weiß auch, was es braucht, um die Online-Stunden anregend und gewinnbringend zu gestalten. Achtzehn Schülerinnen von der Zweitklässlerin bis zur Zwanzigjährigen erreicht sie auf diese Weise und sorgt so dafür, dass es nach der Pandemie auch im Ensemble mit der Querflöte weitergehen kann. Denn im gemeinsamen Musizieren sieht die Musikpädagogin ein zentrales Anliegen ihres Unterrichtes. Ihre Klassen sollen sich als Gemeinschaft begreifen: „Musikunterricht sozialisiert: Man hört aufeinander, hilft einander und teilt schöne Erlebnisse“, so beschreibt sie diesen Prozess. Hinter diesem Anliegen steht eine langjährige Erfahrung. Seit 1977 gehört Frauke Behrens-Wolff zum Kollegium der Kreismusikschule, hat die Anfänge miterlebt und mitgestaltet. Ihr persönlicher Weg mit der Querflöte begann im Alter von fünf Jahren mit der Blockflöte: „Und dann wollte ich eigentlich Cello lernen“, erinnert sie sich. Aber sie stellt schnell fest: ein Saiteninstrumenten passt nicht, die Querflöte indes bestens. Sie erhält Unterricht an der Musikschule in Stuttgart, später in Lüneburg: „Ich habe immer gut mitgemacht“, so ihre Bilanz. Das ist natürlich tiefgestapelt: Frauke Behrens-Wolff schafft es mit ihrem Trio bis auf Bundeswettbewerbs-Niveau und entschließt sich nach der Schule, die Aufnahmeprüfung in Lübeck zu wagen. Mit Erfolg. Von ihrer Lehrerin wird sie nicht nur musikalisch, sondern auch pädagogisch bestens ausgebildet und beginnt, sich aktiv mit der Eutonie auseinanderzusetzen. Heute musiziert sie selbst auf dem Instrument ihrer alten Förderin. Und auch ihren gemeinschaftlichen Ansatz prägt sie im Studium aus: „Die Klasse war gut vernetzt“, sagt sie. Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen war auch hilfreich, als Corona die üblichen Unterrichtsformen in eine Zwangspause verwies. Kontakte, Technik, Kommunikation: Mittlerweile läuft alles runder als im ersten Shutdown: „Wir mussten kreativ sein!“ Das gemeinsame Spiel muss zwar aussetzen, aber die Technik kann man auch von Schirm zu Schirm aufpolieren: Fingerhaltung und Ansatz beispielsweise. Ihre jüngste Schülerin motiviert Frauke Behrens-Wolff mit drei Handpuppen. „Man kann früh beginnen mit der Querflöte“, erklärt sie. Auch, wenn es am Anfang schon mal sein kann, dass kein rechter Ton zu hören ist. Schritt für Schritt erobert sich man sich die Riesenanzahl an Klappen, lernt, die Fingerhaltung vor dem Spiegel zu korrigieren und wenn man dann zu Weihnachten das erste Lied spielen kann, ist das ein echtes Erlebnis. Wer bei Frauke Behrens-Wolff lernt, wird zudem bald an die Zweistimmigkeit herangeführt: „Die Flöte ist ein Ensembleinstrument“, das gilt bei ihr von Anfang an. Das Instrument ist für sie immer auch das Medium, Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen. Besondere Voraussetzungen braucht es nicht, unabdingbar aber ist die Freude am Instrument und die Bereitschaft, etwas zu lernen: „Und wer nicht dauernd zu Hause übt, muss eben im Unterricht umso besser mitarbeiten“, merkt die Flötenlehrerin an. Eine dreißigminütige Schnupperstunde ist für das gegenseitige Kennenlernen reserviert und dann kann eine Reise beginnen, die geprägt ist von Herausforderungen und Höhepunkten. Denn wie sagt Frauke Behrens-Wolff: „Die Flöte garantiert mir nicht einen Ton. Aber sie belohnt die Spielenden reich.“
Einen Einblick in die Welt der Flöte gewährt ein kurzer Clip, der auf der Facebookseite der Kreismusikschule zu sehen ist. In den kommenden Wochen werden weitere Instrumente vorgestellt - digital und auch hier bei uns im reporter in einer kleinen Serie. Wer dann Lust bekommt, erhält weitere Infos unter 04521- 788 560 im Büro der Kreismusikschule.


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