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„Den haben wir dringend gebraucht“

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Preetz (ed). Er ist nicht nagelneu, aber prima in Schuss und beklebt mit dem Logo der Heilpädagogischen Ambulanz, den großzügigen Spendern und einem Bild, „das meine Arbeit widerspiegelt“, sagt Coretta Wichmann, Religions- und Freizeitpädagogin und Leiterin der Heilpädagogischen Ambulanz der Diakonie in Preetz. Eine lachende junge Frau mit einem strahlenden Mädchen mit Down-Syndrom auf dem Rücken – denn Menschen mit Behinderung am ganz normalen Leben teilhaben zu lassen, dem hat sich die Heilpädagogische Ambulanz seit fast 50 Jahren verschrieben. Weil dazu gehört, dass auch Menschen mit Behinderung unterwegs sind, an Veranstaltungen und Angeboten teilnehmen, sich (nach Corona endlich wieder) treffen können, der Transport aber oftmals für die Angehörigen nicht so einfach ist, hat die Heilpädagogische Ambulanz zwei Kleinbusse – und wie das eben im normalen Leben so ist, müssen Fahrzeuge ab und an erneuert werden. In den alten Bus hätte man mehrere tausend Euro investieren müssen, damit er weiter sicher unterwegs gewesen wäre – im Verhältnis viel zu viel, um für die Diakonie tragbar zu sein, also wendeten Dr. Barbara Kempe, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Plön-Segeberg, und Coretta Wichmann sich vertrauensvoll an den Mann, der ihnen schon beim letzten Mal einen prima Bus hatte verkaufen können. Damals allerdings war Malte Lerche noch bei Deumann beschäftigt gewesen, mittlerweile arbeitet er beim Autohaus Häufle und Lund in Hohenwestedt – das aber hinderte ihn keineswegs daran, sich für die Diakonie auf die Suche nach einem neuen Fahrzeug zu begeben und fündig zu werden: Ford Transit Custom mit neun Sitzen – mit viel Platz, Beinfreiheit und Klimaanlage, perfekt. Blieb – trotz des super Preises des Autohauses – die Finanzierung des fahrbaren Untersatzes. Mit der Bitte um Unterstützung rannte Dr. Barbara Kempe dann bei der Preetzer Bürgerstiftung offene Türe ein – „klar machen wir das“, so Björn Demmin, „Ihre tolle Arbeit unterstützen wir gern.“ Mit diesem Tenor fanden sich weitere Spender, Privatpersonen, die sich der Arbeit der Diakonie verbunden fühlen, und auch die Glücksspirale konnte dank des Betrages, den die Diakonie zusammen mit dem Verkaufserlös des alten Fahrzeuges selbst beisteuerte, gewonnen werden, sodass dem Kauf des Busses nichts mehr im Wege stand.
Jetzt steht er fix und fertig auf dem Parkplatz der Diakonie und ist längst im Einsatz: „Den haben wir wirklich dringend gebraucht“, strahlt Coretta Wichmann. Um Kinder, Jugendliche und Erwachsene abzuholen, ob zum Konfirmandenunterricht im Haus der Diakonie oder zu den Freizeitclubs – so kommen ihre KonfirmandInnen aus der Schule am Kührener Berg oder auch aus der Rotkreuzschule in Raisdorf, viele der Kinder und Erwachsenen wohnen verstreut auf dem Land. Für einige eine der wenigen Möglichkeiten, mal raus zu kommen, weg von Zuhause, was zu erleben. Rund 120 Menschen sind es überall im Kreis, die Coretta Wichmann so meist in Kooperation mit den Kirchengemeinden betreut, mit ihnen Ausflüge macht an den Strand, zum Minigolf, in den Wildpark – Teilhabe ist hier nicht nur ein Wort, hier wird sie gelebt. Und die erste große Reise des Busses steht auch bald bevor: Es ist die große Ferienfreizeit, die in diesem Jahr endlich wieder stattfinden kann. In den Sommerferien reisen 17 Kinder und Jugendliche, von relativ fit bis mehrfachschwerstbehindert, wie Coretta Wichmann erklärt, in die Lüneburger Heide. Ein echtes Highlight für alle: „darauf freuen wir uns alle schon riesig“, lacht sie, solche Ausflüge seien für die Kinder und Jugendlichen eine echte Freude, „sie kommen mal raus, das ist ganz wichtig für sie – und für die Eltern bedeutet diese Zeit eine große Entlastung, sie können sich mal nur um sich oder um die Geschwisterkinder kümmern.“ Und diese Freizeit wäre mit einem Bus weniger kaum möglich gewesen – ein neuer Bus also, der Gutes tut und eine ganze Horde Kinder glücklich macht.


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